Lamborghini Centenario: Das Grande Finale auf dem Autosalon Genf 2016

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„Buongiorno signori e signore, benvenuto a Geneva!“ Dies waren elf Jahre lang die Anfangsworte des deutschen Vorstandsvorsitzenden von Automobili Lamborghini, Stefan Winkelmann, zur Pressekonferenz in Genf, den man optisch und charakteristisch sofort als Italiener identifizieren würde. Doch mit der Vorstellung des Lamborghini Centenario dieses Jahr war es der letzte Akt für ihn auf der weißen Bühne; irgendwann musste es ja so kommen. Irgendwann musste wieder jemand im Volkswagen-Konzern die Führungspositionen umstellen. Es ist ja nicht gerade so, als dass im Großkonzern viel zu lange nichts passiert – Dieselgate sei „Dank“. Nun, eine der größten Ikonen der Automobilindustrie, Stephan Winkelmann, räumt nach elf überaus erfolgreichen Jahren seinen Posten bei Lamborghini und wechselt zur Quattro GmbH. Stefano Domenicali, ein Motorsportfunktionär, der unter anderem den Rennstall Scuderia Ferrari leitete – aber wegen Erfolglosigkeit zurücktreten musste – folgt auf ihn.


Winkelmann im Einklang mit Lamborghini wie kein anderer

Im Alter von einem Jahr zieht Winkelmann, der Sohn eines Diplomaten, nach Rom und legt dort an der deutschen Schule sein Abitur ab. Später studiert er in München Politikwissenschaften und findet erst im Jahr 1993 in die Automobilindustrie – erst bei Mercedes-Benz, später für Fiat und Alfa Romeo. Vor elf Jahren wechselte er an die Spitze von Automobili Lamborghini.

Galerie: Lamborghini Centenario auf dem Genfer Autosalon 2016

Lamborghini Centenario auf dem Genfer Autosalon 2016
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Lamborghini Centenario auf dem Genfer Autosalon 2016

So ist es also auch kein Wunder, dass er auf den ersten Blick als waschechter Italiener eingestuft wird: die Aussprache, die Art der Präsentation – locker, niemals ein Teleprompter, dementsprechend frei und voller Emotion für seine Produkte – und sein optisches Erscheinungsbild machten ihn zu „Signore Lamborghini“.

Doch die Zeit ist vorbei. An seine Stelle tritt nun Stefano Domenicali, ein gescheiterter Ferrari-Sportfunktionär, der vor allem den Lamborghini Urus vorantreiben und zur Marktreife bringen soll. Winkelmann geht zur Quattro GmbH, der Tochterfirma von Audi, und kümmert sich nun um alle Audi-RS-Spitzenmodelle mit Allradantrieb.

Aus internen Konzernkreisen hört man, dass dies eine der schlechtesten Entscheidungen war, Winkelmann abzuziehen. Nach dem Motto: „never change a running system“. Auch von Ferdinand Piech sagt man, dass er Stefan Winkelmann nie abgezogen hätte, weil er selbst unglaublich begeistert von ihm war. Die Person Winkelmann gehörte automatisch zu allen Lamborghini Modellen dazu – zwar im Scheinwerferlicht, aber nur zu gegebenem Anlass und sehr zurückhaltend. Einfach perfekt.

40 Lamborghini Centenario zu einem Preis von 1,75 Mio bereits ausverkauft

Der Lamborghini Centenario präsentierte vor ein paar Tagen anlässlich des 100. Geburtstages von Firmengründer Ferruccio Lamborghini auf dem Genfer Automobilsalon den Lamborghini Centenario – ein auf 20 offene und 20 geschlossene Varianten limitierter Supersportwagen aus einer Voll-Karbon-Karosserie mit 770 PS aus einem V12 Saugmotor.

Der V12 Saugmotor beschleunigt den Lamborghini Centenario von 0-100 km/h in 2,8 Sekunden, von 0-300 km/h in 23,5 Sekunden und sorgt für eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 350 km/h. Der Bremsweg aus 100 km/h bis zum Stillstand beträgt 30 Meter. Monocoque und Karosserie bestehen komplett aus Carbonfaser und sorgen so für das geringe Gewicht von 1.520 kg und ein Leistungsgewicht von nur 1,97 kg/PS.

Technische Innovationen sind unter anderem: Hinterachslenkung, Internet, Webradio, Telemetrie und Apple CarPlay.

Bereits lange vor der offiziellen Präsentation waren alle Einheiten an ausgewählte Kunden verkauft. Lamborghini will mit dieser Vorauswahl sichergehen, dass die Autos auch gefahren und bewegt werden – und nicht in irgendwelchen Garagen oder Sammlungen verwesen.

Der Preis ohne Steuern startete bei 1,75 Millionen Euro.

Benjamin Brodbeck

Benjamin Brodbeck ist 29 Jahre alt und studierte Automobilwirtschaft bei Prof. Dr. Diez. Danach wechselte er an die Universität Wien, wo er Publizistik- und Kommunikationswissenschaften studierte und mit dem akademischen Grad 'Magister der Philosophie' abschloss. Neben seiner Tätigkeit als Jazz-Pianist bringt er seine Leidenschaft für und sein Wissen von Automobilen in Form und Sprache als Publizist bei AUTOmativ.de sowie zahlreichen weiteren Plattformen zum Ausdruck.

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