Ankuppeln, prüfen, losfahren: Diese Kontrollen müssen vor jeder Fahrt mit dem Anhänger erledigt werden
Ein nicht korrekt beladener Anhänger kann bereits auf den ersten Metern zum Risiko werden. Aber auch bei gut gesicherter Ladung können verschiedene Probleme auftreten. Eine nur scheinbar eingerastete Kupplung, ein schleifendes Kabel oder ein loses Stützrad fallen während der Fahrt meist zu spät auf. Sicheres Gespannfahren beginnt deshalb mit einer festen Abfahrtskontrolle. Sie dauert nur wenige Minuten. Nach dem Ankuppeln ist sie ebenso nötig wie nach einer unbeaufsichtigten Pause.
Eine feste Reihenfolge verhindert Lücken
Wer selten mit einem Anhänger unterwegs ist, übersieht leicht einzelne sicherheitsrelevante Details. Der flüchtige Blick in den Spiegel reicht daher nicht aus. Stattdessen sollte ein fester Rundgang erfolgen, der an der Deichsel beginnt und dort wieder endet. Ankuppeln, Abfahrtskontrolle und Rangieren lassen sich auf einem geeigneten Übungsplatz oder bei einer Anhänger Fahrschule unter kontrollierten Bedingungen trainieren. Ziel ist kein möglichst schneller Start, sondern ein Ablauf ohne ausgelassene Schritte. Gerade bei wechselnden Zugfahrzeugen verhindert eine solche Routine, dass Anschlusspunkte oder Anzeigen vorschnell als identisch behandelt werden.
Die Verbindung braucht eine echte Funktionskontrolle
Die Kugelkupplung muss vollständig schließen. Wie die Verriegelung geprüft werden soll, steht in der Anleitung des jeweiligen Modells; häufig helfen Kontrollanzeige und, sofern vorgesehen, eine vorsichtige Anhebeprobe. Bei gebremsten Anhängern wird das Abreißseil an der dafür vorgesehenen Befestigung eingehängt. Der Stecker sitzt vollständig in der Dose, während das Kabel genug Spiel für Kurven behält, aber nicht über die Straße schleift.
Im Anschluss daran wird das Stützrad hochgekurbelt und gesichert. Die Unterlegkeile müssen sicher verstaut werden. Erst unmittelbar vor dem Anfahren darf die Feststellbremse gelöst werden.
Licht, Reifen und Verschlüsse lassen sich im Stand prüfen
Nach dem elektrischen Anschluss folgt ein kompletter Rundgang inklusive der folgenden Prüfliste:
- Blinker, Schluss- und Bremsleuchten sowie vorhandene Nebelschlussleuchten
- Reifendruck nach Herstellerangabe, Profil, Risse, Beulen und Fremdkörper
- geschlossene Bordwände, Türen, Klappen, Rampen und Planenverschlüsse
- freie Rückstrahler und Leuchten sowie ein problemlos lesbares Kennzeichen
Am unkompliziertesten lässt sich das Licht zu zweit testen. Eine Person betätigt den Blinker, die Bremse und das Licht und die andere kontrolliert, ob alle Leuchten am Anhänger wie vorgesehen funktionieren.
Ladung darf bei einer Vollbremsung nicht wandern
Schwere Gegenstände liegen tief über oder leicht vor der Achse. Die tatsächliche Stützlast wird am fertig beladenen Anhänger kontrolliert und darf keinen der zulässigen Werte von Zugfahrzeug, Kupplung und Anhänger überschreiten. Gurte müssen die Last gegen Rutschen, Rollen und Kippen sichern; eine geschlossene Bordwand ersetzt diese Sicherung nicht.
§ 22 der Straßenverkehrs-Ordnung verlangt, dass Ladung selbst bei Vollbremsung oder plötzlichem Ausweichen nicht verrutscht, umfällt, hin und her rollt oder herabfällt. Auch Anhängelast und Gesamtgewicht bleiben verbindliche Grenzen. Bei Schüttgut oder mehreren Einzelteilen ist außerdem auf Lücken zu achten, in die sich die Ladung während der Fahrt setzen kann.
Die ersten Meter zeigen Fehler, die im Stand verborgen bleiben
Los geht es zunächst auf einer freien, ebenen Fläche im Schritttempo. Ein kurzer Anfahr- und Bremstest kann Spiel, ungewöhnliche Geräusche oder ein auffälliges Fahrverhalten erkennbar machen. Er ersetzt keine technische Bremsenprüfung. In der ersten Kurve wandert der Blick durch beide Außenspiegel: Bleiben Kabel und Stützrad frei und laufen die Räder erwartungsgemäß? Bei ungewöhnlichem Rucken, Schleifen oder seitlichem Versatz wird nicht weitergefahren, sondern erneut kontrolliert.

