Ferrari 250 GT LWB Berlinetta (1956)

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In unserer neuen Reihe „Automobil Legenden“ stellen wir diesmal einen Ferrari 250 GT LWB Berlinetta von 1956 vor. Eines dieser sehr seltenen Modelle würde kürzlich vom Auktionshaus „RM Auctions“ für die sagenhafte Summe von 6.710.000 Dollar (5.351.437 Euro) versteigert, was Anlass für diesen Artikel ist.


Galerie: Ferrari 250 GT LWB Berlinetta (1956)

Ferrari 250 GT LWB Berlinetta (1956)
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Wer bei „RM Aucions“ Autos ersteigert, kauft nicht nur ein Fahrzeug, sondern gleich die ganze Geschichte mit dazu, die man dort in detailreicher Kleinarbeit recherchiert. Denn eine Legende verkauft sich noch besser, als der ohnehin schon wertvolle Oldtimer an sich.

Bewegte (Film-)geschichte

Der hier versteigerte Ferrari 250 GT mit der Chassis Nummer 0585-GT sollte 1957 bei einem Straßenrennen in Palms Springs eingesetzt werden. Doch die Rennleitung disqualifizierte das Fahrzeug, man war davon überzeugt, dass der Ferrari 250 GT zu weit von einer Serienversion entfernt sei.

Cockpit des Ferrari 250 GT LWB Berlinetta © RM Auctions
Cockpit des Ferrari 250 GT LWB Berlinetta © RM Auctions

Der Wagen wechselte mehrmals den Besitzer, verblieb jedoch immer im Raum Los Angeles. Dann sollte der rote Flitzer berühmt werden und zwar zusammen mit einem VW-Käfer. Walt Disney kaufte den Ferrari 250GT und setzte ihn bei Dreharbeiten für den 1966 erschienen Film „The Love Bug“ ein. In Deutschland kennt man den Film und den damit unvergesslich gewordenen VW Käfer mit der Nummer 53 unter dem Namen „Herbie – ein toller Käfer“.

Einige Jahre verschollen

Dann wurde es leise, um den 0585-GT und die Unterlagen weisen einige Lücken auf. Angeblich wurde das Fahrzeug  verlassen neben einem Highway aufgefunden und ging, über welche Wege auch immer, in den 1970er und 1980er Jahren in den Besitz von zwei weiteren privaten Eigentümern über. Erst 1994 wird die Chronik des Fahrzeuges wieder vollständiger, zu dem Zeitpunkt wird der 250 GT vom Ferrari Spezialisten DK Engineering, mit Sitz im englischen Watford, zum Verkauf angeboten und zwar im unrestaurierten Zustand.

Doch niemand interessierte sich für den Wagen ernsthaft oder war bereit den geforderten Preis zu Zahlen. Also entschied man sich, dem Fahrzeug selbst zum alten Glanz zu verhelfen und arbeite zwei Jahre hart daran, den Original Zustand des Fahrzeuges wieder herzustellen – und das gelang sehr gut.

Cockpit des Ferrari 250 GT LWB Berlinetta © RM Auctions
Cockpit des Ferrari 250 GT LWB Berlinetta © RM Auctions

1997 präsentierte man den generalüberholten GT250 im Rahmen des Coys International Historic Festival in Silverstone, wo das Fahrzeug den Besitzer abermals wechselte, dort verblieb der Oldtimer bis zur diesjährigen Auktion von RM Auctions, wo er jetzt den rekordverdächtigen Preis von rund 5,3 Millionen Euro erzielte. Zwar ist über die vormaligen Verkaufspreise nichts Genaues bekannt, eine gute Wertanlage, die sicherlich nicht an Wert verliert, ist der schöne Sportwagen mit Sicherheit.

Die Fahrzeugdaten im Überblick

Der Ferrari 250 GT LWB Berlinetta wird von einem 243 PS starken V-12 Motor angetrieben. Für die Gemisch Aufbereitung wurden drei Weber-Vergaser eingesetzt, die Ein- und Auslassventile werden über eine einzelne obenliegende Nockenwelle gesteuert. Für die Kraftübertragung zeichnet sich ein Viergang-Schaltgetriebe verantwortlich.

Weber Vergaser des Ferrari 250 GT LWB Berlinetta © RM Auctions
Weber Vergaser des Ferrari 250 GT LWB Berlinetta © RM Auctions

Das Fahrwerk setzte mit einer Einzelradaufhängung und Schraubenfedern vorne damals Maßstäbe. Hinten kamen Blattfedern mit Längslenkern zum Einsatz. Wahnsinn ist die Tatsache, dass man damals lediglich vier Trommelbremsen zum Bremsen zur Verfügung hatte. Eine 12 Zylinder-Rakete mit 243 PS, bei der die Motorleistung und Bremskraft nach heutigen Maßstäben in keinerlei Verhältnis stehen.

Bilder © RM Auctions

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