Schaden am Auto: Versicherung beanspruchen oder selbst zahlen?

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„Ein Unfall ist immer ärgerlich, doch wozu gibt es die Kfz-Versicherung?“ Wer so denkt und seine Police auch für Bagatellschäden nutzt, erlebt häufig eine böse Überraschung. Erhöhte Prämien und sogar die Kündigung durch den Versicherer können die Folge sein. Doch das muss nicht sein: durch kluges Abwägen und einen Schadensrückkauf lässt sich viel Geld sparen.


Unfallschaden kann jahrzehntelange Folgen haben

Die Entscheidung, einen Schaden von der Kfz-Haftpflichtversicherung begleichen zu lassen, hat für den Autofahrer weitreichende Folgen. Zahlt nämlich die Versicherung, wird der Versicherte hochgestuft – egal ob der andere Wagen einen Totalschaden oder nur einen mickrigen Kratzer hat.

Das bedeutet: Der Schadenfreiheitsrabatt wird in aller Regel gekürzt, der Jahresbeitrag steigt. Da der Versicherte dann erst nach vielen Jahren seinen ursprünglichen Rabatt wieder erreicht, zahlt er unter Umständen mehrere Tausend Euro Beitragskosten mehr, als wenn er ohne Eintrag bleiben würde. Hier kann ein Schadensrückkauf sinnvoll sein.

Schaden-Rückkauf-Rechner hilft bei Entscheidung

Unfallverursacher können individuell ermitteln, wie stark sich die Rückstufung auswirkt beziehungsweise auswirken würde. Und vielleicht lohnt es sich, den Schaden selbst zu begleichen und sich so die alte Schadensklasse zurückzukaufen. Der Schaden-Rückkauf-Rechner von Stiftung Warentest gibt Aufschluss darüber, bis zu welcher Summe sich ein Schadensrückkauf lohnt. Eine Hilfestellung geben zudem die Versicherer selbst.

Sie sind bei kleineren Schäden verpflichtet zu melden, wie viel das Unfallopfer erhält. Je nach Versicherer liegt die Meldeschwelle zwischen 500 und 1.000 Euro. Innerhalb von sechs Monaten können sich Versicherte dann entscheiden, ob sie sich ihren alten Status zurückkaufen möchten.

Zurückhaltung kann auch bei Kasko-Schäden sinnvoll sein

Längst nicht alle Schäden am Auto sind jedoch ein Fall für die Kfz-Haftpflicht. Im Jahr 2011 entstanden gut 3,21 Millionen Fälle, die die Kaskoversicherung beglich. Mit insgesamt 2,57 Millionen Fällen und einem Kostenfaktor von 1,18 Milliarden Euro war Glasbruch dabei die häufigste Schadensart. Demnach lag das Schadensvolumen in diesem Punkt bei durchschnittlich etwas mehr als 700 Euro. Der Abschluss einer Teil- oder Vollkaskoversicherung kann sich also lohnen.

Hier droht auch keine Hochstufung in der Schadensfreiheitsklasse, falls die Police in Anspruch genommen wird. Trotzdem sollte sich jeder Autofahrer im Schadensfall überlegen, ob er die Versicherung wirklich bemühen will, denn was viele nicht wissen: Auch die Versicherungsgesellschaft hat nach einem Schadensereignis ein Sonderkündigungsrecht.

Wer also kurz nach einem Marderschaden und einem Wildunfall auch noch die Folgen eines Steinschlags abrechnen möchte, muss damit rechnen, dass sein Versicherer die Notbremse zieht. Dies wiederum kann sich beim nächsten Versicherungsabschluss negativ auf die Konditionen auswirken. Mit der entsprechenden Vorgeschichte gilt es also abzuwägen, ob es sich lohnt, für einen Schaden den ganzen Versicherungsschutz aufs Spiel zu setzen.

2 Gedanken zu „Schaden am Auto: Versicherung beanspruchen oder selbst zahlen?

  • 3. August 2013 um 12:07
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    und da stellt sich dann oft die Frage, wozu man dann eine Versicherung hat, wenn ich meinen Schaden dann doch selbst begleiche !!Was nützen zig schadensfreie Jahre, wenn man stellenweise wegen einer “ Lappalie “ und einem niedrigen Schadenswert, denn eine Versicherung aus der Portokasse zahlen könnte, etliche Klassen wieder hochgestuft wird !! Es würde nicht schaden, wenn man im Tarifdschungel der Versicherungen und ihren Abstufungspraktiken mal ein bischen aufräumen würde !!!

  • 14. Juli 2014 um 07:46
    Permalink

    Die Versicherung nützt bei Schäden, die so teuer sind, dass ich sie nicht selbst bezahlen möchte. Dass sehr kleine Schäden lieber selbst beglichen werden sollten, wird doch niemanden verwundern. Nur dass der Grenzwert ggf. recht hoch ist, erstaunt dann eventuell.

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