Video: BMW M3 effizienter als Toyota Prius! – TopGear UK

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Vor ein paar Tagen war Tag der Erde. Anlässlich dieses wichtigen Datums sollten wir mal wieder über den wahren Übeltäter reden, der Klimaerwärmung, steigende Meeresspiegel und Umweltschäden aller Art auf sein Konto verbuchen darf: das Auto. Nein, nicht alle Autos sind schuld, nur die großen, starken. Bestimmt. Vielleicht. Oder doch nicht?


Mythos Toyota Prius. Fast schon eine Legende bei den Ökos.

Einen Schönheitspreis kann er einfach nicht gewinnen, auch wenn man alle zur Verfügung stehenden Augen zudrückt, schnell ist er ebenfalls nicht, der Innenraum löst bei den Passagieren nicht unbedingt gleich Wohlbefinden aus und einen stolzen Grundpreis in Höhe von 27.000 Euro hat er auch noch. Selbst die „Executive-Version“ für über 31.000 Euro ist irgendwie keine Augenweide.

Es ist ein Rätsel, warum sich manche Kunden doch für das Fahrzeug entscheiden? Sind es Gründe der Naturverbundenheit? Oder möchte man zeigen, dass man die Eisbären vor dem Abschmelzen der Polkappen rettet?

Größere Umweltschäden als ein Land Rover Discovery. Oder als ein Bugatti Veyron.

Um das ganze Auto so wirtschaftlich wie nur möglich zu produzieren, wird alleine das Edelmetall Nickel, das für die Herstellung der Fahrzeug-Akkumulatoren notwendig ist, in einer Mine in Kanada abgebaut, per Schiff (Schweröl-betrieben, keine Rußfilter) nach Europa transportiert bevor es weiter nach China gebracht wird, um es dort in elektronischen Systemen zu verbauen. Dann geht das Ganze nach Japan zu Toyota. Von dort aus wird das Auto ausgeliefert – auch nach Kanada. Und Nickel ist hier nur ein Rohstoff von vielen.


Bugatti Veyron

Für die Herstellung von elektronischen Antrieben und Systemen sind zudem noch seltene Erden notwendig. Seltene Erden machen ihrem Namen alle Ehre, denn sie sind rar gesät, durchaus endlich und vorrangig in Afrika und China zu finden. Fast alle Vorkommen werden von China reguliert und überwacht, also macht sich die Automobilwelt von 2 Dingen abhängig (statt bisher nur von einer: der Endlichkeit des Rohstoffes Öl): von China und von der Endlichkeit der seltenen Erden. Ja, vielleicht ist es irgendwann einmal möglich, dieses Systeme auch ohne seltene Erden herzustellen. Doch bislang leider eben nicht.

Das ganze Zuliefer-System scheint so kompliziert zu sein und so lange Wege zu erfordern, dass die daraus resultierenden Umweltschäden größer ausfallen, als bei einem Land Rover Discovery oder einem Bugatti Veyron. Natürlich existiert auch hier eine weltweite Zuliefer-Kette, doch für Fertigung und Produktion sind bei diesen Fahrzeugen bei Weitem keine so großen Wege erforderlich; ganz zu Schweigen von der Effizienz und Umweltverträglichkeit beim Abbau von Nickel, Cadmium und seltenen Erden und deren Entsorgung und Recycling.

Wenn Sie sich also mal wieder vor Ihrem Nachbarn rechtfertigen müssen..

..zeigen Sie ihm einfach diesen Filmausschnitt aus einer früheren Sendung der legendären TopGear-Autoshow und schlagen Sie ihm vor, am nächsten Samstag eine Runde über die Nordschleife zu fahren – er so schnell es geht mit seinem vermeintlichen Öko-Auto und Sie mit Ihrem M3 (Leistungsverhältnis ca. 1:4) gemütlich hinterher.

 

Durchaus, dieses Thema ist kein einfaches und bei weitem nicht so eindimensional, wie gerade beschrieben. Aber Pauschalisierungen in dieser Debatte tun einfach nicht gut – viel zu eng daran gekoppelt ist die Neiddebatte. Dazu kommt noch, dass der PKW-Verkehr für den nicht giftigen CO2-Ausstoß eine mehr als geringe Rolle spielt. Vielmehr sollte man sich fragen, ob man weiterhin weltweit die Gebäude mit Öl beheizen muss?

 

Benjamin Brodbeck

Benjamin Brodbeck ist 26 Jahre alt und studierte Automobilwirtschaft. Momentan befindet er sich in seinem Magister für Publizistik an der Universität Wien. Neben seiner Tätigkeit als Jazz-Pianist bringt er seine Leidenschaft für und sein Wissen von Automobilen in Form und Sprache als Publizist bei AUTOmativ.de zum Ausdruck.

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