Langzeitparken für den Urlaub: Typische Methoden unter der Lupe

[ANZEIGE] Urlaub bedeutet oft genug, dass man die Familie ins Auto packt und los düst. Das ist, sieht man mal von möglichen Pannen ab, die beste Option für den Wagen, denn immerhin hat man ihn ja dauernd dabei. Soll der fahrbare Untersatz jedoch im Heimatland stehen bleiben, weil man fliegt, per Zug verreist oder sich lieber im Wohnmobil auf die Straße begibt, muss man überlegen, was mit ihm passieren soll, damit er sicher und geschützt steht.


Denn natürlich unterliegt das „Auto allein zuhause“ diversen Gefahren, je nachdem, wo es steht und die will man natürlich nach Möglichkeit alle eliminieren. Doch welche Optionen gibt es eigentlich und wie sind sie im klassischen Schulnotenschema zu bewerten?

Abgeschlossene Garage zuhause | Gut –

Mancher, zu dessen Heim auch eine Garage mit Tor aus Stahlblech gehört, wird sich bei der Überschrift schon gewundert haben. Denn für ihn mag sich die Frage nach dem Wohin gar nicht stellen. Auto leerräumen, abschließen, Garagentor (ver)schließen und der autolose Urlaub kann beginnen.

Ja, stimmt und die Tatsache, dass es so einfach und natürlich ist, verhilft dieser Option auch zur Schulnote 2. Denn das Auto unterliegt keinerlei Gefahren, dass es durch andere Verkehrsteilnehmer beschädigt wird. Auch Vandalismus und Unwetterschäden sind relativ unwahrscheinlich.

Was allerdings zur Topnote fehlt, ist die Tatsache, dass es je nach Lage des Hauses und der Garage ein Leichtes für Diebe sein kann, den Wagen zu klauen. Wenn keiner die Garage einsehen kann, hat man alle Zeit der Welt, um das Auto zu knacken, seinen Diebstahlschutz zu überwinden. Und das gilt nicht nur für wertvolle Oldtimer oder die Riege der meistgestohlenen Autos, sondern praktisch jedes Fahrzeug.

Carport zuhause | Ausreichend +

Was unterscheidet den Carport von der Garage? Ersterer hat nur ein Dach, selten Wände, niemals ein Tor. Damit verliert er viele Boni, die der Garage zugutekamen. 

Zwar schützt das Dach vor Hagel, auch anderen Naturschäden (Stichwort Baumharz auf Lack). Allerdings auch nur begrenzt. Zudem stehen Carports häufig dichter an der Straße. Kein Schutz vor Vandalismus, auch kein zusätzliches Hindernis gegenüber Dieben – wenngleich der typische Carport in der Einfahrt häufig für sich verbuchen kann, dass er von der Straße aus einsehbar ist, das senkt das Diebstahlrisiko ein klein wenig, aber nicht signifikant genug für eine bessere Note.

Flughafenparkplatz | Sehr gut –

Wenn man sein Auto zuhause lässt, kreiert das immer eine Lücke: Man muss irgendwie an den Flughafen gelangen. Und das kann per Taxishuttle je nach Distanz ein gehöriges Loch ins Budget schlagen, noch bevor der Urlaub angefangen hat.

Dagegen ist es Fakt, dass man kaum günstiger an den Airport kommt als auf eigener Achse – sofern einen nicht gerade ein netter Bekannter auf seine Kosten fährt. Und hinzukommt, dass sehr viele Flughafenparkplätze eingezäunt und von Securities bewacht sind – 24/7.

Allerdings muss man definitiv vergleichen. Die offiziell zum Flughafen gehörenden Parkplätze sind meistens recht teuer. Ungleich günstiger sind Anbieter, die sich im Umfeld des Airports angesiedelt haben. Das zeigt sich beim Parken am Flughafen Bremenziemlich bildhaft. Wählt man dort einen Valet-Service (Aussteigen, Schlüssel abgeben) auf dem Parkplatz direkt an der Abflughalle, zahlt man für 14 Tage ungefähr 60 Euro. Parkt man einige Minuten weit weg und nimmt einen (inkludierten) Transfer in Kauf, sind es nur 40 Euro. 

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Übrigens: Die Note Sehr gut minus gilt für un-überdachte Parkplätze. Steht man unter Dach und Fach, ist die glatte Eins drin.

Straße zuhause | Mangelhaft +

Längst nicht jede Straße verlangt von denjenigen, die dort parken, Parkscheiben in die Scheibe zu legen oder Parkscheine zu ziehen. Das verlockt viele Zeitgenossen durchaus – man könnte ja einfach in den Urlaub fliegen und das Auto dort stehen lassen.

Durchaus kann man das, rechtlich ist das eine absolut wasserdichte Angelegenheit, denn solange es keine Probleme gibt, darf ein (angemeldetes) Auto durchaus mehrere Wochen an der gleichen Stelle stehen. 

Allerdings können diese Probleme, es ist ja eine öffentliche Zone, zuhauf erwachsen, während man im Ausland ist:

  • Der Wagen könnte in einen Verkehrsunfall verwickelt werden.
  • Er könnte bei einem Feuerwehreinsatz im Weg stehen.
  • Sein Parkplatz könnte von offizieller Seite (etwa, weil jemand, der umziehen will, es beantragt) für gewisse Zeit zur Halteverbotszone deklariert werden.

Bedenkt man dann noch, dass es keinerlei Schutz vor den Unbilden der Witterung und Vandalismus gibt, ist das die schlechteste Option von allen in diesem Artikel.

Bei Freunden/Nachbarn/Bekannten im Hof | Befriedigend +

Vielleicht parkt man zuhause das ganze Jahr auf der Straße. Aber die meisten dürften im Umfeld jemanden mit Eigenheim kennen und derjenige ist vielleicht sogar gewillt, ein paar Quadratmeter seines Hofs bzw. seiner Einfahrt zum Langzeitparkplatz zu deklarieren.

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Das ist ziemlich günstig bis kostenlos. Und es hat auch den Vorteil, dass das Auto auf einem bewohnten Grundstück steht, weshalb das Risiko für Vandalismus und Diebstahl sich auf gleichem Level wie beim Parken zuhause bewegt.  

Allerdings wird man bei den wenigsten Bekannten in den Luxus eines überdachten Parkens kommen, Mutter Natur kann dem Wagen also durchaus zusetzen. Zudem kann es je nach Lage durchaus sein, dass das Auto im Alltagsbetrieb schlicht im Weg steht. Wenn dann plötzlich ein Kratzer oder eine Beule entstanden ist, wird aus der freundschaftlichen Geste häufig genug ein handfester Streit um Schuldzuweisungen. 

Mietgarage | Gut +             

Seit einigen Jahren schwappt ein Prinzip, das in den USA schon seit Jahrzehnten Gang und gebe ist, auch nach Deutschland, Mietgaragen bzw. Selfstorage-Boxen. Das Prinzip ist so simpel wie einleuchtend. Ein Geschäftstreibender kauft ein Gelände und errichtet dort lange Reihen aus Normgaragen, die man für einen Zeitraum mieten kann. Und da darf nicht nur Hausrat zwischengelagert werden, sondern bei vielen Anbietern auch das Auto. 

Tatsächlich ist das eine sehr gute Option. Es beginnt damit, dass dahinter meist enorm flexible Preismodelle stehen, man muss also nicht viel länger mieten als der Urlaub dauert. Zudem steht das Fahrzeug geschützt und verschlossen, oft auch auf umzäuntem, beleuchtetem und bewachtem Areal.

Was also fehlt zur Topnote? Vor allem die Tatsache, dass dieses Prinzip noch keine universelle Verbreitung gefunden hat. Vor allem in und um Städte ist es zu finden, auf dem Land sind Selfstorage-Räume weit weniger verbreitet. Zudem bleibt noch die Tatsache, dass man dennoch einen Transfer zu Flughafen und Co. benötigt.

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Benjamin Brodbeck

Benjamin Brodbeck ist 29 Jahre alt und studierte Automobilwirtschaft bei Prof. Dr. Diez. Danach wechselte er an die Universität Wien, wo er Publizistik- und Kommunikationswissenschaften studierte und mit dem akademischen Grad 'Magister der Philosophie' abschloss. Neben seiner Tätigkeit als Jazz-Pianist bringt er seine Leidenschaft für und sein Wissen von Automobilen in Form und Sprache als Publizist bei AUTOmativ.de sowie zahlreichen weiteren Plattformen zum Ausdruck.

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