Skoda Karoq 2.0 TSI 4×4 Sportline (2022) im Test: SUV mit bissle GTI

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Wie viel Leistung braucht ein mittelgroßes SUV um Fahrspaß zu liefern? Der 2,0-Liter-Vierzylinder des Skoda Karoq leistet in der Top-Endstufe immerhin 190 PS. Damit geht es in rund 7 Sekunden von 0 auf 100 Km/h. Zumindest leistungstechnisch gibt es nicht mehr viel Luft zum Polo GTI – selbst zum Golf GTI mit 245 PS oder zum Porsche Macan Basis sind es nicht mehr so viele PS. Aber Leistung ist nicht alles, schon gar nicht bei einem Skoda SUV. Trotzdem: Ein bisschen GTI steckt im Facelift des Skoda Karoq. Wie viel, das finden wir heraus!


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Große Räder, tiefe Schürze, sportliche Sitze

Nicht nur, dass es im 4,38 Meter kurzen Skoda Karoq Facelift jetzt Matrix-LED-Scheinwerfer optional gibt – auch nachhaltige Materialien halten Einzug in den Innenraum. Und neue Ausstattungsoptionen gibt es genau so wie eine angepasste Preisstruktur. Nach oben versteht sich. Dazu fährt er sich ziemlich knackig und präzise. Ziemlich rundes Gesamtpaket!

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Ganz schön sportlich: Das Interieur des Skoda Karoq 2.0 TSI 4×4 Sportline

Fahrbericht zu Ende? Könnten wir machen, denn alles Wichtige ist damit gesagt. Doch bei allem Lob für dieses durchaus stimmige Auto sei gesagt: Wir fuhren die Topversion, die mit rund 47.000 Euro Neupreis zu Buche schlägt. Das ist angesichts des Basispreises von 26.000 Euro für den Karoq eine Menge Holz.

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Leuchtend und stilprägend für die Sportline-Ausführung ist die Farbe „Velvet Rot Metallic“, die 620 Euro Aufpreis kostet. An der Front zieht sich ein sportliches PU-Teil ziemlich weit Richtung Boden, 19 Zoll große Räder sorgen für einen selbstbewussten Auftritt. Sie kosten 620 Euro Aufpreis. Erstmals im Skoda Karoq gibt es jetzt Matrix-LED-Scheinwerfer optional für die unteren Linien – in der Top-Ausführung sind sie Serie. Und auch die Rücklichter in kristalliner Optik gibt es in der Sportline dazu.

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Gute Sitzposition, qualitativ gutes Interieur

In unserem Testwagen war das Paket „Traveller Basic“ mit Frontradarassistent für ACC bis 210 km/h, USB-C Ladeanschluss am Innenspiegel, Verkehrszeichenerkennung, Notfall- und Stauassistent sowie Adaptiver Spurhalteassistent für 910 Euro sowie das Simply Clever Paket für 110 Euro und das Parken Plus Paket mit – unter anderem – der 360 Grad Kamera für 1.510 Euro an Bord. Macht schon Sinn diese Optionen zu nehmen, denn der Karoq ist ein Langstrecken-SUV für den Urlaub, für die Dienstreise – und für den Wochenend-Ausflug ans Meer.

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Die Qualität von Knöpfen, Schaltern, Oberflächen und Materialien entspricht der Vorstellung des Gesamtpreises des Autos. Skoda macht hier einfach einen sehr guten Job.

Ebenfalls wichtig: Das große Multimediasystem Amundsen. Das kostet weitere 510 Euro Aufpreis, lohnt sich aber genau so wie die elektrische Heckklappe für 630 Euro.

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Die Sitzposition im Skoda Karoq war schon immer gut – im Sinne von „sportlich“ -, die Sitze umschließen einen so überzeugend, dass man auch mal flotter durch die Kurven fliegen kann. Das ist nicht die Parade-Disziplin des Skoda-SUV, reicht aber für launige Ausflüge mit der Familie oder mit Freunden. Das Leben ist schließlich um zu leben – und niemand möchte ein lommeliges Auto durch die Kurven steuern, das so aussieht wie ein GTI-SUV.

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Sportliche Fahrdynamik im Skoda Karoq Sportline

Wenn Sportline schon draufsteht, muss Sport auch drin sein – unsere Devise. Und auch wenn einige uns dann schreiben: „Wenn ich einen SUV haben will, brauche ich kein sportliches Auto“, oder auch „warum pocht ihr immer auf Sportlichkeit, nur weil man da ein Sport-Paket buchen kann?“ Ja, weil wenn es draufsteht, nehmen wir es auch sehr ernst. Nichts ist schlimmer als „Sport“ im Modellnamen zu haben aber eine Krücke vor dem Herrn zu sein. Das grenzt ja fast schon an Vortäuschung falscher Tatsachen.

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Nichts davon ist im Skoda Karoq Facelift zu spüren: Im der sportlichen Abstimmung im „Individual“-Modus oder gar im Sport-Modus gibt es in Kurven exzellentes Feedback von der Lenkung, der Vorderwagen steuert präzise ein und führt das gesamte Chassis ordentlich durch die Kurve. Im Cockpit hat man jederzeit die vollste Kontrolle und Möglichkeit der Regulierung. Auch hängt der 190-PS-Benziner gut am Gas, selbst das manuelle Schalten über die Paddles hinter dem Lenkrad bereitet Freude. Da hat die ganze Familie etwas davon, ganz sicher.

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Auch im Fond sitzt man sehr komfortabel und hat eine gute Umsicht. Das war auch schon beim Vorgänger so.

Anhängelast Skoda Karoq und Gewichte

Mit seinen 320 Nm Drehmoment und Allradantrieb kann der Skoda Karoq 1,9 Tonnen Anhängelast ziehen. Das ist schon sehr gut und reicht für die meisten Aktivitäten. Die maximale Stützlast des 1,6 Tonnen schweren SUV liegt bei 90 Kilogramm, die Dachlast bei 75 Kilogramm.

Fazit

Im Prinzip hatte ich es oben im Text schon geschrieben: In der getesteten Top-Ausführung „Sportline“ macht der Skoda Karoq in seiner neuesten Modellgeneration 2022/2023 eine echt gute Figur. Das gesamte Auto macht einfach Sinn hinsichtlich Gesamtpaket, Fahr-Charakteristik und Ausstattung.

Die leichte Anfahrschwäche jetzt beim neuen Doppelkupplungsgetriebe ist eine Volkswagen-Konzern-Krankheit und wurde hauptsächlich durch die Rückmeldungen der Kunden und Kundinnen ausgelöst. Da kann Skoda nichts dafür. Jetzt ist es eben so – man kann sich aber durchaus daran gewöhnen. Bei einem Polo GTI stört mich das eher als bei einem Karoq.

Wer einen anderen Motor möchte: Es gibt fünf Motoren der aktuellen Evo-Generation des Volkswagen Konzerns zur Wahl. Die beiden Diesel- und drei Benzinaggregate decken eine Leistungsspanne von 81 kW (110 PS) bis 140 kW (190 PS) ab. Der von uns hier getestete 2,0 TSI mit 140 kW (190 PS) ist nur für den Karoq Sportline vorbehalten und verfügt serienmäßig über Allradantrieb. Beim 2,0 TDI mit 110 kW (150 PS) ist der 4×4-Antrieb optional erhältlich.

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Benjamin Brodbeck

Benjamin Brodbeck ist 31 Jahre alt und studierte Automobilwirtschaft bei Prof. Dr. Diez. Danach wechselte er an die Universität Wien, wo er Publizistik- und Kommunikationswissenschaften studierte und mit dem akademischen Grad 'Magister der Philosophie' abschloss. Neben seiner Tätigkeit als Jazz-Pianist bringt er seine Leidenschaft für und sein Wissen von Automobilen in Form und Sprache als Publizist bei AUTOmativ.de sowie zahlreichen weiteren Plattformen zum Ausdruck.