Renault Talisman Initiale Paris im zweiten Test: Vorsprung durch Lenkung

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Beim zweiten Mal ist alles besser? Meistens zumindest. Ohne hier jetzt tiefergreifende Diskussionen aufkommen zu lassen, können wir diese Theorie im Falle des Renault Talisman Initiale Paris bestätigen. Denn wir hatten schon Ende letzten Jahres die Gelegenheit, die französische Limousine mit dem markanten Gesicht zu fahren (hier geht es zum Beitrag). Damals fanden wir sie okay – aber unzureichend für den hart umkämpften deutschen Markt. Jetzt haben wir unsere Meinung geändert. Wir nehmen an, dass es über den Winter bis zum offiziellen Verkaufsstart noch technische Änderungen an der Abstimmung der Limousine gab, denn sie glänzt unter anderem mit einer noch präziseren Lenkung bei gleichzeitig enorm reduziertem Lenkaufwand – dank der serienmäßigen Allradlenkung 4Control – ein souveräneres Fahrverhalten auf der Autobahn sowie besserer Verarbeitung im Interieur.


Neuer Renault Talisman Initiale Paris im zweiten Test

Als wir im Herbst des vergangenen Jahres den Renault Talisman Initiale Paris fahren konnten, waren wir zwar angetan – allein vom Optischen; uns war jedoch beim Fahren ziemlich schnell klar geworden, dass es der große Franzose schwer haben wird gegen die Mitbewerber aus Wolfsburg inklusive ihrer Anhängsel.

Galerie: Renault Talisman Initiale Paris im Test

Renault Talisman Initiale Paris im Test
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Es scheint, als hätten wir jetzt ein besser abgestimmtes Fahrzeug gehabt; Renault dürfte wohl seine Autos über den Winter noch einmal gründlich auf die Prüfstrecke mitgenommen haben. Fahrten durch enge Spitzkehren und allgemein kurvige Landstraßen sind plötzlich zum einzigartigen Genuss geworden.

Auch die Interieur-Verarbeitung scheint besser geworden zu sein: so gibt es keine Kunststoff-Applikationen mehr, die, wenn man sie berührt, knarzen. Schalter und Knöpfe fühlen sich hochwertiger an und die Sitzposition ist Grund für die Formulierung „man sitzt im Auto“. Wobei letzteres eher daran lag, dass wir bei der vorherigen Testfahrt unseren Sitz in der Länge aufgrund eines technischen Problems nicht verstellen konnten.

Eines der extravagantesten Gesichter im Segment der Limousinen

Wer auf französische Eleganz steht und ein kleines Schloss im Elsass besitzt, kommt am Renault Talisman nicht vorbei. Die neue Lichtsignatur an der Front der Renault Modelle ist – wie wir finden – großartig und macht besonders den Talisman breiter und lässt ihn satter auf der Straße liegen.

Für diejenigen, die kein kleines Schloss im Elsass besitzen fühlen wir natürlich mit. Aber auch in jenem Falle sollte man sich den Talisman zumindest einmal näher anschauen.

Hinterrad-Lenkung kreiert ein völlig neues Fahrgefühl

Die Hinterrad-Lenkung ist wirklich eine Technologie, die begeistert: um bis zu 2,7 Grad lenken die Hinterräder in die gleiche (über 60 Km/h) oder entgegengesetzte Richtung (unter 60 Km/h). Dies reduziert nicht nur den Lenkaufwand (ok, sind wir ehrlich: das ist reine Abstimmungssache – ein reduzierter oder erhöhter Lenkaufwand kann bei jeder Vorderachs-Lenkung fein justiert werden) sondern viel wichtiger: bei niedrigen Geschwindigkeiten „schiebt“ sie das Heck mit durch die Kurve – und das spürt man.

Wir sind damit Serpentinen mit engen Spitzkehren gefahren und spürten, wie das Heck schön bündig durch die Kurve gleitet. So entsteht ein absolut präzises Fahrverhalten: man steuert mit dem Lenkrad exakt dorthin, wo man auch sein möchte. Renault war noch nie für seine präzise Lenkung bekannt – jetzt sind sie es, ohne Zweifel.

Doch aufpassen: die Allradlenkung ist nur bei den Top-Modellen serienmäßig!

Vergleichsweise teure Top-Limousine

Schaut man sich beim Wettbewerb um, entdeckt man, dass die Top-Modelle im ähnlichen Preissegment liegen, wie der Renault Talisman. Skoda verlangt bei der Top-Version des Superb ebenfalls rund 41.000 Euro, hat aber einen deutlich stärkeren Motor an Bord. Fairerweise muss man auch sagen, dass dort noch ein paar Sonderausstattungen hinzukommen, die der Talisman schon serienmäßig hat.

Eine Einschränkung, die wir unbedingt los werden müssen, weil wir im Moment einen Skoda Octavia RS als Testfahrzeug haben und daher den direkten Vergleich der Assistenzsysteme haben: viele der technischen Optionen sind (gerade bei den Assistenz- und Komfortsystemen) im Volkswagen-Konzern qualitativ einfach besser. Dafür muss man andererseits eben auch etwas tiefer in die Tasche greifen.

Auch Ford liegt in der Preisregion der 41.000 Euro mit seiner Vignale-Top-Version. Nur Opel liegt mit – legt man die OPC-Version für 50.000 Euro beiseite – rund 38.000 Euro für ein vergleichbares Modell des Insignia Sports Tourer deutlich darunter.

Kombi-Version Grandtour mit kleinerem Kofferraum-Volumen, als die meisten Mitbewerber

Es gibt den Franzosen nicht nur in schön, sondern zudem noch in praktisch: zwischen 572 und 1.700 Liter Ladevolumen verbergen sich im Kofferraum der Grandtour-Version. Gegenstände von bis zu 2.01 Meter Länge sollen in den Kofferraum passen – eine elektrische Heckklappe vereinfacht das Beladen.

Doch der Wettbewerb hat mehr Stauraum. So zum Beispiel der VW Passat: 1.780 Liter sowie Gegenstände von bis zu einer Länge von 2.08 Metern Länge verschluckt der Wolfsburger. Der Skoda Superb Combi verschlingt sogar 1.865 Liter, der Ford Mondeo mit Kombi-Heck liegt bei 1.740 Litern. Weit abgeschlagen ist nur der Opel Insignia Sports Tourer mit 1.530 Litern.

Benjamin Brodbeck

Benjamin Brodbeck ist 26 Jahre alt und studierte Automobilwirtschaft. Momentan befindet er sich in seinem Magister für Publizistik an der Universität Wien. Neben seiner Tätigkeit als Jazz-Pianist bringt er seine Leidenschaft für und sein Wissen von Automobilen in Form und Sprache als Publizist bei AUTOmativ.de zum Ausdruck.

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