Fahrbericht: VW Amarok V6 mit neuem 252 PS starken Aggregat im Extremtest im Oman

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Einfach nur mehr Power? Im Prinzip ja. Aber den neuen VW Amarok bin ich noch nie in der Wüste – die Dünen rauf und runter – und durch extreme Steinpisten gefahren. Deswegen war dieser Test im Rahmen der Amarok Adventure Tour im Oman nicht nur ein Abenteuer, sondern auch eine ganz besondere Erfahrung hinsichtlich der Bewertung von Offroad-Automobilen. Extremtest im Oman mit dem neuen 252 PS starken V6-Aggregat.


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Die Wüste ist eines der faszinierendsten Territorien unserer Erde

Sand so weit das Auge reicht. Am Horizont der Wüstenlandschaft verschmilzt das Beige des Sandes mit dem in goldenem Purpur getränkten Abendhimmel. Ich mittendrin. In Millionen von Kubikmetern Sand. Nach links, nach rechts, nach vorne, nach hinten – nach unten. Die Sonne knallt – und ich muss trotzdem die Scheibenwischer bemühen. Denn Sand ist hier überall – nicht nur am Boden.

Dass die Wüste so spektakulär sein kann, erwartete ich zwar – mein Verstand jedoch verarbeitet dieses Erlebnis auf seine ganz spezielle Art und Weise: mein Herz schlägt die ganze Zeit konstant hoch, Gänsehaut ereilt meinen Körper wie Fieberschübe und ich muss dabei auch noch hochaufmerksam bleiben; schließlich darf ich unter keinen Umständen im Sand versanden, denn die Nacht bricht herein und wir müssen unser Camp erreichen.

Galerie: Amarok Adventure Tour 2018 Oman

Amarok Adventure Tour 2018 Oman
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Kurz nach unserer Ankunft am Flughafen ging es ziemlich rasch in das Hinterland. Entlang der Küste waren die Straßen asphaltiert - Zeit also, sich mit dem Auto vertraut zu machen. (Bild: Uli Sonntag)

Einfach Gas geben, um so schneller das Camp zu erreichen, funktioniert nur bedingt. Denn mehr noch als Leistung ist persönliches Geschick gefragt. Dünen immer diagonal anfahren und behutsam mit dem Gaspedal spielen – niemals Schub herausnehmen oder gar bremsen. Und Aufpassen: nach dem Erklimmen einer Düne geht es oftmals steil hinab – niemals schräg absteigen. Ganz schön viele Regeln, und extrem viel Spielraum für Fehler.

VW Amarok V6 mit 271 PS Overboost

Zurecht wurden wir bei der ersten Fahrvorstellung des damals ganz neuen VW Amarok gefragt, warum wir einen Pick-Up in und um München testen. Völlig sinnfrei. Aber es war eben die einzige Möglichkeit, das Auto an einem Tag überhaupt zu fahren. Besser als nichts. Mit der Einwöchigen Ausfahrt in den Oman – bei der Amarok Adventure Tour 2018 – habe ich die Möglichkeit, den Amarok in jenem Gebiet zu fahren, wo er hingehört: in die Wüste, in das Gebirge und in den Staub.

Leistung ist zwar nicht ausschlaggebend, jedoch gibt sie mir Sicherheit. Im Sinne von: man kann sie abrufen, sollte man sie benötigen. 271 PS stehen beim starken Motor des VW Amarok V6 sogar kurzzeitig zur Verfügung – mittels Overboost-Funktion. Das ist angesichts des Drehmoments von 580 Nm ganz schön stark. Eigentlich völlig übermotorisiert für sandige Pisten. Aber wir sind ja bei der Amarok Adventure Tour nicht nur in den Dünen unterwegs.

Von der Wüste zur steilen Schotterpiste

Zeitsprung. Wir fahren in Kolonne von Maskat in Richtung Bait Bimah. Ein mittlerweile zur Touristenattraktion gewordenes Loch mit herrlich klarem und warmem Wasser. Von dort aus sollte es 20 Stunden (siehe Video) in die Berge bis zur zweitgrößten Höhle der Welt gehen – dem Majlis al Jinn. Und nein: nicht über asphaltierte Straßen mit leichtem Gefälle, sondern über Schotter-, Staub- und Erdstraßen mit teilweise Steigungen von bis zu 40 Grad. Ein starker Motor ist hier sicherlich von Vorteil.

Diesen gibt es beim VW Amarok übrigens in der Highline- und Aventura-Version. Wir wissen, dass alle Amarok-Fahrzeuge mit einem V6 ausgestattet sind. Das macht sie zu außergewöhnlichen Pick-Ups mit ebenso überdurchschnittlich starken Herzen. Und das spürt man auch – selbst beim leistungsschwächsten Aggregat.

Gerade auf den Schotterpisten im Hinterland des Sultanats schätzt man das Achtgang-Automatikgetriebe in Kombination mit den 252 Diesel-PS überaus. Der Pick-Up fühlt sich mächtig an – dank seiner Luftfederung, seiner hohen Qualität im Interieur und seiner robusten Statur. Selbst bei Steigungen von rund 40 Grad auf losem Untergrund fühlt es sich an, als wäre der VW Pick-Up unterfordert: seine vier Räder krallen sich an jedem Staubpartikel so fest, dass es den Hang nahezu ohne Mühen hinauf geht. Natürlich tun die elektronischen Regelungssysteme ihr Übriges dazu.

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Nicht vom Gas gehen. Nicht zu viel Gas geben. Nicht zu viel lenken. Immer die Dünen seitlich anfahren. Ganz schön viele Regeln. Und dementsprechend ganz schön viel Spielraum für Fehler.

Erweiterter Serienumfang im VW Amarok V6 mit 252 PS

Dachhimmel, Säulenverkleidungen und weitere Dachelemente im Modell Amarok Aventura sind in Titanschwarz ausgeführt. Diese ergeben zusammen mit der Ausstattung der Sitze in Nappaleder Titanschwarz ein tatsächlich einheitliches, ansprechendes Bild. Die neue Top-Motorisierung steht beim Amarok Aventura auf 20-Zoll-Rädern ‚Talca‘ in Dark Graphite, mit glanzgedrehter Oberfläche. Die Lackierung der Fahrzeuge heißt Ravennablau.

Zur Serien-Ausstattung des neuen 190 kW-V6 Amarok Highline und Amarok Aventura gehören weiterhin Funktionen wie Bi-Xenon-Frontscheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht. Das Licht- und Sicht-Paket (‚leaving‘ und ‚coming home‘-Funktion, Scheibenwischer-Intervallschaltung mit Regensensor) genauso wie Nebelscheinwerfer mit Abbiegelicht und elektrisch anklappbare Außenspiegel sind zudem im Aventura Serie, im Highline als Extra erhältlich.

Das optional verfügbare RCS, kurz für Roll-Cover-System, eine bewegliche Abdeckung der 2,52 Quadratmeter großen Cargobox, ist nun in silbern schimmernder Aluminium-Optik ausgeführt. Die Abdeckung schützt beispielsweise vor Staub, Feuchtigkeit und unliebsamen Einblicken. Und zur Not kann man darunter auch übernachten. Die Größe der Cargobox stellt übrigens ebenfalls ein Benchmark in diesem Pickup-Segment dar. Zudem ist der Design-Unterfahrschutz vorne unter dem Frontend des Amarok Aventura jetzt in Silber durchgefärbt.

Der Startpreis des neuen Amarok mit dem stärksten Motor in Deutschland liegt bei 51.384,20 Euro inklusive Mehrwertsteuer.

Darf es auch ein bisschen weniger Leistung sein? Ebenfalls beeindruckend! Zum Fahrbericht:

Benjamin Brodbeck

Benjamin Brodbeck ist 27 Jahre alt und studierte Automobilwirtschaft bei Prof. Dr. Diez. Danach wechselte er an die Universität Wien, wo er Publizistik- und Kommunikationswissenschaften studierte und mit dem akademischen Grad 'Magister der Philosophie' abschloss. Neben seiner Tätigkeit als Jazz-Pianist bringt er seine Leidenschaft für und sein Wissen von Automobilen in Form und Sprache als Publizist bei AUTOmativ.de sowie zahlreichen weiteren Plattformen zum Ausdruck.

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