Erster Test: Infiniti QX30 2.2 Diesel mit 170 PS

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Luxus muss ja nicht immer groß, teuer und schwer sein – im Gegenteil: schon mit dem Infiniti Q30 zeigten die in Hong Kong niedergelassenen Japaner, dass sie auch anders können. Ein paar Monate später steht nun eine um 30 Millimeter höher gesetzte Version mit Offroad-Allüren auf der Straße: der Infiniti QX30. Auch wenn man es von Außen nicht direkt sieht: unter dem Blechkleid steckt ein Mercedes-Benz GLA. So bekommt man also Mercedes-Qualität optisch interessanter gestaltet, aufgrund der Stückzahl deutlich exotischer und zudem noch zum günstigeren Preis mit deutlich mehr Ausstattung. Sollte man da nicht zuschlagen?


30 Millimeter mehr Bodenfreiheit, 20 Millimeter höhere Karosserie

Erkennen tut man den Infiniti QX30 an der geänderten unteren Frontschürze, den Schwellerverkleidungen an der Seite, den für den QX30 speziell designten 18 Zoll Rädern und dem gröber gestalteten Heck.

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Darüber hinaus ist er um 20 Millimeter höher – die Bodenfreiheit nimmt aber um ganze 30 Millimeter zu. Und damit das über 1,6 Tonnen schwere Gefährt auf GLA-Basis bei rasanten Kurvenfahrten nicht wankt, verbaut Infiniti sogenannte Rebound-Springs, die eine vollständige Kompensation der Seitenneigung garantieren.

Ein Dieselmotor mit 170 PS – kein Benziner

Entgegen des Q30 gibt es beim Infiniti QX30 kein Benzinmotor. Infiniti begründet dies in der Marktnachfrage und dem Offroad-Charakter des QX30.

Trotzdem ist es schade. Zwar würde die Benzin-Motorisierung ohne Zweifel Unterschlupf im Zusatz-X finden, jedoch sei dies im Moment und auch für das kommenden Modelljahr nicht geplant.

Infiniti hat das bekannte 2.2 Liter Dieselaggregat mit 170 PS und 350 Nm an ein äußerst sanft abgestimmtes Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe gehängt, das die Kraft permanent und ohne Umwege auf alle vier Räder leitet. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 215 Km/h, 0 bis 100 Km/h schafft er in 8,5 Sekunden.

Der Motor ist rau und hört sich nach einem gesunden und robusten Dieselmotor an. Seine Kraft-Vergabe ist konstant und sehr angenehm dosierbar. Trotzdem fehlt die typische Dieselpower, die im unteren Drehzahlbereich mit einem lauten Turbopfeifen greift und den Insassen diesen ganz besonderen und gewissen Dieselschub vermittelt.

Wie schon angesprochen schaltet das Doppelkupplungsgetriebe so sanft, dass man meinen könnte, man sitze in einem Fahrzeug mit einer Wandlerautomatik mit Doppelkupplungs-Schaltzeiten. Das passt zu dem Offroad-Charakter und die meisten Kunden in diesem Segment schätzen dies auch sehr. Für uns dürfte es trotzdem etwas straffer sein. Schade ist, dass dies auch im Sportmodus nicht straffer wird.

Präzise Lenkung aber längeres Übersetzungsverhältnis als beim Q30

Im Offroad ist es oftmals angenehmer, wenn man eine etwas indirektere Lenkung hat. Und so hat der QX30 gegenüber dem Q30 eine 16:1 Übersetzung (zu 14:1). Das spürt man leicht, stört aber keinesfalls.

Alle notwendigen Assistenzsysteme an Bord, ruckeliges Navigationssystem

Der Infiniti QX30 hat – analog seinem niedrigeren Bruder Q30 – alles notwendige an Bord, das einem die Fahrerei erleichtert. Mit Ausnahme eines fehlenden Head-Up-Displays sowie eines Spurhalteassistenten. Letzteres gibt es nur in Form eines Spurverlassenswarners – dafür aber serienmäßig.

Das Navigationssystem hat eine zentrale Position und ist voll in die hochwertige Materiallandschaft des Innenraums integriert. Man kann es per Touchscreen oder iDrive-ähnlichem Rad in der Mittelkonsole steuern. Nicht gut ist die verschachtelte Menüführung und das gleichmäßige Ruckeln bei der Kartenansicht. Letzteres soll wohl eine Ausnahme gewesen sein – in anderen Fahrzeugen soll dies flüssig laufen.

Preise der beiden Ausstattungspakete für den Infiniti QX30

Es gibt zwei Versionen des Infiniti QX30: eine Premium-Version, die ab 38.600 Euro zu kaufen ist und gleichzeitig auch die Basis-Version darstellt und eine Premium-Tech-Version, die ab 43.170 Euro zu haben ist.

Auch bei Infiniti setzt die Aufpreispolitik Maßstäbe: es gibt lediglich vier Optionen (Bose-Soundsystem, Panorama-Glasdach, Metallic-Lackierung und Privacy-Verglasung) ein Style Paket sowie zwei Optionspakete. Mehr nicht. Das ist angenehm und das ist kundenfreundlich.

Und wer nicht weiß, wo er seinen nächsten Infiniti kaufen soll, weil er einfach keines der 10 Infiniti-Zentren in seiner Nähe hat und nicht zum freien oder Nissan-Händler gehen möchte, der wartet bis Ende 2017. Denn dann soll es 25 Infiniti-Zentren in ganz Deutschland haben.

Lesenswert:

Der neue Infiniti QX30 im ersten Fahrbericht auf Ubi-Testet.de

Erste Fahrt: Infiniti QX30 – Japanischer Crossover mit Sternnote auf mein-auto-blog.de

Infiniti QX30 Crossover im ersten Fahrbericht auf Autogefühl.de

Benjamin Brodbeck

Benjamin Brodbeck ist 26 Jahre alt und studierte Automobilwirtschaft. Momentan befindet er sich in seinem Magister für Publizistik an der Universität Wien. Neben seiner Tätigkeit als Jazz-Pianist bringt er seine Leidenschaft für und sein Wissen von Automobilen in Form und Sprache als Publizist bei AUTOmativ.de zum Ausdruck.

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