ZEIT Zukunftsgipfel im Stuttgarter Schloss: So schnell fahren wir noch nicht rein elektrisch!

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Es ist der erste warme und sonnige Tag in Stuttgart seit einer längeren Periode, das Neue Schloss in Stuttgart strahlt – selbst die vielen schwarzen S-Klassen des Zeit-Fahrservices scheinen die Kraft der Sonne genussvoll in sich aufzunehmen. Die Stimmung ist entsprechend gut: OB Fritz Kuhn rechtfertigt sich, Daimler-Vorstand Thomas Weber überzeugt, Hans-Dietrich Genscher klärt auf und Ministerpräsident Winfried Kretschmann lockert die Gesichter der Zuhörer.


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Oberbürgermeister Kuhn rechtfertig seine städtische Verkehrspolitik.

„Ich muss das halt einfach tun. Die Leute erwarten das von mir und deswegen bin ich gewählt“ – dies war die eigentliche Kernaussage des Stuttgarter Grünen-Oberbürgermeisters zum Thema Verkehrspolitik und die damit verbundenen hohen Feinstaubwerte in der Innenstadt. Die Feinstaubwerte seien natürlich deswegen so konkurrenzlos hoch, weil Stuttgart diese einzigartige Kessellage habe und der Staub nicht wegziehe, sondern „gefangen“ sei. Die gesamte Rede von Fritz Kuhn glich einer Art Entschuldigung vor Automobilfans und -industrie, aus Angst, er könne nicht in den Kreis der Konferenz aufgenommen werden.

Galerie: ZEIT Zukunftsgipfel 2014

ZEIT Zukunftsgipfel 2014
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Daimler-Vorstandsmitglied Thomas Weber: „das autonome Fahren ist Realität!“

Beeindruckende Technologien, unglaubliche Ideen und eine entspannt-lockere Präsentation: die Zukunft des autonomen Fahrens ist Gegenwart geworden. Schon jetzt besitzen Daimler und Bosch ein Fahrzeug, das zuverlässig und ohne menschliche Eingriffe Strecken im normalen Straßenverkehr absolviert. Bewiesen hat dies eine autonom fahrende Mercedes-Benz S-Klasse, die eine historische Strecke nachgefahren ist (siehe Video). „Eine Fähigkeit besitzt dieses Fahrzeug nicht“, witzelt Thomas Weber, „denn als eine ältere Dame an einem Zebrastreifen stand und das Auto lächelnd durchwinkte, zeigte die Oberklasselimousine keine Reaktion, da dieses Muster nicht einprogrammiert war!“

Der Humor des Ministerpräsidenten Kretschmann. Großartig.

Neben weiteren hochkarätigen Referenten – Hans-Dietrich Genscher im Interview mit BR-Fernseh-Chef Professor Gottlieb, Thomas Burkhardt, Vizepräsident des ADAC und der russische Botschafter S.E. Wladimir M. Grinin – gab auch Winfried Kretschmann ein Interview: mit kurzen und glasklar pointierten Antworten. So erzählte er (während er auf seinem handgeschriebenen Zettel spicken musste), dass er ab Herbst eine S-Klasse mit 69 Gramm CO2 in Empfang nehmen wird.

Damit sehe er sich als Vorbildperson und alle anderen sollten es ihm nachmachen. Auf die Frage, ob seine Freundschaft mit dem Daimler-Vorstandsvorsitzenden denn schon etwas in Baden-Württemberg bewegt habe – außer den kostengünstigeren Bezug der Oberklasse-Limousinen – beantwortete er die Frage mit ja, denn Anreize wären geschaffen, Elektro-Smarts der Daimler-Tochter CAR2GO seien in der Stadt zur freien Miete für jedermann unterwegs und der grüne Gedanke implementiere sich so langsam in die Köpfe.

Das Programm aufgelockert hat auch der aus der Harald-Schmidt-Show bekannte Bandleader und Pianist Helmut Zerlett. Schade war nur, dass manche Zuhörer dies nicht schätzten und die überzogene Zeit der Reden bei ihm kompensiert wurde.

 

Copyright Bilder: Sina Julia

Benjamin Brodbeck

Benjamin Brodbeck ist 28 Jahre alt und studierte Automobilwirtschaft bei Prof. Dr. Diez. Danach wechselte er an die Universität Wien, wo er Publizistik- und Kommunikationswissenschaften studierte und mit dem akademischen Grad 'Magister der Philosophie' abschloss. Neben seiner Tätigkeit als Jazz-Pianist bringt er seine Leidenschaft für und sein Wissen von Automobilen in Form und Sprache als Publizist bei AUTOmativ.de sowie zahlreichen weiteren Plattformen zum Ausdruck.

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