Porsche 981 Boxster GTS oder 718 Boxster S? Unsere Entscheidung ist gefallen!

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Offen in den verbleibenden Sommer? Ja! Denn bevor die 718 GTS-Versionen auf der nahenden IAA in Frankfurt (14. bis 24. September 2017) enthüllt werden, stellen wir die aktuelle Top-Version – 718 Boxster S – der Vorgänger-Top-Version – 981 Boxster GTS – gegenüber. Es steht viel auf dem Spiel: Emotion gegen Leistung, Schnelligkeit gegen Stil und Philosophie gegen Leitbilder. Wir klären die Frage des besseren Porsche Boxster ein für alle mal – zumindest bis zur kommenden Generation 718 Boxster GTS.


Preislich auf dem selben Niveau

Normalerweise können wir mit alten Autos nichts anfangen. Klar, stilvoll sind sie – technisch jedoch einfach veraltet und in der Regel langsamer, als ihre Nachfolger. Doch es gibt Ausnahmen, und die bestätigen manchmal die Regel. Nur aus diesem Grund haben wir uns die beiden Boxster-Derivate näher angeschaut.

718 Boxster S und 981 Boxster GTS
Zwei Boxster-Derivate verschiedener Generationen. Das Heckdesign der neuen 718-Generation (rechts) ist dabei deutlich schärfer und sportlicher als das der Vorgänger-Version.

Der Neupreis eines neuen Porsche 718 Boxster S liegt bei 67.212 Euro. Mit vernünftiger Ausstattung liegt man im Falle unseres Testwagens bei knapp 80.000 Euro. Der Neupreis des 981 Boxster GTS lag zwar aufgrund seiner noch individuelleren Ausstattung um rund 6.000 Euro darüber, doch der jetzige Marktwert als Gebrauchtfahrzeug mit extrem geringer Laufleistung liegt ungefähr auf dem Niveau des Neupreises des 718 Boxster S mit gesunder Ausstattung. Also wer sich jetzt einen der wenigen 981 Boxster GTS sichern möchte, muss genau so viel für einen neuen 718 Boxster S zur Seite gelegt haben.

Leidiges Thema: Sechszylinder-Sauger oder Vierzylinder-Turbo?

Ja, auch wir können dieses Thema nicht mehr hören. Trotzdem muss es in diesem Zusammenhang ein letztes Mal angesprochen werden, weil es tatsächlich der entscheidende Faktor in der Emotionalität der beiden Derivate ist. Während der Vierzylinder-Turbomotor im 718 Boxster S im Stand zwar unruhig läuft, mit der Sportabgasanlage unter Last jedoch tief brummelt und einige wenige eingesteuerte Fehlzündungen beim Herunterschalten aus den beiden Endrohren knallt, ist der Sechszylinder-Boxer des 981 GTS eine akustische und mechanische Wonne.

Laufruhig – dazu ein heller, offensiver Klang mit ordentlich Gedonner im Abgang. Das Sechszylinder-Aggregat mit liegenden Kolben und Zylindern ist nicht nur Porsche Kernkompetenz und Alleinstellungsmerkmal der Zuffenhausener, sondern vereinnahmt mit seiner Klangkulisse jeden Winkel der Karosserie inklusive Insassen. So, wie die Harmonie in der Hamburger Philharmonie ebenfalls keinen Platz auslässt. Dazu kommt noch, dass Kolben und Pleuel der GTS-Motoren wahrscheinlich individuell ausgewogen werden, um die optimale Leistung eines jeden Motors zu garantieren.

Der 718 Boxster S ist schneller und technisch besser

Keine Frage – er hat nicht nur ein knackigeres Heck, sondern ist auch technisch besser. Durch ein optional erhältliches, adaptives Fahrwerk, 20 PS mehr Leistung und vor allem ein brachiales Drehmoment von 420 Nm, fährt der 718 Boxster S einfach noch besser und noch schneller durch Kurven und auf Geraden. Dafür ist das Frontdesign etwas langweilig und fast plastisch.

Aber wir alle wissen: wenn es um das Genießen eines Fahrzeugs und dessen Fahrverhalten geht, ist Schnelligkeit nicht alles. Vor allem dann nicht, wenn wir uns nicht gerade auf einer Rennstrecke befinden, wo es um Rundenrekorde gegen den Nachbarn geht. Das technisch stimmige Gesamtkonzept eines Automobils und dessen Emotionalität reisst Menschen in den Bann – und uns auch; ganz besonders beim 981 Boxster GTS. Für immer Sechszylinder. Wenn Sie uns als Leser erhalten bleiben, bekommen Sie in nächster Zeit noch mehr Stories und Ausflüge des 981 Boxster GTS – direkt auf Ihren Bildschirm.

Der 718 Boxster S verbraucht im Alltag kaum weniger

Beide Fahrzeuge hatten wir mindestens über ein halbes Jahr im Alltagsverkehr – und natürlich den Bordcomputer ständig mitlaufen. Der Verbrauchsschnitt über alles Gefahrene pendelte sich bei beiden Fahrzeugen zwischen 10 und 11 Litern ein. Dabei definierte die 718-Generation den unteren Teil des Durchschnitts; die 981 GTS-Generation dementsprechend den oberen. Aber im Alltag an der Zapfsäule ist dies vernachlässigbar.

 

Benjamin Brodbeck

Benjamin Brodbeck ist 26 Jahre alt und studierte Automobilwirtschaft. Momentan befindet er sich in seinem Magister für Publizistik an der Universität Wien. Neben seiner Tätigkeit als Jazz-Pianist bringt er seine Leidenschaft für und sein Wissen von Automobilen in Form und Sprache als Publizist bei AUTOmativ.de zum Ausdruck.

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