Finden wir das Lexus-Design auch noch in 10 Jahren so atemberaubend?

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Lexus baut im Moment Serien-Fahrzeuge, die den vorgestellten Studien in (fast) nichts nach stehen. Wir haben uns immer gewünscht, dass Studien – so wie sie vorgestellt werden – auch die Straße erreichen. Doch bei Lexus – und gerade beim neuen, sehr extremen Lexus LC 500 – sind wir uns nun nicht mehr sicher, ob dieses Lexus-Design auch noch in 10 Jahren ansehnlich ist. Wird daraus einmal eine Design-Ikone oder nicht?


Expressives Lexus-Design

Fest steht: um solch komplizierte Formen zu produzieren, wird richtig viel Geld ausgegeben.

Galerie: Lexus LC 500 Design

Lexus LC 500 Design
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Lexus LC 500 Design

Während andere Hersteller ihre Motorhauben möglichst quadratisch designen, um möglichst wenig Verschnitt in der Produktion zu bekommen – der ehemalige Vorstandsvorsitzende von Porsche, Wendelin Wiedeking, hat dieses Prinzip übrigens bei den Porsche 996-Modellen akribisch angefangen – spielt Lexus im Moment mit den kompliziertesten Formen.

Der Porsche 911 der Generation 996 war - zusammen mit dem damaligen Boxster - für das Unternehmen die Rettung; mitunter auch darum, weil in der Produktion und Fertigung durch einfache Formen so viel eingespart wurde
Der Porsche 911 der Generation 996 war – zusammen mit dem damaligen Boxster – für das Unternehmen die Rettung; mitunter auch darum, weil in der Produktion und Fertigung durch einfache Formen so viel eingespart wurde.

Aufwendiger geht es kaum noch

Alleine die Frontscheinwerfer mit in das vordere PU-Teil zu integrieren ist eine fertigungstechnische Meisterleistung – vor allem wenn sein Modell auf hohe Stückzahlen auslegt. Das ist beim Lexus LC 500 mit rund 100 geplanten Fahrzeugen für Deutschland in einem Jahr zwar nicht der Fall, dennoch sah man selbst beim hier vorgestellten Prototypen noch ziemlich hohe Abweichungen bei den Spaltmaßen untereinander. Bei Ferdinand Piech wäre das nicht durchgegangen.

Diese Problematik wird bei einem Serienfahrzeug nicht mehr auftreten; dennoch unterstreicht es die aufwendige Arbeit, die solch ein extrem extrovertiertes und futuristisches Design mit sich bringt.

Doch welche Autos, welche Linien finden wir auch noch nach Jahren schön?

Meist sind es doch jene schlichten Formen, die wir auch noch nach mehreren Jahrzehnten schön finden, oder? Nehmen wir einmal einen Aston Martin der Generationen DB4, 5, 6, 7, X – ziemlich einfaches Design, aber schlichte und klare Formen, harmonierende Linien. Elegant, nicht aufdringlich, nicht zu expressiv.

Ganz gleich welche Design-Ikone man – nicht nur im Automobilbau – heranzieht: es überwiegt deutlich eine klare Formensprache. Ob beim Porsche 911, beim VW Golf, bei den meisten Mercedes S-Klassen, beim BMW 3er und vielen mehr: sie sind und waren nicht nur für den Moment geschaffen, sondern leben bis heute.

Andererseits leben wir auch in einer ganz anderen, viel vergänglicheren Zeit: keine Frage, das aktuelle Lexus-Design ist aufregend futuristisch und besteht aus vielen verschiedenen Linien, Kanten, Ecken, Lichtkegeln, die momentan sehr aufregend sind.

Der LC 500 erinnert so an einen Science-Fiction-Film. Wäre der LC 500 ein Mensch, würde er im Michael Jackson-Aufzug von Thriller zur Party kommen. Das „Anders“-sein steht im Vordergrund; jede Zeit hat zwar ihre ganz eigenen Linien, jedoch schaffen es ein paar Philosophien in die nächste Zeitspanne – manche nicht.

Und auch wir glauben, dass das aktuelle Lexus-Design zwar ohne Frage aufregend und für den Moment fantastisch ist – eine Ikone über mehrere Jahrzehnte wird es dennoch nicht. Dazu fehlt die Klarheit.

Mal sehen, was Designer zu dieser Annahme sagen.

Benjamin Brodbeck

Benjamin Brodbeck ist 26 Jahre alt und studierte Automobilwirtschaft. Momentan befindet er sich in seinem Magister für Publizistik an der Universität Wien. Neben seiner Tätigkeit als Jazz-Pianist bringt er seine Leidenschaft für und sein Wissen von Automobilen in Form und Sprache als Publizist bei AUTOmativ.de zum Ausdruck.

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