Der Sin R1 ist der bulgarische Supersportler mit Corvette-Power

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Wir haben ihn schon einmal kennengelernt, den Sin R1, als wir letztes Jahr schon über die bulgarische Neuerscheinung am Sportler-Himmel sprachen (ausführliche Bildergalerie hier). In der GT4-Klasse räumt der bulgarische Sportwagen mit Corvette-Motor Podiumsplätze in Übersee ab, die Serienfertigung für die Straße soll bald beginnen. Allerdings ist der damalig veranschlagte Preis von 88.000 Euro leider nicht mehr aktuell. Auf dem diesjährigen Autosalon in Genf haben wir das für rund 5 Millionen Euro weiterentwickelte Fahrzeug noch einmal besser kennengelernt – und sehen durchaus Potential, auch wenn er am Heck zugegebenermaßen schon sehr gewöhnungsbedürftig aussieht.

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Das Heck des Sin R1 ist schon ein wenig gewöhnungsbedürftig

Bulgarischer Sportler Sin R1 mit Chevy Corvette-Motor

Es gibt mehrere Leistungsstufen für den Sin R1: so reichen die Leistungskennzahlen von 430 bis 660 PS – das ergibt ein Leistungsgewicht von bis zu 1,9 Kilogramm/PS! Dass hier die Luzi abgeht, ist schon anhand der Zahlen offen ersichtlich.

Ungewöhnlich ist, dass man die Abstimmung per Schalter in zehn Stufen verstellen kann. So ist für jede Wetter- und Temperaturbedingung immer die richtige Abstimmung voreingestellt.

Der Motor kommt von Chevrolet und ist in der Corvette verbaut. Der 6,2 Liter V8 wurde von Sin überarbeitet und verfügt über die aktuellsten Emissions-Vorschriften. Zusätzlich verbaut Sin noch eine Titan-Klappen-Abgasanlage.

Geschaltet wird über ein manuelles Sechsgang-Schaltgetriebe von Oerlikon Graziano. Alternativ stehen auch zwei sequentielle Alternativen zur Wahl.

Gewicht dank Karbon: 1.250 Kilogramm

Die Karosserie und das Cockpit mit allen Interieur-Elementen ist aus Voll-Karbon. Zulieferer gibt hier bei Sin nicht: alle Karosserieteile werden in Eigenregie produziert.

Das Chassis als auch der Spaceframe-Rahmen, der aus kaltgeformten T45-Röhren besteht, ist FIA-homologisiert. Das Straßenfahrzeug wiegt aufgrund der gleichen Teile exakt so viel, wie das Rennfahrzeug – 1.250 Kilogramm.

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Hauptsache coole Flügeltüren und ein Alien-Gesicht: der Sin R1 schaut intergalaktisch aus

Motorsport-Equipment vom Feinsten

Beim Fahrwerk der beiden Varianten (Renn/Straße) kommen Pushrod-Feder- und Dämpfereinheiten von Ohlins zum Einsatz. Optional kann ein Lifiting-System verbaut werden.

Die 360 mm großen Bremsen, die serienmäßige 19 Zoll Räder mit Michelin Pilot Sport Cup 2 Reifen (optional 20 Zoll) abbremsen müssen, kommen von AP Racing.

Aerodynamik

Nun, es gibt tatsächlich schöner designte Heckpartien. ABER: der Sin R1 scheint eine unglaublich ausgeklügelte Aerodynamik zu haben. So hat er bei einer Geschwindigkeit von 160 Km/h rund 4o0 Kilogramm Abtrieb (46% Front, 54% Heck). Das ist zwar nicht so viel wie Porsche 917 oder Apollo und reicht nicht, um an der Tunneldecke zu fahren (dafür sind 160 Km/h auch zu wenig), aber es ist eine beeindruckende Größe, die manch’ Kurve zu einer Geraden macht.

Die Gewichtsverteilung liegt bei 38 zu 62 (Front zu Heck). Ziemlich aggressive Auslegung – das wird auf jeden Fall ein ungewöhnliches Fahrerlebnis.

Totale Individualisierung bei Sin

Sin ist ein unglaublich kleiner und exklusiver Hersteller. Gerade einmal zwei Dutzend Mitarbeiter arbeiten an den Fahrzeugen. Dass hier keine 500 Fahrzeuge im Jahr entstehen können, ist klar. Und so klein und exklusiv der Hersteller, so individuell kann man auch auf Kundenwünsche eingehen. Praktisch alles ist möglich.

Und das heißt: alle Farben, Sichtkarbon und nahezu alle Interieur-Ausstattungen.

Der Preis der Straßenversion wird bei rund 145.000 britischen Pfund (ohne Steuer) starten, das wären ungefähr 180.000 Euro. Also leider nichts mehr mit den anfänglich angepeilten 88.000 Euro.

 

Benjamin Brodbeck

Benjamin Brodbeck ist 32 Jahre alt und studierte Automobilwirtschaft bei Prof. Dr. Diez. Danach wechselte er an die Universität Wien, wo er Publizistik- und Kommunikationswissenschaften studierte und mit dem akademischen Grad 'Magister der Philosophie' abschloss. Neben seiner Tätigkeit als Jazz-Pianist bringt er seine Leidenschaft für und sein Wissen von Automobilen in Form und Sprache als Publizist bei AUTOmativ.de sowie zahlreichen weiteren Plattformen zum Ausdruck.

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