Ein bisschen Goodwood und Mille Miglia vorm Frühstück

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In herbstlichen Sonnenstrahlen liegt der Parkplatz am Rande der Hauptstraße vor der Bäckerei des – für sonntägliche Verhältnisse – frühen Morgens. Christliche Ruhe herrscht aber nur bis zum jeweils nächsten Wimpernschlag: das Zwitschern der Vögel wird von nahenden Zylinderbänken im durstigen Aktivmodus rasch übertönt. Ganz gleich ob neu oder alt: Goodwood-Feeling kommt bei dem zwanglosen Treffen zweifelsohne auf. Über ein Jahr war unser letzter Besuch nun her.


Das ist das Interieur eines der Stargäste: ein Ronar-Jaguar, der - laut den Aufklebern - auch schon beim Mille Miglia Revival mitfuhr.
Das ist das Interieur eines der Stargäste: ein Ronart-Jaguar W152, der in den Neunziger Jahren in Deutschland für rund 110.000 DM als Komplettfahrzeug zu haben war. Als Bausatz kostete er nur 15.000 DM.

Herbst, Straße, Sonnenschein – Ein bisschen Goodwood in Stuttgart

Die Straßen leer, die Sonne gerade auf Betriebstemperatur – während die Aggregate der Leidenschaft längst glühen und sich mit lautstarkem Gebrüll durch die Häuserschluchten der Stuttgarter Vororte auf den Weg nach Zuffenhausen zum Mini-Goodwood machen.

Galerie: Ein bisschen Goodwood in Stuttgart - Impressionen

Ein bisschen Goodwood in Stuttgart - Impressionen
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"Kurz mal Brötchen holen!" Aktuell hat die Lola noch keine Zulassung, doch "um jene wird noch gekämpft".

Dieses privat organisierte und unregelmäßige Treffen bietet eine zwanglose Plattform für Enthusiasten und Besitzer besonderer Mobilien jeglicher Art in Jeans und T-Shirt, die das sonntägliche Brötchen-holen gerne mit einem Austausch über die wunderbare Welt der individuellen Mobilität verbinden möchten.

Durch die durch die Sonne verspiegelte Frontscheibe - und zudem von der Ferne -sah diese wunderschöne deutsche Dogge durch die Kamera aus, wie ein Beifahrer mit komischen Ohren und einem äußerst skeptischen Blick. Ein paar Sekunden später war das Rätsel dann gelöst.
Durch die durch die Sonne verspiegelte Frontscheibe des Sechziger-Ford Mustang Fastbacks (1965) – und zudem von der Ferne – sah dieser wunderschöne Weimaraner durch die Kameralinse aus wie ein Beifahrer mit geglätteten Thomas-Gottschalk-Haaren und einer äußerst skeptischen Begutachtung der Ausübung des Photographen-Daseins. Ein paar Sekunden später war das Rätsel aber dann gelöst.

Zwei seltene, britische Gäste: Lola T70 und Ronart-Jaguar W 152

Laut Wikipedia soll der Lola T70 der erfolgreichste Rennsport-Zweisitzer Englands sein. Gut, viele erfolgreiche Zweisitzer von der Insel gab es ja auch nicht wirklich – aber was ist mit Lotus?

Dieser T70 kam jedenfalls auf dem Hänger zum Herbst-Treffen der Stuttgarter Gemeinde, denn es fehlt ihm noch die deutsche Straßenzulassung. Zwar ist der Lola T70 Mk III Coupé auch mit Straßenzulassung erhältlich gewesen, doch die muss man sich bei heutiger Erstbeantragung wohl mühsam erkämpfen.

Der wunderschöne Rennwagen wurde als Sypder und Coupé von 1965 bis 1970 gebaut. In diesen vier Jahren entstanden vier Varianten und insgesamt 88 Einheiten des T70.

Das rund 800 Kilogramm leichte Langstrecken-Rennfahrzeug (u.a. Daytona 24 Stunden) konnte mit V8-Motoren von Chevrolet oder Aston Martin ausgestattet werden, die zwischen 4,9 und 5,7 Litern Hubraum und – je nach Konfiguration – rund 500 PS Leistung hatten.

Der zweite seltene Gast ist ein Ronart-Jaguar W 152. Ursprünglich als Bausatz in den Neunziger-Jahren angeboten, gleicht der Roadster einem Rennwagen aus den 1950er Jahren. Antriebsseitig standen verschiedene Reihen-Sechszylinder oder V12-Motoren von Jaguar sowie ein V8-Motor von Rover zu Auswahl.

Ebenfalls rar: 110 Ronart-Jaguar W 152 sollen bislang entstanden sein.

Benjamin Brodbeck

Benjamin Brodbeck ist 26 Jahre alt und studierte Automobilwirtschaft. Momentan befindet er sich in seinem Magister für Publizistik an der Universität Wien. Neben seiner Tätigkeit als Jazz-Pianist bringt er seine Leidenschaft für und sein Wissen von Automobilen in Form und Sprache als Publizist bei AUTOmativ.de zum Ausdruck.

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