Opel Mokka X (1.6 CDTI, 136 PS) im Fahrbericht: Knackig und Gschmackig

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Opel ist wieder auf der Überholspur – zumindest in Sachen Qualität und Stimmigkeit der Fahrzeuge. Ob zukünftige französische Einflüsse walten, wissen wir derzeit noch nicht. Doch was wir wissen, ist: die mittel-alten Zeiten der plastischen Cockpit-Entgleisungen sind vergangen. Neue, frische Farben und Linien, moderne und gut funktionierende Bordelektronik und Assistenzsysteme sowie eine solide Verarbeitungsqualität definieren den neuen Opel Mokka X. Wir fuhren ihn rund 2.000 Kilometer nach Wien und zurück – und waren vom Gesamtpaket durchaus angetan.


Opel Mokka X im Offroad-Look

Er sieht aus wie ein kleiner Offroader – ist aber in Wirklichkeit eine Mischung aus Van und höher gesetztem Mittelklassewagen. Trotzdem schaut der Opel Mokka X nett und freundlich aus. Etwas stackselig steht er jedoch auf seinen – ab Ausstattungsstufe „Innovation“ serienmäßigen Achtzehn-Zöllern.

Galerie: Opel Mokka X im Test

Opel Mokka X im Test
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Im Gegensatz zum erwachsenen und durchaus ausgeglichenen Design des Kia Niro (Hybrid) ist der Opel Mokka X frecher, lustiger und aufgeweckter. In diesem Segment schaden dies Eigenschaften nicht – im Gegenteil.

Frische Farben schmücken das lackierte Blechkleid. Opel trägt die Farben weitgehend ohne Orangenhaut auf. Damit der Lack so schön frisch bleibt, ist er durch die ebenfalls geschmackvoll gestaltete Kunststoffumrandung im Offroad-Look vor umherfliegenden Teilen geschützt.

Das Design kann eines gut – und das war bei Opel nicht immer so: den Vorgänger immer noch gut dastehen zu lassen, während das Nachfolgemodell modern aussieht.

Ein bisschen stackselig steht er schon da, doch den Drang nach vorne hat er - optisch als auch fahrtechnisch
Ein bisschen stackselig steht er in der Heckansicht schon da, doch den Drang nach vorne hat er – optisch als auch fahrtechnisch

Detailreiches Interieur, viel Kopffreiheit

Das Interieur ist nicht einmal im Ansatz so, wie wir das noch von den Opel Astra und Corsa kannten, die unsere Mitschüler damals auf den ebenso ranzigen Lehrerparkplatz fuhren. Einzig Anleihen des Lenkrad-Designs haben überlebt. Ein bisschen filigranere Armaturen würden fürs Facelift dennoch nicht schaden.

Das detailreiche Interieur glänzt mit aufgeräumten und modern wirkenden Instrumenten, einem für 950 Euro Aufpreis erhältlichen 8 Zoll Multimediasystem sowie einer analog, gleichwohl einfach zu bedienender Klimaautomatik darunter.

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Sogar ein auffälliges Nahtdesign rund um die Armaturentafel schmückt den Innenraum. Betonung auf Design deswegen, weil es keine richtige Naht ist. Diese Faden-Farce kennen wir schon von Hyundai und Kia.

Das Raumgefühl ist exzellent – leider hat bei uns ein Schiebedach gefehlt. Das kommt bei Testwagen leider immer vor – wohl aus Angst, von dort könnten mit der Zeit unangenehme Geräusche kommen. Dieses optional erhältliche Glasschiebedach darf aber in keinem (Mokka) Auto fehlen.

Die serienmäßigen Stoffsitze mit optionalem AGR-Gütesiegel (Aktion gesunder Rücken, wie auch beim VW Crafter, 685 Euro Aufpreis – ab Innovation Serie) sind absolut Langstreckentauglich. Die Lordosenstütze kann man auf zwei Achsen bewegen und auch die Sitzfläche kann man manuell nach vorne verlängern. So liegt weniger Belastung auf den Beinen – das macht längere Fahrten deutlich angenehmer, gerade auch für etwas größer gewachsene Menschen.

Unser Testwagen war mit Frontantrieb ausgestattet. Kleiner Tipp: steht eine 4 vor und eine 4 nach dem X bedeutet es Allradantrieb.
Unser Testwagen war mit Frontantrieb ausgestattet. Kleiner Tipp: steht eine 4 vor und eine 4 nach dem X bedeutet es Allradantrieb.

Allrad ist besser als Frontantrieb – oder lohnt es sich nicht?

Das Antriebskonzept unseres Testwagens mit 136 PS aus einem 1.6 Liter Vierzylinder Selbstzünder, manuellem Sechsgang-Schaltgetriebe und Frontantrieb ging gut auf und machte einen gut abgestimmten Eindruck. Die Motorisierung reicht für eine Maximalgeschwindigkeit – wenn man es wirklich ein mal eilig hat – von bis zu fast 200 Km/h (Berg runter und Rückenwind). Auch dann bleibt der kleine Familienvan noch spielerisch zwischen den Linien.

Überhaupt ist das Lenkverhalten exzellent. Selbstverständlich spürt man den etwas höheren Schwerpunkt, aber die Präzision und Leichtfüßigkeit, mit der man die Karosserie manövriert, ist beeindruckend. Beeindruckend deswegen, weil das selbst bei europäischen Premiumherstellern nicht immer in dieser Form gewährleistet ist.

Das manuelle Schaltgetriebe mit sieben Gassen (inklusive Rückwärtsgang) findet seine Gassen schnell und präzise. Der Sprint von 0 auf 100 Km/h ist mit 9,9 Sekunden eher ernüchternd. Jedoch fühlt sich diese Zahl in der Realität glücklicherweise etwas schneller an.

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Für den Allradantrieb berechnet Opel rund 2.000 Euro mehr. Das ist viel Geld, das man – unserer Ansicht nach und wenn man nicht gerade in den Alpen wohnt – besser in das Voll-LED-Licht (1.250, ab Innovation Serie) und das Multimediasystem anlegen sollte. Denn mal ehrlich: wer fährt damit schon richtig ins Gelände: Schotterpisten und feuchte Waldwege auf dem Weg ins Pfadfinder-Camp schaffen auch die beiden Vorderräder alleine.

Kein Spurhalte-Assistent im Opel Mokka X

Auch beim Opel Mokka X kann man viele Assistenz- und Komfortsysteme bestellen. So sind rundum-Kameras dabei, ein Verkehrsschildassistenz, Front-Kollisionswarner, Rückfahr- und Frontkamera am Start. Zudem gibt es noch einen Spurverlassenswarner, den Sicherheits- und Komfortdienst Opel OnStar, der einen WLAN-Hotsport beherbergt, per Telefonleitung eine Fahrzeug-Ferndiagnose ermöglicht und sogar das Reiseziel eingeben lässt.

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Das optionale Navigationssystem lohnt sich: Neben 3D-Kartendarstellungen verfügt es auch über eine schnelle Zieleingabe und eine exzellente Menüstruktur.

Opel Mokka X ab 18.990 Euro

Die Einstiegspreise für den Opel Mokka X beginnen zwar schon bei 18.990 Euro, doch ein schönes und allumfassend sinnvolles Auto bekommt man für rund 24.000 Euro. Unser Testwagen lag bei rund 29.000 Euro.

Benjamin Brodbeck

Benjamin Brodbeck ist 26 Jahre alt und studierte Automobilwirtschaft. Momentan befindet er sich in seinem Magister für Publizistik an der Universität Wien. Neben seiner Tätigkeit als Jazz-Pianist bringt er seine Leidenschaft für und sein Wissen von Automobilen in Form und Sprache als Publizist bei AUTOmativ.de zum Ausdruck.

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