Microlino: Von Tretrollern zur Neuauflage der elektrischen Isetta

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Wer kann sich noch an die berühmten Trendsetter-Klapp-Roller mit den kleinen Inline-Skater-Rädern erinnern? Nicht selten waren sie verantwortlich für Zahnverlust, weil sie in den Gullideckeln stecken blieben und man bei Unachtsamkeit über die schmale Lenkstange flog – so auch bei mir. Aber sie waren cool – vor allem die „Micro-Boards“. Der Erfinder dieses Alurollers, Schweizer Wim Ouboter, ist jetzt wieder in den Schlagzeilen: mit einem Revival einer elektrisch angetriebenen Isetta will er mit dem „Microlino“ genannten Miniauto die Städte erobern.


Microlino Prototyp
Microlino Prototyp

Heutige Autos viel zu kompliziert und zu teuer

Wenn man bedenkt, dass in einem Sitz eines modernen Autos bis zu 15 Elektromotoren verbaut und die Produktionskosten eines Hybridfahrzeuges aufgrund der Komplexität extrem hoch sind, ist es tatsächlich ein guter Ansatz, ein Stadtfahrzeug zu bauen, das wirklich ein Stadtfahrzeug ist, überall parken kann, extrem leicht und wendig ist sowie nostalgisch-lustig aussieht.

Microlino wiegt nur 400 Kilogramm

Vordertür auf, auf die Bank setzen und Tür zu – los geht’s. So einfach und lustig der Mechanismus bei der BMW Isetta war, so unverändert ist er beim Microlino geblieben. Herrlich.

Wim Ouboter mit seinem Microlino
Wim Ouboter mit seinem Microlino

Der Elektromotor des produktionsnahen Prototypen schafft mit einer Leistung von 15 kW (20 PS) eine Höchstgeschwindigkeit von rund 100 Km/h, die Batterien eine Reichweite von ungefähr 100 Kilometer. Ok, das ist kein Tesla und kein Rennwagen, aber für die Autobahn ist die Kugel ja auch niemals gedacht.

Bis Ende 2017 mindestens 300 Stück zur Auslieferung

Erst einmal soll der Microlino eine Kleinserie bleiben. Bis Ende 2017 sollen 300 Fahrzeuge fertig gestellt sein, dann sehe man weiter. Der Preis ist für so eine Exklusiv-Serie sogar ziemlich attraktiv: rund 10.000 Euro soll ein Microlino kosten.

Doch ob er es jemals nach Deutschland schaffen wird ist fraglich. Denn notwendige Sicherheitsstandards und Komfortausstattungen gibt es nicht. BMW hat übrigens kein Interesse an dem kleinen Kabinenroller. Die Münchner müssen sich auch jetzt auf ihre Raumschiffe i3, i8 und iNEXT konzentrieren.

Benjamin Brodbeck

Benjamin Brodbeck ist 26 Jahre alt und studierte Automobilwirtschaft. Momentan befindet er sich in seinem Magister für Publizistik an der Universität Wien. Neben seiner Tätigkeit als Jazz-Pianist bringt er seine Leidenschaft für und sein Wissen von Automobilen in Form und Sprache als Publizist bei AUTOmativ.de zum Ausdruck.

Ein Gedanke zu „Microlino: Von Tretrollern zur Neuauflage der elektrischen Isetta

  • 24. August 2017 um 09:12
    Permalink

    Wenn man die Batterie zum Aufladen in die Wohnung mitnehmen kann, dann wäre das wirklich die beste Alternative im modernen Stadtverkehr. Es sollte ein Zweisitzer sein und trotzdem so kurz, dass man ohne Beanstandung querparken kann.

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