VW ID. Cross (2027): Volkswagen zeigt elektrischen T-Cross-Nachfolger mit bis zu 436 km Reichweite
Mit dem neuen Volkswagen ID. Cross erweitern die Wolfsburger ihre künftige Elektro-Modellpalette um ein Fahrzeug, das für die Marke strategisch eine besonders wichtige Rolle übernehmen dürfte. Das kompakte SUV positioniert sich künftig als elektrisches Pendant und langfristiger Nachfolger des VW T-Cross.
Dieser Volkswagen muss erfolgreich werden
Auf der vergangenen IAA im letzten Jahr in München zeigte VW die Studie des ID. Cross der Öffentlichkeit. Die Serienversion steht jetzt bereit: Mehr Platz im Innenraum, moderne Zelltechnologie, ein vollständig neu entwickeltes Cockpit sowie ein gegenüber dem Verbrenner nochmals verbessertes Raumangebot sollen den ID. Cross zu einem der wichtigsten Volumenmodelle der kommenden Jahre machen. Der Marktstart ist für den Herbst 2026 vorgesehen, die Preise sollen in Deutschland bei rund 28.000 Euro beginnen.


Dass Volkswagen dem Modell intern eine hohe Bedeutung beimisst, zeigt bereits die Positionierung. Gemeinsam mit dem ebenfalls neuen ID. Polo gehört der ID. Cross zur nächsten Generation kompakter Elektrofahrzeuge, mit denen die Wolfsburger nach eigener Aussage wieder stärker auf klassische Volkswagen-Tugenden setzen möchten: intuitive Bedienung, hohe Materialqualität, großzügige Platzverhältnisse und ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis.
Der elektrische Bruder des T-Cross wächst leicht
Optisch bleibt der ID. Cross zwar eindeutig ein kompaktes SUV, bei den Abmessungen legt er gegenüber dem heutigen T-Cross jedoch leicht zu. Das fällt zunächst nur moderat aus, bringt im Alltag aber spürbare Vorteile.
| Abmessungen | VW T-Cross | VW ID. Cross | Unterschied |
|---|---|---|---|
| Länge | 4.135 mm | 4.153 mm | +18 mm |
| Breite | 1.760 mm | 1.794 mm | +34 mm |
| Höhe | 1.573 mm | 1.581 mm | +8 mm |
| Radstand | 2.563 mm | 2.601 mm | +38 mm |
| Kofferraum | 385–455 Liter | 475 Liter | +20 bis +90 Liter |
| Frunk | – | 25 Liter | neu |
Vor allem der um 38 Millimeter längere Radstand dürfte sich positiv auf das Raumgefühl auswirken. Während der aktuelle T-Cross noch auf der MQB-Plattform für Verbrenner basiert, nutzt der ID. Cross die neue MEB+-Architektur. Da Batterie und Antrieb vollständig im Fahrzeugboden beziehungsweise an der Vorderachse untergebracht sind, profitieren die Passagiere von deutlich günstigeren Platzverhältnissen.

Volkswagen spricht deshalb von einer optimierten Raumökonomie. Trotz nahezu identischer Außenmaße soll der Innenraum in Länge, Breite und Höhe spürbar großzügiger ausfallen. Gleichzeitig wächst auch das Ladevolumen: Bereits im Normalzustand fasst der Kofferraum 475 Liter, hinzu kommt erstmals ein 25 Liter großer Frunk unter der Fronthaube, der sich beispielsweise für Ladekabel oder kleinere Gepäckstücke eignet. Gerade dieser zusätzliche Stauraum zeigt einen der grundsätzlichen Vorteile moderner Elektroplattformen. Wo beim T-Cross Motor, Getriebe und Nebenaggregate Platz beanspruchen, entsteht beim ID. Cross ein kleiner zusätzlicher Nutzraum.
Neue Designsprache: Weniger verspielt, deutlich erwachsener
Mit dem ID. Cross führt Volkswagen zugleich seine neue Formensprache „Pure Positive“ in einem weiteren Serienmodell ein. Bereits die Studie auf der IAA 2025 zeigte, wohin die Reise gestalterisch geht. Die Serienversion übernimmt diese Linienführung nahezu unverändert. Statt auf markante Sicken oder besonders expressive Karosserieformen setzt Volkswagen auf eine ruhige, klare Gestaltung mit stark horizontal ausgerichteten Linien. Schmale LED-Scheinwerfer, eine durchgehende Lichtsignatur und die betont breite Front sollen das SUV optisch souverän wirken lassen.

Auch die Seitenansicht unterscheidet sich deutlich vom heutigen T-Cross. Auffällig sind das sogenannte „Flying Roof“, die in Schwarz ausgeführten Dachsäulen sowie die charakteristische C-Säule, deren Gestaltung bewusst an klassische Volkswagen-Modelle wie den ersten Golf oder den historischen VW Bus erinnern soll. Gleichzeitig vergrößert diese Konstruktion den Türausschnitt im Fond und erleichtert damit den Einstieg. Am Heck setzt Volkswagen ebenfalls auf klare horizontale Linien, dreidimensionale LED-Rückleuchten sowie – je nach Ausstattung – beleuchtete Volkswagen-Logos und Lichtleisten. Insgesamt wirkt der ID. Cross dadurch hochwertiger und moderner als der aktuelle T-Cross, ohne dessen kompakte Proportionen aufzugeben.
Innenraum: Volkswagen verabschiedet sich von alten Fehlern
Fast noch spannender als das Exterieur dürfte für viele Interessenten der Blick ins Innere des neuen ID. Cross sein. Denn hier zieht Volkswagen einen deutlichen Schlussstrich unter viele Kritikpunkte, die Kunden an den ersten ID.-Modellen geäußert hatten. Touch-Flächen ohne haptisches Feedback, wenig hochwertige Materialien und eine teilweise verschachtelte Bedienung sollen der Vergangenheit angehören. Stattdessen orientiert sich der ID. Cross nahezu vollständig am neuen Cockpit des ebenfalls kürzlich vorgestellten ID. Polo.

Beide Modelle markieren den Beginn einer neuen Generation von Volkswagen-Fahrzeugen, bei denen Bedienbarkeit und Materialqualität wieder stärker in den Mittelpunkt rücken. Das Ergebnis wirkt deutlich aufgeräumter als bisher. Die Armaturentafel ist klar horizontal gegliedert, die Materialien sollen unabhängig von der Ausstattung hochwertig ausfallen und zahlreiche Bedienelemente kehren wieder als klassische Tasten zurück.
Gerade bei der Bedienung fällt die Kehrtwende besonders deutlich aus. Während Volkswagen in den vergangenen Jahren zahlreiche Funktionen ausschließlich über Touchflächen oder Untermenüs steuerte, setzt der ID. Cross wieder auf klar definierte Bedienelemente. So verfügt die Mittelkonsole über eine eigene Tastenleiste für die wichtigsten Klimafunktionen. Temperatur, Lüftung, Umluft oder Scheibenheizung lassen sich direkt bedienen, ohne zunächst durch verschiedene Bildschirmmenüs navigieren zu müssen. Auch die Lautstärkeregelung erfolgt wieder über einen klassischen Drehregler. Zwischen den Cupholdern platziert, lässt sich damit nicht nur die Lautstärke verändern, sondern auch zwischen Musiktiteln oder Radiosendern wechseln.

Das neue Multifunktionslenkrad setzt ebenfalls auf klar getrennte Tastenfelder. Links befinden sich die Bedienelemente für Tempomat, ACC und den Connected Travel Assist, rechts werden Instrumente, Sprachsteuerung und Lenkradheizung gesteuert. Volkswagen reagiert damit auf die Rückmeldungen vieler Kunden, die sich nach mehr intuitiver Bedienbarkeit sehnten. Der ID. Cross könnte damit zu den ersten Modellen gehören, bei denen Software und klassische Ergonomie wieder ausgewogener zusammenfinden.
Das Cockpit übernimmt viele Ideen vom ID. Polo
Wer bereits einen Blick auf den neuen ID. Polo werfen konnte, wird sich im ID. Cross sofort zurechtfinden. Beide Modelle teilen sich nahezu das komplette Cockpit. Direkt vor dem Fahrer arbeitet ein 10,25 Zoll großes Digital Cockpit Pro, während zentral ein 12,9 Zoll großes Infotainmentdisplay im Tablet-Format sitzt. Die Grafiken wurden vollständig neu entwickelt und sollen schneller reagieren als bei bisherigen ID.-Modellen.

Eine Besonderheit ist die sogenannte Retro-Anzeige. Auf Wunsch verwandelt sich das digitale Kombiinstrument in eine moderne Interpretation der Instrumente eines Golf I aus den frühen 1980er-Jahren. Links erscheint dabei ein klassischer Rundtacho, rechts ersetzt ein Powermeter den früheren Drehzahlmesser und visualisiert Energieverbrauch beziehungsweise Rekuperation. Es sind genau solche kleinen Details, mit denen Volkswagen künftig wieder mehr Emotionen erzeugen möchte. Anders als rein nostalgische Spielereien verbindet die Retro-Ansicht historische Gestaltung mit modernen Informationen wie Verkehrszeichenerkennung oder Navigationshinweisen.
Materialqualität soll ein neues Niveau erreichen
Auch bei den Materialien verspricht Volkswagen einen deutlichen Schritt nach vorn. Stoffbezogene Flächen auf der Armaturentafel, hochwertig wirkende Oberflächen und feinere Details sollen den Innenraum näher an größere Modelle wie Tiguan oder Passat heranrücken lassen. Selbst in den günstigeren Ausstattungslinien sollen laut Volkswagen sämtliche Kontaktflächen hochwertig ausgeführt sein. Optional stehen darüber hinaus Merkmale zur Verfügung, die bislang eher in höheren Fahrzeugklassen zu finden waren. Dazu zählen beispielsweise elektrisch einstellbare 12-Wege-Komfortsitze mit Memory-Funktion und pneumatischer Massagefunktion. Drei verschiedene Massageprogramme sollen längere Fahrten angenehmer machen. Ergänzt wird das Angebot durch ein großes Panorama-Glasdach, das sich elektrisch verschatten lässt.
Premium-Ausstattung in der Kompaktklasse?
Besonders auffällig ist, wie stark Volkswagen den ID. Cross gegenüber dem heutigen T-Cross aufwertet. Optional erhältlich sind unter anderem:
- Harman Kardon Soundsystem mit 425 Watt Leistung, zehn Lautsprecher inklusive Centerspeaker und Subwoofer
- Panorama-Glasdach
- elektrisch verstellbare Massagesitze
- IQ.LIGHT LED-Matrixscheinwerfer
- beleuchtete Volkswagen-Logos
- 3D-LED-Rückleuchten
- Keyless Access
- interaktive ID.Light über die gesamte Cockpitbreite bis in die Türen
Viele dieser Ausstattungsmerkmale kennt man bislang eher aus höheren Fahrzeugklassen oder deutlich teureren Modellen. Volkswagen versucht damit offensichtlich, den ID. Cross nicht allein über den Elektroantrieb zu positionieren, sondern auch über ein insgesamt hochwertigeres Fahrerlebnis.
Frontantrieb statt Allrad: Fokus auf Effizienz
Wie der ID. Polo basiert auch der ID. Cross zunächst auf einem Frontantriebskonzept. Zum Einsatz kommt der neue APP290-Elektromotor, der 155 kW (211 PS) leistet und ein maximales Drehmoment von 290 Nm bereitstellt. Die Kraftübertragung erfolgt über ein einstufiges Getriebe. Wie bei Elektrofahrzeugen üblich steht das maximale Drehmoment praktisch unmittelbar zur Verfügung, wodurch der ID. Cross spontan beschleunigen soll.
Angaben zur Beschleunigung von 0 auf 100 km/h und zur Höchstgeschwindigkeit nennt Volkswagen zum Zeitpunkt der Vorstellung noch nicht vollständig. Die Entscheidung gegen einen zusätzlichen Elektromotor an der Hinterachse ist dabei eine bewusste. Statt maximaler Traktion und hoher Leistung steht beim ID. Cross die Alltagseffizienz im Vordergrund. Ein elektrischer Allradantrieb dürfte – ähnlich wie bei anderen ID.-Modellen – später nicht ausgeschlossen sein, ist aber zum Marktstart nicht vorgesehen.

Marktstart 2027: Angriff auf Hyundai Kona Electric, Renault 4 und Co.
Mit dem ID. Cross steigt Volkswagen in ein besonders wichtiges Segment ein. Kompakte Elektro-SUVs gehören zu den wachstumsstärksten Fahrzeugklassen Europas, da sie die Vorteile eines höheren Einstiegs, einer besseren Übersichtlichkeit und eines variablen Innenraums mit emissionsfreiem Antrieb verbinden.
Der Wettbewerb ist entsprechend groß. Modelle wie der Hyundai Kona Electric, der Renault 4 E-Tech Electric oder der Peugeot e-2008 zeigen, dass Kunden zunehmend zwischen vielen unterschiedlichen Elektro-Angeboten wählen können. Volkswagen setzt beim ID. Cross deshalb nicht nur auf Reichweite und Technik, sondern vor allem auf Vertrautheit. Der Wagen soll sich für bisherige T-Cross- oder Polo-Fahrer möglichst wenig wie ein radikaler Umstieg anfühlen. Bekannte Bedienlogik, hochwertige Materialien und ein klassisches SUV-Konzept sollen die Einstiegshürde in die Elektromobilität senken.

