Na endlich: der neue Renault Mégane R.S. Trophy mit 300 PS ist da!

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Man steigt in den Mégane R.S. und fühlt sich wie in einem Maßanzug. Die Schalensitze passen perfekt, die Sitzposition ist wie in einem Rundstrecken-Rennwagen. Er ist extrem leicht auf der Hinterachse und fährt sich im Grenzbereich zickig (siehe Video). Aber er macht schon mit 280 PS verdammt viel Spaß. Wie das jetzt mit 300 PS und 420 Nm Drehmoment sein wird? Ich möchte bitte nicht mehr aussteigen. Und ja: ich empfehle die Doppelkupplung für den neuen Renault Mégane R.S. Trophy – Schande über mich!


Renault Mégane R.S. Trophy mit 300 PS und 400 bzw. 420 Nm

Der Renault Mégane R.S. war dieses Jahr eine der größten fahrdynamischen Überraschungen bei meinen umfangreichen Tests von Automobilen. Er fährt sich so messerscharf, ist leistungsstark, klingt hammer und fühlt sich im Interieur einfach perfekt an. Das heißt nicht, dass die Verarbeitung im Interieur gut ist – sie ist in Ordnung. Darauf kommt es mir bei einem derartigen Fahrzeug nicht so sehr an. Hauptsache Alcantara überall da, wo man beim Landstraße-Fegen hinfasst.

Galerie: Renault Mégane R.S. Test

Renault Mégane R.S. Test
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Und genau dieser Bolide bekommt ab sofort noch mehr Leistung. Nichts was ich nicht erwartet hätte, aber ich spüre schon wieder meine unruhigen Hände und hippeligen Finger, während ich diese Zeilen schreibe. 300 PS ziehen jetzt an der Vorderachse des neuen Renault Mégane R.S. Trophy und beschleunigen ihn in 5,7 Sekunden von 0 auf 100 Km/h. Ganz gleich ob man von Hand schaltet oder mit dem Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe.

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Letzteres empfehle ich übrigens, denn das manuelle Sechsgang-Schaltgetriebe ist ein bisschen hakelig. Man gewöhnt sich daran, aber es gibt schöner agierende Schaltboxen. Außerdem sind die Paddles hinter dem Lenkrad verdammt cool. Und ich persönlich glaube niemals, dass irgendjemand so schnell wie der Doppelkuppler schalten kann. Einziger Nachteil, wenn man die Doppelkupplung ordert: man bekommt kein mechanisches Sperrdifferential für die Vorderachse. Ich hoffe, dass dies in sehr naher Zukunft geändert wird, aber bei meinem Test auf der Rennstrecke in Jerez war das noch so.

Bei der Trophy-Version gibt es 400 Nm Drehmoment, wenn man das Schaltgetriebe ordert und 420 Nm im Falle des Doppelkupplungsgetriebes. Auch wieder eine komische Bedingung. Aber so sind sie halt, die Franzosen. Nett, aber manchmal komisch – oder nicht ganz zu Ende denkend.

Mehr Leistung dank weniger Widerstand im Turbolader

Das Geheimnis der Mehrleistung entspringt größtenteils dem Twin-Scroll-Turbolader. So wurde Keramik anstelle von Stahl eingesetzt. Keramik ist leichter, härter und glatter, so dass die Renault Sport Entwickler die Reibungswerte dritteln konnten. Tatsächlich muss man sich vorstellen, dass der Lader im Renault Mégane R.S. rund 200.000 Umdrehungen in der Minute absolviert. Wenn hier der Widerstand gedrittelt werden konnte, bedeutet das eine enorme Effizienzsteigerung.

Darüber hinaus kann durch die geringere Reibung auch der Abgasgegendruck reduziert werden. Der ist nämlich durch den Ottopartikelfilter, der durch die neuen europäischen Grenzwerte verpflichtend geworden ist, deutlich gestiegen. Ich sage das nicht oft, aber Audi hätte sich bei der Entwicklung des TTS-Facelifts mal Renault zum Vorbild nehmen können. Renault verliert nämlich keine Leistung.

Klappenanlage direkt im Endschalldämpfer

Damit der 1,8 Liter kleine Vierzylinder mit Twin-Turboaufladung nicht unangenehm dröhnt, erhält nur die Trophy-Variante eine Auspuffklappe im Endschalldämpfer, mit der sich der Fahrzeugsound regulieren lässt. Bei geschlossener Klappe werden die tiefen Frequenzen zugunsten der mittleren Frequenzen ausgefiltert. Ergebnis soll damit eine sportlich-sonore Geräuschkulisse sein, die insbesondere im Alltag und auf längeren Strecken angenehm und unaufdringlich klingt. Bei geöffneter Klappe verringert sich der Strömungswiderstand – die Abgase können so einen direkteren Weg nehmen.

Erkennungsmerkmal des Renault Mégane R.S. Trophy ist der rote Stern in der 19 Zoll großen Felge.
Erkennungsmerkmal des Renault Mégane R.S. Trophy ist der rote Stern in der 19 Zoll großen Felge.

Optionales Cup-Fahrwerk beim Trophy Serie

Beim normalen Renault Mégane R.S. gibt es das Cup-Fahrwerk optional. Beim Trophy ist das jetzt Serie. Es verfügt über 25 Prozent straffere Stoßdämpfer und 30 Prozent straffere Federn sowie um 10 Prozent festere Querstabis. Und da das Cup-Fahrwerk mit der mechanischen Vorderachsquersperre in der Optionsliste zusammenhängt, gab es damals kein Doppelkupplungsgetriebe für diese Version. Ich frage hier noch einmal nach und gebe dann möglichst rasch ein Update hier in diesem Beitrag.

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Zu den fahrdynamischen Komponenten kommen noch serienmäßig 19 Zoll Räder mit roten Applikationen (nur optisches Erkennungsmerkmal der Trophy-Version), die Allradlenkung (die auch die normale Version hat) sowie Verbundguss-Bremsscheiben dazu. Pro Rad verringern sie die ungefederten Massen um 1,8 Kilogramm. Ab 2019 werden alternativ zu den serienmäßigen diamantpolierten „Jerez”-Rädern mit roten Zierelementen optional die neuen, geschmiedeten „Fuji” Felgen verfügbar sein, ebenfalls im 19-Zoll-Format. Sie werden das Gewicht pro Rad nochmals um zwei Kilogramm verringern.

Renault Megane R.S. Trophy 3 - Na endlich: der neue Renault Mégane R.S. Trophy mit 300 PS ist da!

Los geht es bei 38.590 Euro

Erkennungsmerkmal der Trophy-Varianten ist der typische rote Streifen am Luftleitblech in der Frontschürze. Recaro-Sportschalensitze gibt es optional. (man sollte sie nehmen, denn damit sitzt man 20 Millimeter tiefer und wird vom Auto umschlossen.)

Die Preise für den neuen Mégane R.S. TROPHY starten bei 38.590 Euro für die Handschaltvariante und 40.490 Euro für das Modell mit Doppelkupplungsgetriebe. Marktstart in Deutschland ist Ende 2018.

Update (Stand 19.07.2018): Die folgenden Ausstattungsvarianten gibt es derzeit:

R.S. TCe 280 MT                                  Cup-Paket optional. Bereits bestellbar
R.S. TCe 280 EDC                                Cup-Paket optional. Aktuell noch nicht bestellbar
R.S. Trophy TCe 300 MT                    Cup Paket serienmäßig
R.S. Trophy TCe 300 EDC                  Cup Paket serienmäßig

Technische Daten des Renault Mégane R.S. Trophy auf einen Blick

Werte für Variante mit 6-Gang-Schaltgetriebe (Stand Juli 2018)

 Renault Mégane R.S. technische Daten
Motor  
Bauart / Material Block / Kopf Reihenvierzylinder, DOHC / Aluminium / Aluminium
Ventile pro Zylinder 4
Hubraum (cm3) 1.798
Bohrung x Hub (mm) 79,7 x 90,1
Max. Leistung (kW/PS) 220 / 300
Max. Drehm. mit 6-Gang-Schaltgetriebe (Nm) 400
Nockenwellenantrieb Steuerkette
Kraftstoffbedarf Super (95 Oktan) / Super Plus (98 Oktan)
Gemischaufbereitung Direkteinspritzung / Turbolader
Abgasreinigung / Abgaseinstufung Dreiwegekatalysator, Partikelfilter / Euro 6d-Temp
Kraftübertragung / Übersetzungen  
Antriebsart / Getriebe Frontantrieb / 6-Gang-Schaltgetriebe
Fahrleistungen / Verbrauch1  
Höchstgeschwindigkeit (km/h) 260
Beschleunigung (0-100 km/h in s) 5,7
Verbrauch kombiniert (l/100 km) 8,1
CO2 (g/km) 183
Tankvolumen (l) 50
Fahrwerk / Bremsen / Lenkung  
Reifendimension / Räder 245/35 R 19 / J x 19
Fahrdynamikregelung ESP mit USC und ASR
Bremssystem vorn / hinten (mm) ABS mit EBV / Notbremsassistent / Scheiben, innenbelüftet (355) / Scheiben, innenbelüftet (290)
Bauart Lenksystem Elektrische Servolenkung, geschwindigkeitsabhängig
Wendekreis innen (m) 10,3
Gewichte / Lasten  
Leergewicht (kg) 1.419
Zulässiges Gesamtgewicht (kg) 1.899

Benjamin Brodbeck

Benjamin Brodbeck ist 27 Jahre alt und studierte Automobilwirtschaft bei Prof. Dr. Diez. Danach wechselte er an die Universität Wien, wo er Publizistik- und Kommunikationswissenschaften studierte und mit dem akademischen Grad 'Magister der Philosophie' abschloss. Neben seiner Tätigkeit als Jazz-Pianist bringt er seine Leidenschaft für und sein Wissen von Automobilen in Form und Sprache als Publizist bei AUTOmativ.de sowie zahlreichen weiteren Plattformen zum Ausdruck.

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