Ford Focus FCV (2005)

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Fords Brennstoffzellenauto FC5 nutzte eine Technologie, die drei Jahre zuvor im Mercedes NECAR3 präsentiert wurde: den Methanol-Reformer, der aus dem Alkohol Wasserstoff gewinnt und so Wasserstofftanks überflüssig macht. Von Dauer war der Ausflug in die Methanolumwandlung jedoch nicht, denn bereits im nächsten Jahr kehrte Ford mit dem FCV wieder zum Wasserstoff-Drucktank zurück.


Galerie: Ford Focus Fcv 2005

Ford Focus Fcv 2005
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Wasserstoffbetriebene Familienlimousine?

Das damals noch revolutionäre System baute auf einem viertürigen Ford Focus auf, der einem integrierten Brennstoffzellenstack der Firma Ballard ausgestattet wurde – eine Kooperation von DaimlerChrysler, Ballard und Ford. Mit einer Spitzengeschwindigkeit von 130 km/h und einer Reichweite von 160 Kilometern bot der FC5 nichts grundsätzlich Neues.

Neu war jedoch die Dimensionierung des Methanol-Reformers, der beim NECAR3 noch den kompletten hinteren Teil des A-Klasse Fahrzeugs, in das er integriert war, ausfüllte: In der neuen viertürigen Limousine blieb Platz genug für 5 Passagiere, während im Mercedes-Prototyp neben Chemielabor und Kraftwerk nur zwei Personen transportiert werden konnten.

Mit mehr als 1700 Kilogramm war der Focus FC5 immer noch vierhundert Kilo schwerer als das Serienmodell, doch von außen ließ sich das Wasserstoffauto kaum noch vom Serienfahrzeug unterscheiden. Damit war der Methanolwandler ein ganzes Stück näher an die Alltagstauglichkeit gerückt – ein großer Schritt, wenn man die Abmessungen des ersten Prototyps bedenkt.

Focus FC5: Leistungsschau der Brennstoffzellentechnik

So sollte der Focus FC5 vor allem den Fortschritt in der Entwicklung der Brennstoffzellentechnologie vorführen: im neuen Mark 900-Brennstoffzellensystem reichte inzwischen ein einziger Stack aus, um den Antrieb mit Energie zu versorgen, während der Methanol-Reformer sich inzwischen in einer handelsüblichen Limousinen-Karosserie unterbringen ließ, ohne den Passagierraum zu beeinträchtigen. Auf der North American International Auto Show in Detroit wurde das neu dimensionierte, auf höhere Energieeffizienz getrimmte Antriebssystem erstmals vorgestellt. Einen Westentaschen-Reformer konnte Ballard freilich auch nicht zaubern: Auf einen Kofferraum musste der FC5 verzichten, denn der war mit Komponenten des Wasserstoff-Erzeugungssystems gefüllt.

Die Methanolträume währten nicht lange, und für Ford sollte es der einzige Ausflug ins Reich der Onboard-Wasserstofferzeugung bleiben. 2009 zog sich der US-Konzern aus der kostenintensiven Brennstoffzellenforschung zurück.

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