Polaris Dagor: Das U.S.-Expeditionsmobil für die ernste Sache.

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Der Polaris Dagor hat ein bisschen Ähnlichkeit mit dem Humvee – den Hummer für die Armee, und das ist kein Zufall: der nur auf das Nötigste reduzierte Geländewagen ist zwar nicht der Nachfolger des legendären Hummer, aber eben auch ein Militärfahrzeug für nahezu jedes Terrain. Nach zwei Jahren harter Entwicklungszeit läuft nun die Serienproduktion des Dagor an. Unserer Anfrage zu Folge kann man ihn leider nicht privat kaufen (nicht einmal unbewaffnet), denn er ist nur für das U.S. Militär und deren Verbündete sowie bestimmten Regierungsbehörden vorbehalten.


Polaris Dagor für bis zu neun Personen ausgelegt.

Wir haben versucht, so viel Information wie nur möglich zu bekommen, doch bei Militärrelevanten Unternehmen gestaltet sich dies verständlicherweise schwierig: der rund 2 Tonnen schwere Polaris Dagor kann bis zu neun Personen oder Lasten bis 1,474 Tonnen transportieren. Insgesamt stehen nur vier Sitze zur Verfügung, doch transportieren kann der Dagor noch weitere 4 Personen auf der hinteren Ladefläche und eine Person als Schütze mit separatem Sitz.

Galerie: Polaris Dagor

Polaris Dagor
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Polaris Dagor

Die unter 2,1 Tonnen Leergewicht und die Breite des Fahrzeugs sind für die Luftbeförderung am Seil oder im Frachtraum eines Transporthubschraubers ausgelegt. Auch kann der Dagor aus einer bestimmten Höhe abgeworfen werden, ohne Schaden zu nehmen.

Der Polaris Dabor ist für einen Lufttransport entwickelt. Er kann sogar aus bestimmter Höhe abgeworfen werden.
Der Polaris Dabor ist für einen Lufttransport entwickelt. Er kann sogar aus bestimmter Höhe abgeworfen werden.

Die Größe eines Jeep Wranglers. Doch die Geländetauglichkeit eines Monster-Trucks.

Das Fahrzeug für’s Grobe hat die Größe eines Jeep Wranglers Unlimited, ist aber nach allen Seiten hin offen und besteht so im Prinzip nur aus einem Chassis und einem Rahmen. So kommt er auf eine Länge von 4,52, einer Breite von 1,88 und einer Höhe von 1,84 Metern. Mit dieser Bauweise wird Gewicht eingespart und die Flexibilität der Soldaten erhöht. So ist es ihnen beispielsweise möglich, das Fahrzeug bei einem Angriff schnell verlassen zu können.

Das Gefährt trägt einen JP 8-Turbodiesel in seinem Herzen, die Leistungsdaten sind völlig unbekannt und werden es auch bleiben. Schätzungsweise wird von Polaris ein V8-Monster für ordentlich Drehmoment eingepflanzt: 500 – 600 Nm werden es wohl sein. Die Konkurrenzfirma Boeing mit einem ähnlichen Gefährt nutzt einen Fiat-Turbodiesel mit 240 PS. JP 8 bedeutet lediglich, dass der Kraftstoff ein NATO-autorisiertes und spezielles Gemisch aus Kerosin und Diesel ist, doch auch normaler Diesel und im Extremfall sogar Heizöl – wahrscheinlich in der Not sogar Salat- oder Olivenöl – bringt das kleine Ungetüm voran. Mit einer Tankfüllung können rund 800 Kilometer gefahren werden.

„Der Jeep des 21. Jahrhunderts“ für 149.000 Dollar.

Einige Stimmen aus Militärkreisen, die an Produktvorführungen und –schulungen teilnahmen, benennen ihn als den Jeep des 21. Jahrhunderts: der Dagor sei sehr leicht, schnell, wendig und vergleichsweise günstig im Unterhalt. Mit einem Preis von 149.000 Dollar pro Fahrzeug, scheint dies für Militärzwecke ein wirklich kosteneffizientes Transport- und Verteidigungsvehikel zu sein – natürlich nur im Vergleich zu bisherigen Investitionen. Ein Hummer war fast doppelt so teuer, doch dafür war man als Soldat auch besser geschützt.

Leichte Reparatur und Instandhaltung.

Die meisten technischen Komponenten des Polaris Dagor sind aufgrund einer Vereinbarung mit verbündeten Streitkräften und Kunden standardisiert und fertig produziert sowie fast überall auf der Welt zu haben.

Die langjährige Erfahrung von Polaris

Bei der Entwicklung und Produktion des Polaris Dagor kann sich die U.S.-amerikanische Firma ganz auf ihre Erfahrungen mit ATVs und Side-by-Side-Vehicles sowie kleineren Militärfahrzeugen stützen. Die ersten Fahrzeuge werden in diesen Tagen ausgeliefert.
Dagor ist übrigens das Wort für Schlacht in der Sprache der Elkben aus J. R. R. Tolkiens Buch „Herr der Ringe“ – nur so als (un)nützliche Information.

Benjamin Brodbeck

Benjamin Brodbeck ist 26 Jahre alt und studierte Automobilwirtschaft. Momentan befindet er sich in seinem Magister für Publizistik an der Universität Wien. Neben seiner Tätigkeit als Jazz-Pianist bringt er seine Leidenschaft für und sein Wissen von Automobilen in Form und Sprache als Publizist bei AUTOmativ.de zum Ausdruck.

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