VW Arteon Shooting Brake eHybrid: Intelligentes Energie-Management mit Zieleingabe?

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Nach unserem Test mit dem Arteon Shooting Brake als 2.0 TDI mit 110 kW (150 PS) haben wir jetzt den neuen Arteon eHybrid als Shooting Brake im Test. Mit einer 13 kWh-Batterie und 3,6 kW maximalem Ladestrom steht er ziemlich lang an der Säule. Aber wenn er dann mal geladen ist, kann man sehr effizient mit ihm unterwegs sein. Ein Alltagstest – mit Zieleingabe!


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So lange Einkaufen geht nicht

Per Typ2-Ladekabel geht es beim VW Arteon Shooting Brake eHybrid vorne neben dem VW-Zeichen mit 2,3 oder optional 3,6 kW Wechselstrom los. Und das dauert in der Regel lange. Immerhin müssen 13 kWh der lustigen Elektronen in den Akku.

Und da meistens zwischen 3,3 und 3,4 kW wirklich geladen werden, dauert es entsprechend länger. Rein nach Adam Riese (und ohne die abfallende Ladekurve eines jeden Ladevorgangs ab 80 Prozent) dauert alleine das schon knapp vier Stunden. Was um Himmels Willen soll ich denn bei Aldi alles kaufen?!

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Bildschönes Auto, integriert sich perfekt in die Umwelt.

Nun, laden ist nicht alles – schon klar. Und vollladen auch nicht. Die Krux am E-Auto- oder Hybrid-Fahren ist ja auch, sein Kabel überall einzustecken. Eigentlich was für echte Männer. Wieso es trotzdem eher in Mode ist, den Kupferschlauch bei Leasing-Rückgabe in der versiegelten Tüte zu übergeben? Rätselhaft. Vielleicht wiegt 0,5er Geld eben doch mehr als zwei symmetrische Zöpfe. Die EU wird’s schon richten.

Es geht auch effizient(er)!

Aber – wie so oft: Ein anderer Umgang führt einen widerstandsloser zum Ziel. Wer mittels vorausschauendem und intelligentem Fahren den Akku seines Arteon Shooting Brake eHybrid während der Fahrt per geschicktem Fuß per Rekuperation lädt, hat schon etwas gut bei Greta. Und schont seinen Geldbeutel. Wer über das Fahr- oder Batterie-Menü im Multimediasystem auch noch einstellt, den Energiespeicher während der Fahrt aktiv aufzuladen, freut sich über eine rasch geladene Batterie. Im Gegenzug rückt aber auch die Tankstelle etwas näher.

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Mittels dieses Menüs kann man den Wunsch-Ladestand der Batterie auch während der Fahrt definieren: Mehr, weniger oder Ladestand speichern (für später) kann man dort auswählen.

Obwohl: Der subtile Befehl des „Ladens der Batterie“, den es bei früheren GTE-Modellen einmal gab, ist zu Gunsten der Anzeige des Ladestands verschwunden. Und natürlich auch zu Gunsten des Benzinverbrauchs. Stieg bei jenen Modellen der Verbrauch beim Laden während der Fahrt sprunghaft ins Nicht-vertretbare an. Das ist heute besser und deutlich effizienter gestaltet.

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Laden bis es dunkel wird. Zumindest war das bei uns so, weil die Batterie auf 3 % war.

Bitte aktive Routenführung an!

Das Geheimnis des Elixiers der Effizienz ist die aktive Routenführung. Wirklich wahr. Das System des VW Arteon Shooting Brake eHybrid berechnet anhand unzähliger Faktoren (Straßenführung, Topografie, Verkehrsbehinderungen, etc.) nicht nur die ideale Route, sondern auch das ideale Energiemanagement für diese Strecke. Und dabei wird bei Fahrten, die über die rein elektrische Reichweite von über 50 Kilometern (WLTP: 59 Km) gehen nicht etwa erst die Batterie im rein elektrischen Modus leer gefahren, sondern die effizienteste Unterstützung der Otto-Maschine angestrebt.

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Modernes und sportlich gehaltenes Interieur, sehr ordentlich verarbeitet.

Heißt: Das Ganze funktioniert nur im Hybridmodus. Generell startet ein Volkswagen Hybrid ja im E-Modus. Das muss man durch einen Tastendruck umstellen. Danach gibt man eine Zieladresse ein (und vielleicht auch wieder den Rückweg, sofern es beim Zwischenziel keine Möglichkeit gibt, das Auto zu laden). Auf Überland- und Autobahnfahrten dann am besten noch den Travel Assist aktivieren und das Auto machen lassen. Mit diesen beiden Befehlen setzt man eine ganze Armada an Berechnungen in Gang, die immer und fortwährend die beste Energieeffizienz des Gesamtfahrzeugs im Blick haben. Und das ist wahrlich beeindruckend.

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Für längere Reisen ideal: Die großzügigen Platzverhältnisse im Fond des Arteon Shooting Brake.

4,5 Liter Verbrauch im Arteon eHybrid

In unserem Test kamen wir auf 4,5 Liter Verbrauch auf nahezu 100 gefahrenen Kilometern zwischen Wolfsburg und Braunschweig. Mit nicht einkalkulierten Umwegen von rund 25 Kilometern, mit zwei Mal volle Lotte Gasgeben im GTE-Modus und mit 3 Kilometer fahren im rein elektrischen Modus (im Wohngebiet). Angesichts der Fahrzeugmasse von rund 1,7 Tonnen und der Spirenzien, die wir durchführten, ein echt verdammt guter Verbrauch. Basis dafür: Ein zu 80 Prozent geladenes Auto.

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Vollgepackter Motorraum – sieht auch aus wie ein Labor. Moderne Technik trifft auf intelligente Software. Das macht VW echt gut.

GTE-Mode cool, angenehme Geräuschkulisse

Der Arteon Shooting Brake eHybrid (natürlich gibt es ihn auch ohne Shooting Brake als ganz normale Limousine) entwickelt 115 kW (156 PS) und wird durch einen 85 kW (115 PS) starken E-Motor unterstützt. Daraus resultiert eine Systemleistung von 160 kW (218 PS); das maximale Systemdrehmoment beträgt 400 Nm. Die E-Maschine bildet zusammen mit dem für diesen Einsatz konstruierten 6-Gang-DSG (DQ400e) eine Einheit. So ist das Modul direkt an die Kurbelwelle des quer eingebauten Benziners angeflanscht.

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Aufgefallen ist, dass das kleine Urgestein aus dem VW-Konzern – der kleine 1,4-Liter-Vierzylinder (TFSI) – in Kombination mit der E-Maschine ganz gut klingt. Er hat beim Beschleunigen in hohen Drehzahlen das Dröhnen abgelegt und klingt – mit elektronischer Soundverstärkung im Interieur – ganz ordentlich.

Man könnte sogar schon fast von „satt“ sprechen. Eine Beschleunigungsorgie bleibt dennoch aus. Und von Außen klingt es beim Beschleunigen nach wie vor nach Luftpumpe. Wir haben nichts anderes erwartet – und das ist für dieses Auto auch ok so. Schließlich gibt es ja noch den Arteon R. Bei 222 Km/h erreicht die Geschwindigkeit ihren Höhepunkt. Mit 7,8 Sekunden von 0 auf 100 Km/h fangen die Reifen nicht an zu schmelzen.

Gute Fahrwerksabstimmung

Obwohl der eHybrid mit 1.734 Kilogramm viel schwerer ist als normale Arteon-Modelle, macht es Freude, ihn über die Straßen zu bewegen. Die Lenkung mit variablem Übersetzungsverhältnis ist leicht, aber äußerst genau und bietet eine gute Reaktion. Die Lenkung bleibt auf schnelleren Landstraßen leicht, wird jedoch schärfer, während die aktive Steuerung der Dämpfereinheiten dafür sorgt, dass die Karosserie gut kontrolliert wird.

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Preise zum Arteon eHybrid

Ab sofort sind der neue Arteon und der Arteon Shooting Brake eHybrid bestellbar. Preise in Deutschland: ab 51.064,37 Euro für den Arteon eHybrid mit Schrägheck und ab 51.927,06 Euro im Falle des Arteon Shooting Brake eHybrid. 

Jetzt: Arteon Hybrid oder Diesel?

Bei einigen Herstellern – wie zum Beispiel Toyota – hat der Hybrid ja den Diesel ersetzt. Volkswagen setzt aber nach wie vor auf den Dieselantrieb – und das zurecht. Gerade jetzt mit TwinDosing, also der doppelten Abgasreinigung ist jeder VW Diesel sauberer als Omis Rollator. Und stößt deutlich weniger CO2 als ein Benziner. Andererseits wird der Hybrid grade als Zukunfts-Antriebstechnologie vermarktet und gehandelt. Also: Was soll man kaufen unter Berücksichtigung von Lautstärke, Fahrleistung und Fahrspaß?

Lautstärke und Abrollgeräusche

Als ich den Vorgänger-Arteon als Diesel gefahren bin, war ich über die Geräuschentwicklung im Innenraum sehr überrascht. Er war ganz schön laut. Lenkradvibrationen gab es obendrauf. Passte so gar nicht zu diesem edlen Automobil.

Der neue Arteon als 2.0 TDI ist vollkommen laufruhig und mit niedriger Geräuschentwicklung im Innenraum versehen. Da wurde hinsichtlich Dämmung vom Motorraum zur Fahrgastzelle richtig viel getan. Ganz genau so beim Hybrid: Der 1.4-Liter-Vierzylinder dröhnt selbst bei höheren Drehzahlen unter Last nicht mehr so stark wie die Vorgänger-GTE-Volkswagen. Also: Beide Arteon, ob als Diesel oder Hybrid, hinsichtlich Geräuschentwicklung top.

Achtung, das ist der Vorgänger-Arteon bei uns im Test.

Fahrleistung und Fahrspaß

Nun, die Fahrleistungen des potenten 2.0 TDI (Diesel) mit 150 PS sind – gefühlt – etwas besser als beim Arteon eHybrid mit 156 PS. Aber das ist reines Empfinden. Das Fahren im rein elektrischen Modus des Arteon Hybrid ist wunderschön. Für die Langstrecke würde ich dennoch immer zum Diesel greifen.

Und wer mehr Power beim Diesel haben möchte, nimmt ein Upgrade vor und nimmt sich den 200 PS-starken 2.0 TDI. Dann geht es richtig vorwärts.

Fazit zum Arteon eHybrid Shooting Brake

Der Shooting Brake bietet ein bisschen mehr Platz als sein Fastback-Geschwister, ohne an Leistung oder Dynamik zu verlieren. Wenn man von seinem Design beeindruckt ist (wir sind es), den Platz sinnvoll nutzen kann und die Idee mag, diese schöne Karosserie als Hybridfahrzeug zu fahren, ist es eine Überlegung wert. Aber aufpassen: 110 Liter Kofferraumvolumen gehen im eHybrid an die Batterie verloren. So bleiben noch 1.497 Liter durch Umklappen der Rückbank. Das geht schon noch klar.

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Wer übrigens gerne unbedingt schneller Laden können würde, schaue sich einmal beim schwäbischen Stern um. Sie bieten Hybride zwar oftmals mit einer geringeren Batteriekapazität an, die aber teilweise mit 22 kW laden können. Da muss man sich dann beim Einkaufen schon beeilen …

Bewertung VW Arteon Shooting Brake eHybrid
 Optischer Eindruck ++++
 Qualität Karosserie +++++
 Lackqualität Karosserie ++++
 Qualität im Interieur ++++
 Sitzkomfort Cockpit ++++
 Sitzkomfort Fonds ++++
 Digitales Bedienkonzept ++++
 Raumangebot (bezogen auf das Segment) +++
 Innenraumgeräusch / Dämmung ++++
 Lenkung +++
 Spurtreue ++++
 Fahrwerk ++++
 Motor +++
 Getriebeabstimmung ++++
 Innovation ++++
 Preis k.A.
 Gesamteindruck ++++
 +++++ = Maximum
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Benjamin Brodbeck

Benjamin Brodbeck ist 30 Jahre alt und studierte Automobilwirtschaft bei Prof. Dr. Diez. Danach wechselte er an die Universität Wien, wo er Publizistik- und Kommunikationswissenschaften studierte und mit dem akademischen Grad 'Magister der Philosophie' abschloss. Neben seiner Tätigkeit als Jazz-Pianist bringt er seine Leidenschaft für und sein Wissen von Automobilen in Form und Sprache als Publizist bei AUTOmativ.de sowie zahlreichen weiteren Plattformen zum Ausdruck.