2.600 Kilometer im neuen Hyundai i20 Active blue 1.0 T-GDI: Rallye selbstgemacht

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Wir wollten schon immer mal einen echten WRC-Rallye-Boliden fahren. Nun, zugegebenermaßen hat das noch nicht ganz funktioniert. Dafür durften wir – immerhin – Volkswagen Motorsport bei der diesjährigen ADAC Rallye Deutschland über die Schulter schauen! Zeitgleich fuhren wir die um 20 Millimeter höher gesetzte Version des Hyundai i20, der ebenfalls als Rallye-Version bei der WRC teilnimmt, rund 2.600 Kilometer von Trier über Stuttgart nach Wien – und wieder zurück. Der Hyundai i20 Active ist ja damit so eine Art Straßen-Rallye-Auto … oder wurde zumindest zu einem.


Crossover – alles ist nur noch Crossover!

Uns zwischen etwas zu entscheiden wird von Tag zu Tag schwieriger; am liebsten hätten wir alles irgendwie in wenigem vereint. Auf Automobile bezogen heißt das, wir hätten gerne Sportlichkeit, würden aber auch gerne etwas höher sitzen und so ein Feldweg-Offroad-Look, der so richtig Urban-Lifestylig aussieht, ist eigentlich auch ganz cool. Vorbei die Zeiten, in denen man entweder Sportwagen oder Geländewagen oder Limousine gefahren ist. Heute gibt es das alles in einem – je nach Stimmung und Betrachtungswinkel.

Hyundai-i20-Active-im-Test-von-AUTOmativ.de-Fahrbericht-Review-2.600-Kilometer-Dauertest-Benjamin-Brodbeck

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Die Kunststoff-Applikationen verleihen dem Hyundai i20 Active einen Offroad-Look.

Nun: Hyundai hat da was. Infiniti übrigens auch. Und ganz viele andere übrigens auch. Mit dem Hyundai i20 Active aber verpassen die Koreaner auf jeden Fall keinen Trend, in dem sie die Karosserie des normalen i20 um 20 Millimeter nach oben setzen, ein paar Kunststoff-Applikationen verkleben, eine etwas robustere Front – zumindest optisch – befestigen und die untere Heckpartie ebenfalls gröber gestalten. So wächst der kleine Hyundai um 2,5 Zentimeter in der Länge und erreicht so 4,07 Meter. Die Höhe liegt bei insgesamt 1,53 Meter inklusive Dachreling.

Relativ großzügige Platzverhältnisse im Hyundai i20 Active

Gegenüber dem Hyundai i20 hat sich im Interieur nichts verändert. Das Cockpit ist übersichtlich und aufgeräumt; alles ist dort, wo man es intuitiv auch vermutet.

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Im Fond sitzt man mit – für Kleinwagenverhältnisse – überraschend ausreichender Beinfreiheit und der Kofferraum bietet mit 326 Litern (1.042 Liter bei umgeklappter Rückenlehne) genügend Platz für das Gepäck zweier Reisender.

Digitalradio beim Multimedia-System im neuen Hyundai i20 Active
Digitalradio beim Multimedia-System im neuen Hyundai i20 Active

Einfach aufgebautes und gut zu bedienendes Multimedia-System

Das Multimediasystem kostet zwar 1.200 Euro Aufpreis, beinhaltet jedoch eine Rückfahrkamera und verfügt über Digitalradio. Multimediasysteme sind allgemein ein teures unterfangen – das Smartphone sinnvoll in das Auto zu integrieren ist schwierig, Volkswagen beißt sich daran beim neuen Up! gerade die Zähne aus.

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Deswegen lohnt sich das Ankreuzen des Multimediasystems auf der Optionsliste – zumindest dann, wenn man viel zu Zielen unterwegs ist, die man nicht kennt, auf eine Rückfahrkamera nicht verzichten möchte und sein Smartphone verlässlich mit dem Auto verbinden möchte.

Durchzugsstarker Dreizylinder Benziner mit 100 PS – jedoch hoher Verbrauch

Die 100 PS und 174 Nm Drehmoment des 1,0-Liter-Dreizylindermotors schieben den 1.160 Kilogramm leichten Hyundai i20 Active in 10,9 Sekunden von 0 auf 100 Km/h.

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Tatsächlich fühlen sich die 10,9 Sekunden kürzer an, als sie es vermuten lassen. An der Ampel in der Stadt ist man nie der Langsamste, die Beschleunigung auf Autobahnen aus einer Baustelle auf 130 Km/h ist zügig.

Problematisch allerdings ist der Verbrauch. Bei unseren Fahrten über insgesamt 2.600 Kilometer mit größtenteils Autobahn (meistens 135 – 145 Km/h Höchstgeschwindigkeit), aber auch viel Stadt- und Landverkehr, zeigte uns der Bordcomputer am Ende einen Durchschnittsverbrauch von 6,8 Litern/100 Kilometer an. Den von Hyundai versprochenen kombinierten Verbrauch von 4,5 Litern erreichten wir somit nicht einmal ansatzweise.

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Der Hyundai i20 Active schlägt sich um Umland von Wien sehr gut – gerade weil er höher gesetzt und so perfekt für die holprigen Kopfsteinpflaster und Feldwege ausgestattet ist.

Nun, Downsizing ist nunmal kein Allerheilmittel. Etwas größere Motoren sind im Alltag sparsamer – auf dem Prüfstand jedoch natürlich von Nachteil.

Für Reisen fehlt der sechste Gang

Womit wir auch schon bei einem weiteren Grund für den relativ hohen Verbrauch sind: Wenn man konstant mit Tempomat zwischen 130 und 140 Km/h fährt, dreht der Motor bei ca. 3.500 bis 3.800 Umdrehungen. Das ist natürlich für einen kleinen Turbomotor nicht gerade die optimale Drehzahl; eine niedrigere würde es auch spielend tun, denn Turbomotoren haben in den unteren Drehzahlbereichen schon ein relativ hohes Drehmoment.

Die Rückfahrkamera des neuen Hyundai i20 Active.
Die Rückfahrkamera des neuen Hyundai i20 Active.

Bei der 100 PS-Version also ein Fünfgang-Schaltgetriebe zu verbauen, ist nicht zeitgemäß – obwohl es gut und präzise schaltet. Da es die 100 PS-Version aber nur so gibt, empfehlen wir dringend, die 120 PS-Version mit Sechsgang-Schaltgetriebe vorzuziehen. Der Aufpreis lohnt sich auf Dauer – und das sagen wir, ohne diese Version je gefahren zu sein. Aber ein sechster, sparsamer Gang lohnt sich immer.

Nerviger Spurverlassenswarner

Und der ist auch noch serienmäßig – sonst würde ihn wahrscheinlich niemand optional hinzufügen. Wie im Video erklärt, macht er sich mit Hilfe eines leisen Pieptons immer dann bemerkbar, wenn man irgendeine Linie ohne zu Blinken überfährt – sei es die eines Fahrradweges oder jene einer Abbiegespur in der Stadt.

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Die LED-Tagfahrlichter an der Front sehen aus wie Augenbrauen und reichen weit in die Karosserie hinein.
Die LED-Tagfahrlichter an der Front sehen aus wie Augenbrauen und reichen weit in die Karosserie hinein. Die Rücklichter sind voll-LED und haben ein ansprechendes Design.

Er greift nicht physisch ein, das Lenkrad oder der Sitz vibriert nicht einmal – sondern macht sich nur über einen nervigen Piepton bemerkbar. Und das nervt. Also abstellen und nicht darüber nachdenken.

Bei höheren Geschwindigkeiten unpräzise Lenkung

Wenn man dann nämlich mit einer leicht unpräzisen Lenkung bei höheren Geschwindigkeiten Linien auf der Autobahn – gerade in engen Baustellen – überfährt oder touchiert, hat man keine ruhige Minute mehr, da der Spurverlassenswarner dann in einer Liternei durchfiept.

Bedingt durch eine um 20 Millimeter höhere Karosserie wird das Fahrzeug bei höheren Geschwindigkeiten leichter, als es der normale i20 wird. So fehlt bei „Extremgeschwindigkeiten“ von 170 bis 180 Km/h Traktion; die Lenkung wird unpräzise.

Bei geringen Geschwindigkeiten von bis zu 80 Km/h fährt der Hyundai i20 Active wie auf Schienen (so lange die Fahrbahnoberfläche einigermaßen glatt und ausgewogen ist). Fährt man in Baustellen mit schlechter Fahrbahnoberfläche wird das Fahrwerk unruhig und fängt an zu tänzeln. Das wird dann mit den rechts fahrenden LKW manchmal zu einem kleinen Problem.

Die Preise beginnen bei 17.100 Euro

Wer sich für die höhergesetzte VW Polo (Cross) Konkurrenz entscheidet, muss mindestens 17.100 Euro auf den Tisch legen, kann dann aber auch nur den Einstiegs-Dreizylinder Benziner haben. Die mittlere Ausstattungsstufe „Trend“ fängt bei 18.900 Euro an: sie gibt es mit allen Motorisierungen und die höchste startet bei 21.750 Euro.

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Außerdem lesens- und sehenswert über den Hyundai i20 Active:

Hyundai i20 Active: Kleinwagen mal anders auf trendlupe.de

Hyundai i20 Active Test – Probefahrt – Kaufberatung auf drive-blog.de

Hyundai i20 mit „blue Turbo Gedöns“ auf auto-diva.de

Benjamin Brodbeck

Benjamin Brodbeck ist 26 Jahre alt und studierte Automobilwirtschaft. Momentan befindet er sich in seinem Magister für Publizistik an der Universität Wien. Neben seiner Tätigkeit als Jazz-Pianist bringt er seine Leidenschaft für und sein Wissen von Automobilen in Form und Sprache als Publizist bei AUTOmativ.de zum Ausdruck.

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