NanoFlowcell Quant F: Meerwasser ist die Zukunft der Supersportwagen!

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Und die der anderen Autos natürlich auch. Tesla macht zum Beispiel mit dem P85D schon seit einiger Zeit vor, dass elektrisch angetriebene Fahrzeuge keine langweiligen und kleinen Ökoschaukeln sein müssen. Der Quant F der nanoFlowcell AG mit Sitz in Liechtenstein will eine völlig neue und bahnbrechende Antriebstechnologie gefunden haben und fährt mit einem ungewöhnlichen Konzept auf: Salzwasser wird getankt – der mit über 920 PS ausgestattete Antrieb erfolgt rein elektrisch. Und der über fünf Meter lange Viersitzer wirkt noch beeindruckender, wenn sich die beiden riesigen, zwei Meter breiten Flügeltüren nach oben hin öffnen. Über dem großen Diffusor am Heck thront ein kleiner ausfahrbarer Spoiler. Nach einem Auspuff sucht man am Heck eines Elektrowagens natürlich vergeblich.


Das Interieur des Quant F gleicht einer modernen Teakholz-Luxusyacht.

Im Innenraum des Quant F finden die Passagiere – ähnlich des Porsche Panamera – auf vier einzelnen Sitzen Platz. Die beiden vorderen werden durch eine breite Mittelkonsole getrennt. Durch die dominierenden Zierelemente aus Holz im Innenraum fühlen sich die Passagiere als wären sie zu Gast auf einer Luxusyacht. Das Armaturenbrett dehnt sich als digitale Multifunktionsanzeige fast über die gesamte Cockpitbreite aus.

Galerie: NanoFlowcell AG Quant F

NanoFlowcell AG Quant F
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NanoFlowcell AG Quant F

Nicht nur das Design des Quant F ist futuristisch.

Erst der Blick unter der Haube macht das Fahrzeug richtig interessant. Der Antrieb mit seinen vier Elektromotoren ist noch nicht das Außergewöhnliche, sondern das Energiespeicherkonzept. Der Strom für die Fahrmotoren kommt aus einer Redox-Flow Batterie.

Das von der NASA in den 1970er entwickelte Konzept ist nicht neu, aber wurde bisher nur stationär eingesetzt. Das System besteht aus zwei getrennten Elektrolytkreisläufen, deren Ionenaustausch in einer galvanischen Zelle mittels einer Membran geschieht. Hierbei werden die Stoffe reduziert bzw. oxidiert. Die Grundlage für den mobilen Einsatz liefert das von der nanoFlowcell AG verwendete Elektrolyt, das eine 20-fach höhere Energiedichte gegenüber den üblich Elektrolyten aufweist. Mit den beiden 250 Liter Tanks soll eine Reichweite von 800 km möglich sein.

Vorteil der sogenannten Flüssigbatterie? Einfacher Austausch. Wenn die Batterie leer ist, muss das Fahrzeug nicht an der Ladebuchse stehen, denn durch das Nachtanken mit frischen Elektrolyten, ist man sofort wieder startklar. Die verbrauchten Elektrolyte können an der „Tankstelle“ nachdem entleeren aus den Tanks dort wieder aufgeladen werden bis sie erneut gebraucht werden.

Die von der nanoFlowcell AG eingesetzten energiereichen Fluide sind weder giftig noch brennbar und ein unter Druck stehender Tank wird ebenfalls nicht verwendet. Das Konzept bringt also auch ein Plus an Sicherheit mit sich.

Gigantisch Fahrleistungen: mit 2.900 Nm Drehmoment über 300 Km/h schnell!

Sind die beiden 250 Liter Elektrolyttanks gefüllt, dann bringt der Quant F ein Gesamtgewicht von 2300 kg auf die Waage. Dank der vier je 200 Kilowatt starken Elektromotoren und einem Spitzendrehmoment von 2900 Nm (!!!) pro Rad kann diese Masse innerhalb von 2,8 Sekunden auf Tempo 100 gebracht werden.

Um diese Kräfte auf die Straße zu bringen sind 265er Reifen vorne und 305er Reifen hinten nötig, die auf 22 Zoll Felgen sitzen. Die Höchstgeschwindigkeit soll jenseits der 300 km/h-Marke liegen.

Schon das zweite Jahr in Folge in Genf dabei.

Die nanoFlowcell AG war dieses Jahr beim Automobil Salon in Genf schon zum zweiten Mal vertreten. 2014 wurde der Weltöffentlichkeit der Quant E präsentiert. Mit dem Quant F wurde dieses Jahr in Genf die Weiterentwicklung des Vorjahresmodels gezeigt.

Nur die wenigsten werden bis jetzt von diesen Fahrzeugen gehört geschweige denn etwas gesehen haben, denn erst im Juli letzten Jahres hat der Quant E vom Tüv Süd seine Straßenzulassung bekommen. Zurzeit wird die Serienfertigung des Quant F angestrebt. Beim Interieur erfüllen 90 Prozent der Komponenten die Anforderungen der Serienfertigung und beim Exterieur ist man bereits bei 100 Prozent angelangt.

Fazit zum Quant F.

Das Konzept ist genial, aber steckt noch in den Kinderschuhen. Das Fahrzeug ist zwar nicht allzu weit weg von der Serienfertigung aber noch existiert keinerlei Infrastruktur für das Nachtanken der Elektrolyte. Solang diese nicht flächendeckend verfügbar sind ist das Fahrzeug nur eingeschränkt nutzbar – also wir haben unser Grundstück direkt am Meer schon einmal gekauft!

Mia Iannotta

Mia ist seit Mitte 2015 das italienische und - viel wichtiger - weibliche Herz von AUTOmativ.de. Ohne ihre unregelmäßigen Artikel wäre das Magazin lebloser und langweiliger. Mia lebt die meiste Zeit des Jahres im Großraum Rom, den Rest verbringt sie irgendwo anders. Warum sie manchmal über Automobile schreibt? Nun, als wir sie auf der Mille Miglia beobachteten, wie sie sich um die Alfisti kümmerte, konnten wir einfach nicht widerstehen.

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