Audi stellt legendären Fünfzylinder-Motor in Europa ein – Euro-7 verschärft den Druck
Audi beendet vorerst den Einsatz seines ikonischen 2,5-Liter-TFSI-Fünfzylinders in Europa. Grund dafür sind die ab Ende 2026 geltenden Euro-7-Abgasvorgaben, die der aktuelle Motor ohne grundlegende Neuentwicklung nicht mehr erfüllen kann.
Aus für eine Legende
Der 2,5 TFSI mit 400 PS und 500 Nm Drehmoment sowie seiner charakteristischen Zündfolge ist zweifelsohne eines der emotionalsten Aggregate der Marke und ist aktuell ausschließlich im Audi RS 3 im Einsatz. Zuvor waren auch ausgewählte und streng limitierte Volkswagen Konzern-Derivate wie beispielsweise der Cupra Formentor VZ5 mit dem Fünfzylinder ausgestattet. Wie aus Unternehmenskreisen bestätigt wurde, wird die Produktion des Motors im ungarischen Werk Győr mittelfristig eingestellt. Parallel dazu soll auch die Fertigung des RS 3 dort im Laufe des Jahres 2027 auslaufen.
Eine Anpassung an die neuen Emissionsstandards hätte laut Hersteller tiefgreifende technische Änderungen am Grundkonzept des Motors erfordert. Vor dem Hintergrund der strategischen Fokussierung auf Elektromobilität sowie enormer Kostendruck im Unternehmen wurde daher entschieden, keine neue Entwicklungsstufe des Fünfzylinders mehr aufzulegen.
Audi Fünfzylinder lebt international weiter
Ein sofortiges Ende bedeutet das jedoch nicht. In ausgewählten Märkten außerhalb Europas, darunter Nordamerika, soll der Motor vorerst weiterhin angeboten werden, da dort teilweise weniger strenge Emissionsvorgaben gelten.
Dennoch endet in Europa für Audi eine Motoren-Ära, die seit 1976 besteht. Erstmals kam der Fünfzylinder im Audi 100 der Baureihe C2 auf den Markt und sollte die Marke in höheren Leistungs- und Imagebereichen positionieren. Weltweite Bekanntheit erlangte das Aggregat später im Audi Quattro der 1980er-Jahre, wo der turboaufgeladene Motor in Kombination mit Allradantrieb maßgeblich zum Rallye-Erfolg der Marke beitrug.
Motor prägt auch das Audi Werk in Györ
Besonders charakteristisch ist die bis heute teilweise handgefertigte Produktion im Werk Györ. Der Motor entsteht dort in einem spezialisierten Fertigungsprozess mit zahlreichen manuellen Montageschritten an über 20 Stationen. Mit dem geplanten Auslaufen des Aggregats entfällt damit nicht nur ein technisches Alleinstellungsmerkmal, sondern auch eines der letzten verbliebenen emotional geprägten Verbrenner-Konzepte im Portfolio des Herstellers.
Eine Nachfolgegeneration des Fünfzylinders ist – nach aktuellem Stand – nicht vorgesehen.

