Neuer VW Polo Beats mit 115 PS im Fahrbericht: Hat alles, kann alles

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Ein erfolgreicher Volkswagen ist nicht nur der Golf, sondern mit insgesamt 14 Millionen verkauften Einheiten auch der Polo. Mit einer Länge von erstmals über vier Metern wächst die sechste Generation nicht nur physisch über sich hinaus, sondern auch technisch. Ein volldigitalisiertes Cockpit, viele Komfort- und Sicherheitsausstattungen, ein adaptives Fahrwerk und umfangreiche Individualisierungsmöglichkeiten kennzeichnen den neuen VW Polo unter anderem. Wir hatten die Beats-Version mit 115 PS aus einem 1.0 Liter Dreizylinder mit Turboaufladung im ersten fahrdynamischen Test.


 

Mehr Flexibilität dank MQB A0-Plattform

Der neue VW Polo basiert zum ersten Mal auf der Konzernplattform MQB A0. Damit kann Volkswagen eine höhere Flexibilität realisieren. So gibt es jetzt ein volldigitales Cockpit und zahlreiche Assistenz- und Komfortsysteme, die man von höheren Klassen kennt. 

Galerie: Neuer VW Polo Beats

Neuer VW Polo Beats
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Mit einer Länge von 4,05 Metern ist der neue VW Polo um acht Zentimeter länger als sein Vorgänger. Durch eine zusätzlich leicht gedrungenere Statur, einen um 9,5 Zentimeter gewachsenen Radstand und eine ebenfalls größere Breite wirkt der neue Polo sportlicher. Im Innenraum hat man nicht nur im Gepäckabteil 71 Liter mehr Platz, sondern auch auf den hinteren Sitzen deutlich mehr Beinfreiheit.

Zu den Details der Veränderungen geht es im folgenden Beitrag:

Drei Benziner zum Marktstart, Erdgas später, kein Elektro

Zum Marktstart Ende des Jahres stehen beim Händler die untersten drei Benzin-Dreizylinderaggregate. Mit 65 und 75 Saug-PS geht es los, danach folgt eine Turbovariante mit 95 PS. Unser Testwagen war mit dem stärksten 1.0 Liter-Dreizylinder-Turbomotor mit 115 PS ausgestattet, der erst später in den Preislisten auftauchen wird. Danach folgt der 1.5 Liter Vierzylindermotor mit 150 PS und Zylinderabschaltung sowie die Polo GTI-Version mit 200 PS.

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Wirkt schon fast wie ein GTI: In Flash Rot gehalten, mit Sportfahrwerk und abgedunkelten Fenstern hinten sowie 17 Zol großen Felgen (18 Zoll beim GTI) macht auch der normale Polo schon ganz schön was her.

Ab einer Leistungsstufe von 95 PS kann ein Siebengang-DSG-Getriebe optional geordert werden. Bis einschließlich der 95 PS-Version gibt es ein Fünfgang-Schaltgetriebe. Ab 115 PS ist ein manuelles Sechsgang-Getriebe serienmäßig.

Eine Elektro-Variante wird es nicht geben. Hybrid ist ebenso keine Option. Zu gering das Interesse der Märkte und zu gering der Nutzen für ein solch kleines Auto. Macht Sinn. Von den Diesel-Aggregaten ist Volkswagen glücklicherweise nicht abgerückt. So stehen bald eine 80 und 95 PS-Version aus einem 1.6 Liter Vierzylindermotor zur Verfügung.

Ebenso macht es Sinn, eine CNG-Variante anzubieten. Sie verfügt über 90 PS und wird Anfang 2018 erhältlich sein. Mit ihr soll man rund 1.200 Kilometer weit fahren können.

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Aufgeräumt und eine haptische Wonne. Qualitativ macht Volkswagen niemand etwas vor – keine Frage.

Sportfahrwerk um 15 Millimeter tiefer und adaptiv

So knackig wie seine 300 Watt Musikanlage ist auch sein Fahrverhalten. Das stellt übrigens auch Autonotizen heraus. Sportfahrwerk mit adaptiven Dämpfern und eine gute Sitzposition machen schon den kleinen 115 PS-Benziner zu einem charakteristischen Vorläufer des nahenden VW Polo GTI. Die Spreizung zwischen dem Komfort-Modus und der sportlichen Fahrwerksabstimmung mittels Fahrmodus-Schalter ist so stark ausgeprägt wie beim VW Golf.

Mit einem Einstiegspreis von 19.075 Euro für die 95-PS-Beats-Variante, liegen die 115 PS schätzungsweise knapp einen Tausender höher.

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Volldigitalisierung im Cockpit. Das Active Info Display kostet 400 Euro, das große Multimediasystem Discover Media 1.550 Euro Aufpreis.

Qualitativ ist der neue VW Polo am Exterieur und auch im Interieur eine Wonne – überhaupt keine Frage. In Matt gehaltene, aber farbige Dekore schmücken die Symmetrie des Cockpits. Das Active Info Display in Kombination mit dem 8,0 Zoll großen Discover Media Multimediasystem geben einen modernen Eindruck (siehe Video).

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Knackiger und spritziger 1.0 Liter mit 115 PS

Das hätten wir niemals gedacht: klar, typisches Dreizylinder-Knurren – aber das kernig! Beim Beschleunigen und Ausdrehen wirkt das kleine Turboaggregat willig und ausgeglichen. Keine trotzigen und unkonstanten Turboschübe, sondern eine gleichmäßige Dosierung der Leistung. Das serienmäßige Sechsgang-Schaltgetriebe (nur bei der 115 PS-Version) verfügt über kurze Schaltwege und klar definierte Gassen. Ein DSG-Getriebe ist hier eigentlich nicht notwendig. Zumal die Beschleunigungszeiten von 0 auf 100 Km/h beide – mit oder ohne Siebengang-DSG – 9,5 Sekunden verheißen.

200 Nm Drehmoment liegen an der Vorderachse an, 200 Km/h ist Geschwindigkeits-Spitze. Das reicht für eine sehr flotte Autobahnfahrt. Denn um die 200 Km/h zu erreichen, wird es erst ab 190 zäh. Davor marschiert der kleine rote Flitzer ganz gut voran. Eine optimale und angenehme Reisegeschwindigkeit liegt beim VW Polo 1.0 mit 115 PS bei rund 160 Km/h. Was will man mehr.

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Scharfe Linien und Kanten im Blech: das erhöht die optische Oberflächenspannung und macht den neuen VW Polo einfach geschmeidiger und dynamischer.

Auf Überlandfahrten halten einen die Beats-Sitze gut im Zaum. Die Seitenwangen sind überraschenderweise überdurchschnittlich ausgeprägt. Damit und mit dem sehr direkten und mit gutem Widerstand ausgestatteten Lenkmechanismus kann man die nächste Kurve durchaus etwas schneller nehmen, als gewohnt.

Beats kann jetzt auch Höhen

Die Beats-Musikanlage kann optional zu jedem VW Polo geordert werden. In der expliziten Ausstattungslinie „Beats“ ist sie natürlich serienmäßig verbaut. 300 Watt sagt erst einmal nicht so viel. Schließlich gibt es unzählige 500er-Anlagen, die nur Krach machen, den Insassen mit dumpfem Wummern das Gehirn aus den Ohren pusten oder entweder klirren oder scheppern.

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Sportlich knackiges Heck mit ordentlichem Heckabschluss. Aber noch kein GTI.

Beim VW up! – den es in selbiger Ausstattung gibt – waren wir von der Anlage nicht so ganz überzeugt. Im neuen VW Polo zeigt sie aber ihr volles Können. Ausgewogene Höhen und feine Bässe überzeugen. Sie ist fast auf der Höhe einer fein abgestimmten Bose-Anlage eines Premium-Herstellers (denn es gibt auch hier riesige Unterschiede, ob Bose bei Renault oder bei Porsche).

Fazit von AUTOmativ

 Optischer Eindruck  ++++
 Qualität Karosserie  +++++
 Qualität im Interieur  +++++
 Lenkung  ++++
 Fahrwerk  +++++
 Motor  ++++
 Raumangebot  ++++
 Digitales Bedienkonzept  ++++
 Innovation  +++
 Preis  ++++
 Gesamteindruck  ++++
   +++++ = Maximum

Der neue VW Polo kommt mit einer ganzen Armada an Komfort- und Assistenzsystemen. Einige davon sind sogar schon in der Basisausstattung (Trendline) serienmäßig. Darüber hinaus gibt es mit 14 Farben und acht Innendekore umfangreiche Individualisierungsoptionen und mit Trendline-, Comfortline-, Highline- sowie Beats-, GTI- und R-Line- zahlreiche Ausstattungspakete.

Mehr Raum, mehr Größe, mehr Digitalisierung – nahezu zum gleichen Preis in den unteren Ausstattungsvarianten. Gleichwohl muss man sagen: um einen wirklich schicken VW Polo der sechsten Generation in seiner Garage stehen haben zu können, sollte man mit 20.000 Euro rechnen.

Bilder: Benjamin Brodbeck | instagram.com/sirbenjibro

Benjamin Brodbeck

Benjamin Brodbeck ist 26 Jahre alt und studierte Automobilwirtschaft. Momentan befindet er sich in seinem Magister für Publizistik an der Universität Wien. Neben seiner Tätigkeit als Jazz-Pianist bringt er seine Leidenschaft für und sein Wissen von Automobilen in Form und Sprache als Publizist bei AUTOmativ.de zum Ausdruck.

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