Neuer Audi TT (2018): Sitzprobe im exklusiven und auf 999 Einheiten limitierten Sondermodell

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Gut, dass es das Marketing gibt. So können Autos entstehen und verkauft werden, die von sich aus nie eine Chance hätten. Audi stellte mir vor rund vier Monaten die facegeliftete Version des TT vor – im Kleid eines auf 999 Einheiten limitierten Sondermodells. Ich stand vor dem Auto und dachte: das kennst Du doch?! Kurzum: der neue Audi TT schaut im Prinzip aus wie der alte TTS. Und der neue TTS ist kaum von seinem Vorgänger zu unterscheiden. Und auch das Spitzenmodell – TT RS – bleibt wie gewohnt. Erste Sitzprobe im Sondermodell Audi TT „20 years“!


Exklusives Sondermodell gleich zu Beginn

Normalerweise stellen die Hersteller ihre Sondermodelle immer am Ende des jeweiligen Produktlebenszyklus zum Händler. So wird versucht, die Attraktivität einer Baureihe möglichst lange aufrecht zu erhalten. Porsche zum Beispiel ist darin Meister. Da der Audi TT aber nicht so unglaublich gut läuft, fehlt folglich die Kohle für umfangreichere Änderungen an der Außenhaut – von der Technik ganz zu schweigen. Also bietet Audi gleich zu Beginn ein auf 999 Einheiten limitiertes Sondermodell an. Es soll eine Hommage an die Konzeptstudie von 1995 sein, dem Audi TT Roadster.

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Die ursprüngliche Konzeptstudie zum Audi TT: im Jahr 1995 wurde dieses vorgestellt, drei Jahre später wurde der Audi TT in den Markt eingeführt und war von Anfang an ein absolutes Design-Highlight.

Während die Konzernschwester Porsche ihre Facelifts bei der zweisitzigen 981- bzw. 718-Baureihe deutlich überarbeitet hat, wird beim Audi TT einfach das vordere und hintere PU-Teil des TTS angeschraubt. Fertig ist das Facelift. Selbe Motoren, selbe Fahrwerkstechnik, selbes Interieur. Gut, man könnte auch argumentieren, ein TT ist einfach mittlerweile eine Design-Ikone, die keine frische-Updates benötigt. Ok. Aber dann muss man auch kein Facelift ankündigen – und einfach nichts daran ändern.

S-Formensprache schon im normalen TT

Aber man kann es auch positiv sehen: jeder bekommt jetzt auch beim normalen TT das s-line-Paket serienmäßig. Oder anders ausgedrückt: jeder fährt jetzt mit einem Audi TTS herum – auch wenn er nur 197 PS unter der Haube hat. Das muss derzeitige TTS-Besitzer natürlich ungemein freuen.

Eins ist doch "neu": die seitlichen Lufteinlässe sind beim TT jetzt in matt silber ausgearbeitet. Das ist kongruent mit der derzeitigen Designsprache der S- und RS-Modelle. Die Farbe heißt übrigens Vegas Yellow - und ist echt scharf!
Eins ist doch „neu“: die seitlichen Lufteinlässe sind beim TT jetzt in matt silber ausgearbeitet. Das ist kongruent mit der derzeitigen Designsprache der S- und RS-Modelle. Die Farbe heißt übrigens Vegas Yellow – und ist echt scharf!

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Wie Sie sehen, sehen Sie kaum einen Unterschied. Nicht einmal in der Kommunikationsfarbe. Die obere Frontansicht ist der aktuelle (alte) TTS, das untere Modell ist der neue „normale“ TT. Tatsächlich bin ich mir gerade unsicher, ob der untere TT mit dem optionalen S-Line Paket ausgestattet ist und die Frontpartie deswegen über den silbernen „Flügel“ verfügt. Der Kühlergrill trägt eine S-Prägung und waagrechte, in Chrom ausgeführte Lamellen. Ansonsten ist alles ziemlich gleich – bis auf den durchgezogenen, in mattem Silber lackierten „Flügel“ in RS-Optik, der wahrscheinlich zum optionalen s-line-Paket gehört.

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Alt oder neu? Hauptsache Sondermodell. 999 Einheiten gibt es insgesamt – entweder man entscheidet sich für das Coupé oder für den Roadster. Preise sind noch nicht final bestätigt.

Sondermodell Audi TT „20 years“ ganz schön, aber …

Das Sondermodell Audi TT „20 years“ ist nichts für Performance-orientierte Kunden, denn – auch wenn es so aussieht – es steckt kein TTS unter der Karosserie. Semi-sportliche 245 PS gibt es stattdessen. Und exklusives BiColor-Leder im Interieur sowie die Lackierung in Pfeilgrau und Felgen im RS-Look. Klingen soll er ordentlich, aber nicht anders, als ein normaler TT. Auch da hatte ich mir mehr erwartet, schließlich gibt es spezielle Endrohre am Heck. Da helfen auch die OLED-Heckleuchten nicht mehr.

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Also fassen wir mal zwischendurch zusammen: der modellgepflegte Audi TT ist weitestgehend unverändert gegenüber seinem Vorgänger. Er bekommt die Schürzen des stärkeren TTS. Das Sondermodell sieht aus wie ein TTS, hat RS-Felgen, BiColor-Leder im Interieur, OLED-Rückleuchten und Endrohre mit veränderter Optik, aber ohne Klangerlebnis und nur 245 PS Leistung. Na dann.

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Ganz ok, dieses BiColor-Leder mit den gelben Nähten. Aber ganz ehrlich? So besonders ist das Jubiläumsmodell wirklich nicht.

Neuer Audi TTS mit weniger Leistung als sein Vorgänger

Augen auf beim Händler: der aktuelle TTS ist mit 310 PS stärker als sein jetzt Nachfolger. Schuld daran ist der Ottopartikelfilter, der am Endrohr Leistung schluckt. Audi hat es nicht hinbekommen, diese Leistung durch andere Maßnahmen aufrecht zu erhalten. Ist nicht wild, aber bei Sportwagen ist es immer ein nachteiliges Signal, wenn ein Auto plötzlich weniger Leistung hat, als sein unmittelbarer Vorgänger. 

Audi TT RS wie immer sportlich offensiv

Der Audi TT RS ist schon immer eine Wucht gewesen. Der Motor ist ein Gedicht – der Sound eine Wonne und die Optik grandios aggressiv. Verändert hat sich daran kaum etwas – weder im Positiven noch im Negativen. Nur, dass auch solch ein Auto eben irgendwann auch mal alt wird. Aber noch ist es nicht so weit. Man kann ihn immer noch anschauen und dahinschmelzen.

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Das 2.5-TFSI-Aggregat hat 400 PS und 480 Nm Drehmoment. Es steht von 1.700 bis 5.850 Umdrehungen pro Minute bereit. Das TT RS Coupé beschleunigt in 3,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h, der Roadster in 3,9 Sekunden. Den Top-Speed regelt Audi bei 250 km/h ab, auf Wunsch erst bei 280 km/h.

Die Preise für das TT Coupé beginnen bei rund 35.000 Euro. Den TT Roadster gibt es ab rund 37.500 Euro. Beim TTS liegen die Grundpreise bei rund 54.500 Euro für das Coupé und bei rund 57.000 Euro für den Roadster.

Benjamin Brodbeck

Benjamin Brodbeck ist 27 Jahre alt und studierte Automobilwirtschaft bei Prof. Dr. Diez. Danach wechselte er an die Universität Wien, wo er Publizistik- und Kommunikationswissenschaften studierte und mit dem akademischen Grad 'Magister der Philosophie' abschloss. Neben seiner Tätigkeit als Jazz-Pianist bringt er seine Leidenschaft für und sein Wissen von Automobilen in Form und Sprache als Publizist bei AUTOmativ.de sowie zahlreichen weiteren Plattformen zum Ausdruck.

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