AeroMobil und Co: Flugautos – wann werden sie endlich Realität?

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Schon seit mehreren Jahrzehnten tüfteln Erfinder und Ingenieure an Flugautos. Der Traum, das Fahren und Fliegen mittels eines Flugautomobils in Einklang zu bringen, ist mindestens schon so alt wie das Automobil selbst. Doch einige der Soll-Eigenschaften eines Automobils stehen im Widerspruch zu denen eines Flugzeugs – schaut man sich nur einmal die unterschiedlichen Ansprüche in Sachen Aerodynamik an. Trotzdem meinen Experten, dass es in den nächsten 5 bis 10 Jahren einen Durchbruch geben könnte.


Vielversprechendes Flugauto: Das AeroMobil.

Erst arbeitete der aktuelle Chef von AeroMobil Stefan Schmidt für Audi, VW und BMW an innovativen Forschungsprojekten, später übernahm er gemeinsam mit seinem Landsmann Juraj Vaculik die Leitung des Unternehmens im slowakischen Bratislava. Das oberste Ziel der Flug-Fahr-Pioniere ist die Entwicklung und der Bau einer neuen Mobilitätskategorie, die jeweils die besten Eigenschaften eines Flugzeugs mit denen eines Automobils vereint.

Galerie: AeroMobil Flugauto

AeroMobil Flugauto
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AeroMobil Flugauto

Bislang gibt es noch keinen offiziellen Namen für die allgemeine Kategorie, so wie Automobil oder Flugzeug, also warum nennt man sie nicht einfach Fahrfluger? Oder Flugfahrer? Oder Mobizeuge? Oder Luftländer? Weitere Vorschläge bitte in den Kommentaren.

Ende Oktober stellte das Unternehmen die aktuelle Version seines AeroMobil auf dem Pioneers Festival in Wien vor. Das Festival ist eines der bedeutendsten internationalen Zukunftskonferenzen. Dort zeigte er den Kongress-Teilnehmern einen Film über ein Gefährt, das sowohl auf der Autobahn fahren, als auch durch die Lüfte fliegen kann. Er selbst saß am Lenkrad beziehungsweise in der Luft am Steuerknüppel des Prototypen.

Motor und Antrieb des AeroMobil.

Angetrieben wird der Zweisitzer aus Carbon und einem Stahl-Chassis von einem Rotax 912, einem seit Anfang der 1990er Jahre weitverbreitetem Motor für Leicht-, Ultraleicht- und Motorseglerflugzeuge der österreichischen Firma Rotax aus Gunskirchen in Oberösterreich. Mit einer Leistung von 115 PS verleiht er dem sechs Meter langen und 2,24 Meter breiten Fahrzeug auf der Straße ein Spitzentempo von 160 km/h, in der Luft immerhin 200 km/h mit einer Spannweite von 8,32 Metern. Die Reichweite soll am Boden bei 875 Kilometer und in der Luft bei 700 Kilometer liegen, wobei der Verbrauch acht Liter auf 100 Kilometer oder 15 Liter pro Stunde liegen soll.

Rund 150.000 – 200.000 Euro. Serienproduktion aber noch in weiter Ferne.

Noch liegt eine Serienproduktion in weiter Ferne, doch es gibt bereits jetzt konkrete Preisvorstellungen: Der Kaufpreis soll zwischen dem eines exklusiven Sportwagens und dem eines Kleinflugzeugs liegen. Wenn man also mit einem Kaufpreis eines Kleinflugzeugs mit rund 200.000 Euro und einem Porsche 911 mit rund 100.000 Euro rechnet, kommt man auf 150.000 Euro. Ob das auch wirklich einzuhalten ist, scheint bei dieser komplexen Technik und der Vereinbarkeit von beiden Fahrzeugtypen fraglich.

Natürlich weiß niemand, ob das AeroMobil überhaupt jemals einen Erfolg haben wird. Doch es wäre einfach traumhaft, einem Stau auf der Autobahn einfach dadurch aus dem Weg gehen zu können, wenn man die Flügel ausfahren und davon fliegen könnte. Gewiss, ein Traum wird es bleiben, denn in Deutschland herrscht Flugplatzzwang. Niemand darf einfach so ohne Erlaubnis irgendwo starten. Zudem muss jeder Pilot eine Fluglizenz haben, die rund 20.000 – 25.000 Euro kostet.

Vergessene Erfindungen aus dem letzten Jahrhundert: Das Aerobile.

Der Traum vom fliegenden Automobil ist fast so alt wie das Fliegen selbst. Es dauerte nur 15 Jahre nachdem sich die Gebrüder Orville und Wilbur Wright in Kitty Hawk an der Atlantikküste des US-Bundesstaates North Carolina am 17. Dezember 1903 mit Motorkraft in die Lüfte erhoben hatten, bis Felix Langobardi – ein Tüftler aus den USA – unter der Nummer US1286679 A die Erfindung eines angeblich flugtauglichen Fahrzeugs zum Patent anmeldete. Doch konnte er die Flugtauglichkeit seines abenteuerlichen Gefährtes nie unter Beweis stellen – zumindest gibt es dazu kein autorisiertes Material.

Waterman Aerobile Flugauto
Waterman Aerobile Flugauto

Das erste fliegende Auto erfuhr seinen Jungfernflug erst am 21. März 1937. Es stammt auch aus den USA und wurde von Waldo Waterman gebaut. Das Aerobile war ebenfalls ein Zweisitzer, mit einer Länge von 5,89 Meter und hatte eine Spannweite von 11,58 Metern. Es wog 880 Kilogramm und hatte einen 100 PS starken Sechzylinder an Bord, mit dem das Gefährt 193 Km/h schnell fliegen konnte. Die Reichweite betrug mit einem Tankvolumen von 95 Litern rund 560 Kilometer.

>>> Terrafugia und Pal-V One: Flugautos – „die Mühlen flogen ganz ordentlich.“

Benjamin Brodbeck

Benjamin Brodbeck ist 26 Jahre alt und studierte Automobilwirtschaft. Momentan befindet er sich in seinem Magister für Publizistik an der Universität Wien. Neben seiner Tätigkeit als Jazz-Pianist bringt er seine Leidenschaft für und sein Wissen von Automobilen in Form und Sprache als Publizist bei AUTOmativ.de zum Ausdruck.

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