VW ID.3 GTI: Elektrischer Hecktriebler kommt mit 326 PS und 601 Kilometern Reichweite
Volkswagen zeigt den ID.3 GTI. Das elektrische Topmodell beerdigt das bisherige, junge Performance-Kürzel „GTX“ und leistet 326 PS, beschleunigt in 5,6 Sekunden auf 100 km/h und soll eine Reichweite von bis zu 601 Kilometern (WLTP) erreichen. Zugleich wird der ID.3 GTI zum ersten GTI mit Heck- und Hinterradantrieb – und setzt damit seit der Vorstellung des VW Käfers im Jahr 1935 auf die ursprüngliche Heckantriebs-Philosophie der Marke in ihrer Gründungszeit. Die Markteinführung des VW ID.3 GTI ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen.
Zum 50. Geburtstag des GTI elektrifiziert Volkswagen die traditionsreiche Modellbezeichnung gleich doppelt: Nach dem ID. Polo GTI präsentiert der Hersteller nun auch den neuen ID.3 GTI. Der auf dem ID.3 Neo basierende Kompaktsportwagen soll im Frühjahr 2027 auf den Markt kommen und wird mit 326 PS zum bislang stärksten Serien-GTI der Markengeschichte.


ID.3 GTI mit Heckantrieb und 545 Nm Drehmoment
Während der bisherige ID.3 GTX Performance seine Leistung über alle vier Räder auf die Straße bringt, setzt Volkswagen beim ID.3 GTI auf einen einzelnen Elektromotor an der Hinterachse. Damit entsteht nicht nur der erste GTI mit Heckantrieb, sondern zugleich auch ein starkes Differenzierungsmerkmal zum kleineren ID. Polo GTI, wahrscheinlich mehr Fahrspaß und Fahrdynamik sowie für Volkswagen weniger Kosten. Also eine klassische Win-Win-Win-Situation.

Das APP550 genannte Antriebssystem leistet 240 kW und stellt aus dem Stand ein maximales Drehmoment von 545 Newtonmetern bereit. Die Energie liefert eine Lithium-Ionen-Batterie mit einem nutzbaren Energiegehalt von 79 kWh. Mit aktivierter Launch Control soll der ID.3 GTI in 5,6 Sekunden von null auf 100 km/h beschleunigen. Die Höchstgeschwindigkeit wird elektronisch auf 200 km/h begrenzt. Die Kraftübertragung zum Asphalt übernehmen serienmäßig 20-Zoll-Räder mit 225er-Reifen; optional sollen 235 Millimeter breite Reifen erhältlich sein.
Bis zu 183 kW Ladeleistung
An einer entsprechend leistungsfähigen Gleichstrom-Ladesäule kann der ID.3 GTI mit maximal 183 kW laden. Volkswagen prognostiziert für den Ladevorgang von zehn auf 80 Prozent einen Zeitbedarf von rund 29 Minuten. Darüber hinaus unterstützt das Fahrzeug „Vehicle-to-Load“. Über einen von Volkswagen angebotenen Adapter an der Ladebuchse lassen sich externe elektrische Geräte betreiben oder laden. Als Beispiel nennt der Hersteller zwei E-Bikes, die über eine optionale Fahrradträgeraufnahme transportiert und unterwegs mit Energie aus der Fahrzeugbatterie versorgt werden können. Die abnehmbare Aufnahme ist für eine Stützlast von 75 Kilogramm ausgelegt.
Eigener GTI-Modus mit Launch Control
Eine zentrale Neuerung ist das zusätzliche Fahrprofil „GTI“. Es ergänzt die Programme „Eco“, „Comfort“, „Sport“ und „Individual“ und lässt sich über eine beleuchtete Taste auf der unteren Speiche des Sportlenkrads aktivieren. Im GTI-Modus werden die Leistungsentfaltung des Elektromotors, die Progressivlenkung und das adaptive DCC-Sportfahrwerk auf ihre sportlichste Abstimmung gestellt. Gleichzeitig wird die Launch Control freigeschaltet. Ambientebeleuchtung und „ID. Light“ wechseln auf Rot, während das Digital Cockpit eine eigene GTI-Darstellung aktiviert. Im Zentrum steht dann ein Powermeter mit integrierter Geschwindigkeitsanzeige.

Begleitet wird die Inszenierung von einem synthetisch erzeugten Klang eines Verbrennungsmotors, der durch entsprechende Lautsprecher in den Innenraum geleitet wird. Ob das wirklich notwendig ist, wird unser Praxistest zeigen. Zusätzlich entwickelt Volkswagen für das Auto einen neuen Außensound. Dieser ist in allen Fahrprogrammen bis 25 km/h aktiv. Im Sport-Modus soll bis 50 km/h ein dynamischerer Klang erzeugt werden, der sich unter anderem an Geschwindigkeit, Fahrpedalstellung und Antriebsmoment orientiert.

DCC-Sportfahrwerk serienmäßig
Das Fahrwerk besteht aus einer MacPherson-Vorderachse und einer Fünflenker-Hinterachse. Die adaptive Fahrwerksregelung DCC und die Progressivlenkung gehören zur Serienausstattung. Im individuellen Fahrprogramm kann der Fahrer die Dämpfer zwischen einer komfortablen und einer besonders sportlichen Auslegung einstellen.
Für den ID.3 GTI hat Volkswagen unter anderem die Elastokinematik der Vorderachse verändert. Hinzu kommen modifizierte Federn, Dämpfer und Stabilisatoren sowie eigens abgestimmte Reifen. Auch der Fahrdynamikmanager und die Regelparameter des DCC wurden angepasst. Neben hoher Längsdynamik soll das Auto dadurch vor allem beim Herausbeschleunigen aus Kurven agiler reagieren, ohne den Langstreckenkomfort aufzugeben.

Roter Streifen trifft auf elektrische Lichtsignatur
Optisch grenzt sich der ID.3 GTI deutlich vom bisherigen ID.3 GTX ab. Die neu gestaltete Front ist in drei horizontale Ebenen gegliedert. Serienmäßig kommen die neuesten IQ.LIGHT-LED-Matrix-Scheinwerfer zum Einsatz. Dazwischen verläuft eine transparente Lichtleiste mit beleuchtetem VW-Zeichen. Oberhalb dieser Lichtleiste greift Volkswagen den klassischen roten GTI-Streifen auf. Vertikale LED-Elemente in hochglänzend schwarzen Einsätzen sollen den ID.3 GTI als elektrisches Performance-Modell kennzeichnen. Im unteren Bereich sitzt ein schwarzes Wabengitter. Vier rote Vertikalelemente erinnern laut Volkswagen an Schleppösen aus dem Motorsport. Ein als Splitter ausgeführter Frontspoiler schließt die Frontpartie nach unten ab.

20-Zoll-Felgen mit dem traditionsreichen Namen „Wörthersee“
Zu den auffälligsten Erkennungsmerkmalen gehören die serienmäßigen 20-Zoll-Leichtmetallräder „Wörthersee“. Ihr Name nimmt Bezug auf das frühere GTI-Treffen am österreichischen Wörthersee. Das Design besteht aus acht Doppelspeichen und acht halbkreisförmigen Öffnungen. Während die Innenflächen schwarz gehalten sind, werden die Ränder der Öffnungen hochglanzpoliert. Außenspiegelkappen und Seitenschweller sind ebenfalls in Hochglanzschwarz ausgeführt.
Insgesamt verteilt Volkswagen acht GTI-Logos über das Fahrzeug: vier auf den Nabenkappen, jeweils eines unter den Außenspiegeln sowie je ein Zeichen an Front und Heck. Anders als beim ID.3 GTX werden Dach, Dachkantenspoiler, Windschutzscheibeneinfassung und Heckklappe nicht grundsätzlich schwarz abgesetzt, sondern in Wagenfarbe lackiert. Dadurch soll die Silhouette gestreckter wirken und optisch näher an klassische kompakte Volkswagen heranrücken.
Für den ID.3 GTI sind fünf Lackierungen vorgesehen: „Tornadorot Uni“, „Mondsteingrau Uni“, „Scale Silver Metallic“, „Grenadillschwarz Metallic“ und „Gletscherweiß Metallic“. Mit Tornadorot kehrt eine Farbe zurück, die Volkswagen erstmals in den 1980er-Jahren für die zweite Generation des Golf GTI angeboten hatte.
Neues Cockpit mit 12,9-Zoll-Infotainment
Der ID.3 GTI übernimmt die neue Innenraumarchitektur des ID.3 Neo. Vor dem Fahrer sitzt ein 10,25 Zoll großes Digital Cockpit mit unterschiedlichen Ansichten. Das bisherige Infotainmentsystem „Discover“ wird durch die neue Generation „Innovision“ ersetzt.

Deren zentraler Touchscreen besitzt eine Diagonale von 12,9 Zoll. Unterhalb des Displays befindet sich eine separate Tastenleiste für die Klimafunktionen und den Warnblinker. Die neue Mittelkonsole nimmt eine induktive Smartphone-Ladeschale, Cupholder und einen Drehregler für Lautstärke sowie Titel- und Senderwahl auf.
Fahrer und Beifahrer erhalten jeweils eine weich gepolsterte Mittelarmlehne; darunter befindet sich ein zusätzliches Staufach. Die serienmäßigen Top-Sportsitze tragen das Muster „Superclark“. Es interpretiert das karierte Sitzdessin des ersten Golf GTI neu, allerdings mit einem einzelnen, großformatigen Karo auf Sitzfläche und Lehne. Optional sind Sitzflächen aus „ArtVelours Eco Soul“ sowie eine elektrische Einstellung mit Memory- und Massagefunktion vorgesehen.

Zu den weiteren Extras gehören ein Harman-Kardon-Soundsystem, ein Panorama-Glasdach, ein Augmented-Reality-Head-up-Display und die 360-Grad-Kamera „Area View“. Travel Assist reagiert auf rote Ampeln Auch bei den Assistenzsystemen erhält der ID.3 GTI neue Funktionen. Der künftig „Connected Travel Assist“ genannte Reiseassistent nutzt Online-Daten und soll erstmals bei Volkswagen auf Ampeln reagieren können. Erkennt das System innerhalb seiner Grenzen eine rote Ampel, verzögert es das Fahrzeug automatisch bis zum Stillstand. Die Verantwortung verbleibt dabei beim Fahrer.
Neu ist zudem das One-Pedal-Driving. Dabei kann der ID.3 GTI allein durch das Zurücknehmen des Fahrpedals stark verzögern und bis zum Stillstand abbremsen. Optional soll außerdem der Parkassistent „Park Assist Pro“ mit Memory-Funktion angeboten werden.
Technische Daten des VW ID.3 GTI
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Plattform und Antrieb | MEB+, Heckantrieb |
| Leistung | 240 kW/326 PS |
| Maximales Drehmoment | 545 Nm |
| Batterie, netto | 79 kWh |
| 0–100 km/h | 5,6 Sekunden |
| Höchstgeschwindigkeit | 200 km/h |
| Maximale DC-Ladeleistung | 183 kW |
| Ladezeit von 10 auf 80 Prozent | rund 29 Minuten |
| WLTP-Reichweite | bis zu 601 Kilometer |
| Länge | 4.290 mm |
| Breite | 1.809 mm |
| Höhe | 1.560 mm |
| Radstand | 2.764 mm |

