BMW Alpina auf BMW 7er-Basis: Erstes Modell mit über 300 km/h über die Teststrecke in Nardò
BMW treibt die Entwicklung des ersten Serienmodells der neu erworbenen Marke BMW Alpina voran. Bei Hochgeschwindigkeitstests im italienischen Nardò fährt der noch getarnte Alpina auf Basis des BMW 7er über eine längere Zeit 300 km/h. Im Mittelpunkt stehen dabei Fahrstabilität, Komfort und eine gleichmäßige Leistungsentfaltung. Für die BMW Group konkretisiert das Fahrzeug den Ausbau ihres exklusiven Modellangebots.
Die neue BMW Alpina nimmt Gestalt an: Heute gibt BMW zum ersten Mal öffentlich Einblicke in die Hochgeschwindigkeitserprobung ihres ersten Serienmodells. Schauplatz ist der 12,6 Kilometer lange Rundkurs im süditalienischen Nardò. Ein begleitendes Video zeigt, wie das getarnte Fahrzeug die Marke von 300 km/h überschreitet. Eine konkrete Höchstgeschwindigkeit nennt BMW bislang nicht.
Optisch lässt sich das Fahrzeug als Ableitung des BMW 7ers einordnen. Die Mitteilung selbst nennt allerdings weder die endgültige Modellbezeichnung noch Leistungsdaten. Bestätigt ist ein V8-Motor, dessen Abstimmung hohe Fahrleistungen mit zurückhaltendem Ansprechverhalten verbinden soll.

BMW Alpina: Hohe Geschwindigkeit mit Langstreckenkomfort
Unter dem Leitgedanken „Speed, not Sport“ positioniert BMW Alpina das neue Modell als schnelles Langstreckenfahrzeug. Entscheidend sei nicht allein das erreichbare Tempo, sondern wie selbstverständlich und stabil sich das Auto dabei fahren lasse, erklärt Markenchef Oliver Viellechner in der Mitteilung von BMW. Die Erprobung konzentriert sich entsprechend auf das Zusammenspiel von Motor, Fahrwerk und Aerodynamik. BMW beschreibt eine dynamische, zugleich komfortorientierte Fahrwerksabstimmung und eine aerodynamisch optimierte Karosserie. Die Ausrichtung setzt damit auf souveränes Reisen bei hohem Tempo.
V8, 20-Speichen-Räder und vier ovale Endrohre
Zu den charakteristischen Details gehören Leichtmetallräder mit 20 Speichen. Sie wurden gemeinsam mit spezifisch abgestimmten Reifen entwickelt. Eine zusätzliche Schaumschicht in den Reifen soll zum angestrebten Komfort und zur Präzision beitragen. Am Heck trägt das Fahrzeug vier ovale Auspuffendrohre. Für den V8 kündigt BMW ein über einen großen Drehzahlbereich verfügbares maximales Drehmoment an, nennt jedoch keinen Zahlenwert. Eine besondere Motorsteuerung und Gaspedalkennlinie sollen die Leistung gleichmäßig freigeben, ohne ein aggressives Ansprechverhalten zu erzeugen.

Von der Familienmanufaktur zur BMW-Marke
Hinter dem neuen Modell steht ein grundlegender Wechsel: Alpina war jahrzehntelang ein eigenständiges Familienunternehmen, das in enger Zusammenarbeit mit BMW besonders leistungsstarke und komfortorientierte Automobile entwickelte. 2022 vereinbarte die BMW Group den Erwerb der Alpina-Markenrechte, die zum 1. Januar 2026 auf den Konzern übergingen. Seitdem wird BMW Alpina als exklusive Marke innerhalb der BMW Group geführt. Das Unternehmen der Gründerfamilie wurde dabei nicht als Ganzes übernommen. Die Familie Bovensiepen setzt ihre automobilen Aktivitäten unterdessen unter dem eigenen Namen fort. Andreas und Florian Bovensiepen führen das von ihrem Vater Burkard gegründete Familienunternehmen weiter und entwickeln unter der Marke Bovensiepen eigene Fahrzeuge. Damit gehen zwei Linien aus der bisherigen Geschichte hervor: BMW führt die Marke Alpina im Konzern weiter, während die Gründerfamilie mit Bovensiepen einen eigenständigen Weg verfolgt.

