Der Aston Martin DB11 im Detail: Spalte, Plastik und kein AMG-Motor

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Achtung: Diskussion auf hohem Niveau, aber: Exklusivität hin oder her – wenn die Qualität und die optische Anmutung nicht passen, dann will man die Kiste in den meisten Fällen auch nicht kaufen. So gesehen beim neuen Aston Martin DB11, der zugegebenermaßen in Natura deutlich besser aussieht, als auf den offiziellen Bildern, jedoch in zweierlei Hinsicht enttäuscht: zum einen hat er recht wenig mit dem super schönen und schlichten DB10 von „James Bond“ zu tun und zum anderen ist das Interieur als auch die Verarbeitung an der Karosserie im Vergleich zu den Wettbewerbern mäßig. Daimler-Chef Zetsche und zukünftiger Techniklieferant für die Briten (überraschenderweise noch nicht im Moment) wird sich bei seiner Visite (Bild) auch seinen Teil gedacht haben.

Aston Martin DB11 auf dem Autosalon Genf 2016 im Super Detail und mit Dieter Zetsche 13 750x450 - Der Aston Martin DB11 im Detail: Spalte, Plastik und kein AMG-Motor

Aston Martin DB11 auf dem Autosalon Genf 2016 im Super Detail und mit Dieter Zetsche 14 750x450 - Der Aston Martin DB11 im Detail: Spalte, Plastik und kein AMG-Motor
Daimler-Chef Dieter Zetsche bei seiner Visite bei Aston Martin – zusammen mit Aston Martin-Chef Andy Palmer

Aston Martin DB11 mit eigenem 5,2 Liter V12 Motor

Jeder hatte gedacht, dass Aston Martin beim vergangenen Autosalon in Genf nun endlich die Kooperation mit der schwäbischen Mercedes-Schmiede AMG bekannt gibt und den neuen DB11 gleich damit ausstattet. Schließlich ist Aston Martin ein sehr kleines Unternehmen, das eigentlich nicht die Ressourcen dazu hat, einen eigenen Motor mit all den Auflagen und Gesetzen zu entwickeln.

Doch weit gefehlt: Aston Martin hat anscheinend noch einmal einen eigenen Motor auf die Beine gestellt. Und zwar einen komplett neuen Motor: der alte war noch ein „Mixup“ aus zwei Ford Sechszylindern aus dem Jahr 1996 – der neue Motor ist „vollkommen neu“ und mit zwei Turboladern versehen. Nur ein Teil teile sich der Aston Martin V12 mit dem AMG V12: eine Sicherung.

Das Aggregat, das Aston Martin schon seit Anfang 2011 entwickelt, verfügt über 600 PS und beschleunigt den britischen Sportler in 3,9 Sekunden von 0 auf 100 Km/h. Also keineswegs langsam – vor allem muss man bedenken, dass der DB11 Heckantrieb hat.

Andy Palmer, Chef von Aston Martin, verspricht, jeden DB11 qualitativ selbst abzunehmen. Na dann viel Spaß. Doch was meinen wir mit „mäßiger Qualität“?

Galerie: Aston Martin DB11 auf dem Autosalon Genf 2016

Aston Martin DB11 auf dem Autosalon Genf 2016
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So sollte keine Belüftungsdüse eines Exklusiv-Sportwagens aussehen: mal abgesehen vom recht gewöhnungsbedürftigen Design, ist hier Haptik und Material eher auf Lada-Niveau, als auf Exquisit

Der CEO von Aston Martin, Andy Palmer, kündigt allen Ernstes auf dem Genfer Automobilsalon an, jeden Aston Martin DB11 selbst abzunehmen, bevor er an Kunden ausgeliefert wird. Auch wenn Aston Martin klein ist, pro Tag kommen da schon ein paar Dutzend Autos zusammen. Doch damit hätte er in Genf schon mal längst anfangen können, und es nicht uns überlassen sollen!

Wir haben dafür extra eine beschriebene Galerie erstellt, anhand derer wir unsere Sichtweise erläutern. Trotzdem bleibt auch der DB11 ein unglaublich schönes Auto – nur wünschen wir uns für die Zukunft auch ein dazugehöriges Interieur und eine bessere Verarbeitung! Bitteeee!

Benjamin Brodbeck

Benjamin Brodbeck ist 32 Jahre alt und studierte Automobilwirtschaft bei Prof. Dr. Diez. Danach wechselte er an die Universität Wien, wo er Publizistik- und Kommunikationswissenschaften studierte und mit dem akademischen Grad 'Magister der Philosophie' abschloss. Neben seiner Tätigkeit als Jazz-Pianist bringt er seine Leidenschaft für und sein Wissen von Automobilen in Form und Sprache als Publizist bei AUTOmativ.de sowie zahlreichen weiteren Plattformen zum Ausdruck.

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