Billige Neuwagen: Rabattschlacht wird zu Medienschlacht

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Eigentlich ist es schon ziemlich amüsant, sich anzuschauen, wie sich ein großer Automobilhändler, der Volkswagen Konzern und Professor Dudenhöffer (CAR Institut/Uni Duisburg), eine mediale Schlacht vom Feinsten liefern. Stein des Anstoßes waren Untersuchungsergebnisse von Dudenhöffer, in denen er wie schon seit Jahren ermittelt, wie hoch die aktuellen Neuwagenrabatte auf dem deutschen Automarkt sind. Das störte in der Autoindustrie bislang niemanden, auf der Seite der Händler mag das anders aussehen.


Billige Neuwagen: Rabattschlacht wird zu Medienschlacht
Billige Neuwagen: Rabattschlacht wird zu Medienschlacht © Auto-Reporter.net

So entstand der Ärger

Zeitgleich zur Markteinführung des neuen VW Golf 7, gab Dudenhöffer eine Studie heraus, in der es feststellte, dass man den VW Golf 7, schon zu Beginn der Markteinführung des neuen Modells, mit einem Rabatt von bis zu 27 Prozent kaufen könne. Burkhard Weller, einer der größten markenübergreifenden Autohändler in Deutschland, schrieb in einem offenen Brief an Dudenhöffer, dass seine Analysen geschäftsschädigend sein.

Kunden die einen Neuwagen kaufen wollten, kämen mit dermaßen hohen Erwartungen bei der Preisverhandlung in seine Autohäuser, dass sie fast immer eine Enttäuschung erleben würden. Denn ein normaler Händler könne keinen Rabatt in dieser Größenordnung gewähren. Dies hätte negative Auswirkungen auf den Neuwagenverkauf und so wirke sich die Aussage des Automobilprofessors geschäftsschädigend auf die ganze Branche aus.

Rückenwind für Weller vom VW-Konzern

So weit so gut, den Ärger des Neuwagenhändlers kann man durchaus verstehen. Doch wieso Volkswagen dem Händler nun in einer Pressemitteilung dermaßen unterstützt, ist nicht zu verstehen, schließlich ermöglicht VW es durch dementsprechende Margen überhaupt, solche Rabatte anzubieten. In der Pressemitteilung von Volkswagen heißt es:

„VW begrüße den Brief und schließe sich der darin geäußerten Kritik voll und ganz an. Dudenhöffers Untersuchungsergebnisse werde Volkswagen weiterhin sehr genau beobachten und hinterfragen.“

Jetzt bläst Dudenhöffer zum Gegenangriff

Der Professor wehrt sich und wirft dem Volkswagen Konzern Scheinheiligkeit vor, denn der VW-Konzern selbst ermögliche es den Händlern und Internetbörsen, durch besondere Prämienprogramme, Rabatte in dieser Größenordnung zu realisieren. Volkswagen wisse selbst ganz genau, wie hoch sich die Summe der einzelnen Rabatte (Rabatt für Führerscheinanfänger, Händlerprämien und Tageszulassungen) addieren lasse.

In einer Pressemitteilung schreibt Dudenhöffer:

„Offensichtlich will derjenige, der den Rabattwettbewerb mit hohen Händlerprämien anschürt, sich bei demjenigen darüber beklagen, der dieses Verhalten mit objektiv nachzuvollziehenden Marktdaten wissenschaftlich analysiert. Umgangssprachlich könnte man von Scheinheiligkeit sprechen.“

Hintergrund zu den Analysen Dudenhöffers

Das Institut, an dem Dudenhöffer arbeitet, analysiert jeden Monat rund 350 Preisaktionen der Hersteller. Außerdem beobachtet man die Entwicklung der Neuwagenrabatte bei den vier größten Fahrzeugbörsen im Internet. Der Streit um die Autorabatte ist nicht neu, denn Weller schrieb bereits im Januar 2010 einen offenen Brief an Dudenhöffer, in dem er die gleichen Vorwürfe erhob.

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