Rennfeeling wie bei der Mille Miglia: Solitude Revival 2017

Nun ist das Spektakel – Solitude Revival – schon eine Woche vorbei und noch immer denken wir gerne zurück. Eine Rennstrecke im Herzen des Schwabenlandes – ja das war einmal. Bis 1965 wurden auf dem Rundkurs an den Stadtgrenzen von Stuttgart und Leonberg Rennen gefahren – sogar Formel 1 Rennen. Berühmte Fahrer gaben sich die Ehre. Sir Stirling Moss, Hans Herrmann und Co. waren regelmäßige Wettstreiter auf dem 11,71 Kilometer langen Rundkurs. Auch in diesem Jahr gaben sich unter anderen Hans Herrmann, Herbert Linge und Eberhard Mahle die Ehre. Das absolute Highlight – das von Porsche bis zuletzt geheimgehalten wurde – war Hans-Joachim „Strietzel“ Stuck im Porsche 962 C.


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Das war das Solitude Revival 2017 in Bildern
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Lebende Legenden und alte Feuerstühle beim Solitude Revival

Vor zwei Jahren begleiteten wir Hans Herrmann in seinem Porsche 917. In diesem Jahr fegte Herbert Linge in einem Porsche 550 A Spyder und Eberhard Mahle in einem Porsche 356 B 2000 GS Carrera GT durch die Leonberger und Stuttgarter Wälder. Man glaubt es kaum, aber diese Rennfahrerlegenden sind entweder schon über 90 oder werden es in Kürze. Junge Fahrer sieht man hingegen kaum – ihnen fehlt (wie uns auch) vermutlich das nötige Kleingeld oder einfach das Interesse.

Ich erinnere mich noch immer gerne während der Fahrt durchs Mahdental an die Geschichten meines Großvaters  – fuhr er doch selbst eine DKW NZ 500. „Damals saßen wir einfach am Hang zwischen Bruderhaus und heutigem Kulinarium und unter uns donnerte Wolfgang Graf Berghe von Trips vorbei.“ Wenn man das hört, im Anschluss daran die alte Strecke abfährt und dabei an die Rennaction denkt, die wir während der Mille Miglia 2014 erleben durften, wird man fast sentimental.

Das Geheimnis 2017 – Porsche 962 C

Beim Solitude Revival hatten wir uns bereits am Freitag Abend unter die Menge gemischt und die ersten Eindrücke gesammelt. Wir wussten zwar, dass Porsche einen 962 C – keinen geringeren als den siebenfachen Le Mans Sieger – auf die legendäre Strecke schicken wird. Wer am Steuer sitzen wird, war hingegen unklar. Doch am Samstag Abend war es dann klar: am Steuer würde Hans-Joachim „Strietzel“ Stuck Platz nehmen dürfen.

Hans-Joachim Stuck vor seinem Stint im Porsche 962 C schwer beschäftigt am Telefon. Wussten Sie, dass er mal Hausverbot im Kempinski in Berlin hatte? Hier lesen Sie warum.
Hans-Joachim Stuck vor seinem Stint im Porsche 962 C schwer beschäftigt am Telefon. Wussten Sie, dass er mal Hausverbot im Kempinski in Berlin hatte? Hier lesen Sie warum.

Beim Porsche 962 C sitzt der Pilot vor sechs zwangsbeatmeten Zylindern die eine Leistung von 680 PS freigeben. Das ist genau so viel wie ein heutiger Panamera Turbo S e-hybrid hat – nur dass der 962 C leichter ist. Spitzengeschwindigkeiten bis zu 350 Km/h waren möglich.

Beim vergangenen Solitude Revival im Jahr 2015 schickte Porsche einen Porsche 917 ans Glemseck. Hans Herrmann saß damals am Steuer und führte uns für zwei Runden über die angepasste Grand Prix-Strecke.

Solitude Rennstrecke: Wussten Sie das?

Der Beginn der Solitude Rennen liegt weit zurück. 1903 startete das erste Rennen. Ein Bergrennen vom Stuttgarter Westbahnhof bis zum Schloss Solitude – bei der zweiten Auflage 1904 siegte eine Frau, Mariechen Reuschel aus Berlin zeigte dem starken Geschlecht, wer am besten Motorrad fahren kann. 1906 wurde der Start dann nach Heslach zum alten Schützenhaus verlegt. Siegerin: Dr. Gertrude Eisenmann.

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Nach zwei weiteren Veränderungen wurde dann schließlich 1935 der noch heute existierende Kurs gefahren. Gegen den Uhrzeigersinn wird am Leonberger Seehaus und dem Start-Ziel Turm gestartet, am Glemseck vorbei die Hedersbachkurve den Berg hoch. Durch den Wald geht es Richtung Frauenkreuz, dort wird heute wie damals links abgebogen nach Büsnau. Dann beginnt einer der schönsten Teile deutscher Rennsport Historie. Am Hotel Schatten geht es in eine S-Kurve bergab zum Schattengrund, wo schließlich das Geschlängel durchs Mahdental beginnt. Vorbei an Bruderhaus und heutigem Kulinarium sowie der Bergstrecke durchs Krumbachtal wieder über Start und Ziel.

Das letzte Formel 1 Rennen fand 1965 statt. Sieger damals war kein geringere als Jim Clark (Lotus). Zweiter wurde John Surtees (Ferrari). 1965 fand dann das letzte Rennen statt. Danach untersagte die Stadt Stuttgart den Rennbetrieb aufgrund von Sicherheitsbedenken.

Stefan Emmerich

Um über Automobile zu schreiben, ist es keine zwingende Voraussetzung, sich von Klein auf dafür zu interessieren. Doch bei Stefan Emmerich war das eben so. Sein Technisches Studium – Automobil-affin – ergänzt sein großes Interesse an Mobilien jeglicher Art und weiß die Bedeutung hinsichtlich Neuheiten und ihrer Details zu beurteilen.

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