Jaguar F-Type R Coupé im Test: Diese Wildkatze ist alles andere als gezähmt!

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Zwei verschiedene Welten: Landstraße folgt auf Rennstrecke. Es ist unglaublich, wie unterschiedlich sich 550 PS anfühlen können – macht doch der stärkste F-Type im Vergleich zur 6-Zylinder-S-Version auf der Rennstrecke manche Kurve zu einem Abenteuer mit kurzfristig ungewissem Ausgang. Auch ist der Unterschied (auf der Rennstrecke) zwischen dem neuen Coupé und dem Cabriolet hinsichtlich Verwindungssteifigkeit enorm. Optisch ist die Engländerin zweifellos eine Augenweide. Ein kurzer Test des Jaguar F-Type R Coupé.


Das F-Type S Coupé schätzt die kraftvolle Harmonie.

Auf der Rennstrecke herrscht immer pure Ehrlichkeit. So konnte das F-Type R Coupé seine leichte Nervosität nicht ganz verbergen: obwohl viele High-Tech-Komponenten, wie zum Beispiel eine Keramikbremse, Torque Vectoring und ein überarbeitetes Sportfahrwerk an Bord sind, bedingt deren Zusammenarbeit und Abstimmung beim Fahren am Limit einen unbarmherzigen und absolut erfahrenen Piloten. Verglichen mit einem Porsche 911 ist der F-Type temperamentvoller.

Galerie: Jaguar F-Type R Coupe

Jaguar F-Type R Coupe
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Diese Eigenschaften hat das leistungsschwächere S-Coupé nicht – im Gegenteil: alles fühlt sich harmonischer, ausgeglichener und souveräner an; der Sound des V6-Triebwerks (mit der optional bestellbaren Sportabgasanlage) ist einmalig und im wertigen Interieur fühlt man sich wohl; funktional auf der Rennstrecke sowie angenehm auf der Landstraße. Einzig das Kommunikations-/Navigationssystem ist etwas kompliziert einzustellen, dafür lassen sich darüber viele Telemetriedaten (Fahrwerk, Getriebe, Lenkung, usw.) einfach und vollkommen individuell via Touch-Display anpassen.

Die Landstraße kaschiert gekonnt den lauten Charakter des F-Type R Coupés.

Das Temperament des englischen Sportwagens zeigt sich auf der Straße deutlich abgeschwächter als auf dem Rundkurs. So ist es erstaunlich angenehm, das F-Type R Coupé auf der Straße zu bewegen. Auch zügige Passagen auf schlechten Straßen beeindrucken das Fahrzeug nicht – die Insassen jedoch schon.

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Zurücklehnen und anschauen. Mehr nicht.

Seine geographische Herkunft kann das F-Type Coupé nicht leugnen – ist doch eine Ähnlichkeit in der Formensprache zu Aston Martin offensichtlich; besonders in der Seitenansicht ist dies gut zu sehen. Diese Ähnlichkeit ist kein Zufall, denn der aktuelle Chef-Designer von Jaguar war vorher in der gleichen Position bei Aston Martin.

Ihm ist es gelungen, das Fahrzeug unverkennbar britisch zu gestalten und mit einer unglaublichen Oberflächenspannung zu versehen (alleinig die Ungleichmäßigkeit verschiedener Fugen stört manchmal das Bild), dabei aber gleichzeitig typische Merkmale von Jaguar zu betonen und am Fahrzeug zu verarbeiten. Die selbstbewusste Kommunikationsfarbe „Firesand“ des R Coupés unterstreicht dabei die Emotionalität und stellt mit Hilfe des Sonnenlichtes und dem dabei entstehenden Farbverlauf die starken Linien der Karosserie in den Vordergrund.

Ab 67.000 Euro zu haben. Das Topmodell liegt bei 103.700 Euro.

Wer sich für einen fahraktiven, hochemotionalen und besonderen Sportwagen interessiert und einen vergleichsweise angemessenen Kaufpreis bezahlen will, für den ist das F-Type S Coupé genau das richtige.

Der Sound des V6 mit optional bestellbarer Klappenabgasanlage ist genauso reizvoll (sogar ein bisschen ähnlich) wie der des V8-Aggregates mit optional bestellbarem Klappenauspuff. Klar, mehr Leistung zieht die Mundwinkel immer nach oben, der Grundpreis von über 100.000 Euro dürfte dies aber bei einigen wieder neutralisieren. Beide Coupés machen aber wirklich großen Spaß – und sehen dazu noch unglaublich schön aus.

Benjamin Brodbeck

Benjamin Brodbeck ist 26 Jahre alt und studierte Automobilwirtschaft. Momentan befindet er sich in seinem Magister für Publizistik an der Universität Wien. Neben seiner Tätigkeit als Jazz-Pianist bringt er seine Leidenschaft für und sein Wissen von Automobilen in Form und Sprache als Publizist bei AUTOmativ.de zum Ausdruck.

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