Kia XCeed 1.6 T-GDI (2023) GT-Line im Test: Phänomenales Gesamtpaket für 37.000 Euro!

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Der Kia XCeed ist nicht durch Zufall ein Erfolgsmodell. Schon bei seiner Markteinführung im September 2019 waren wir vom Gesamtkonzept mehr als angetan: Hoher Komfort bei gleichzeitig hoher Fahrdynamik und Präzision – das ist seine Erfolgs-Mischung. Jetzt, im Jahr 2023 nach rund 120.000 verkauften Fahrzeugen in Europa wurde der Kia XCeed überarbeitet. Neben ein paar optischen Anpassungen kam auch eine GT-Line Ausstattungsversion hinzu. Und genau die hatten wir als 204 PS starke Top-Motorisierung im Test.

4,4 Zentimeter mehr Bodenfreiheit als der Kia Ceed

Mit den 18-Zoll-Rädern ausgestattet verfügt der Kia XCeed über eine Bodenfreiheit von 184 Millimetern. Damit liegt seine Karosserie rund 4,4 Zentimeter höher als die des Kia Ceed. Alle Modelle der Ceed-Familie haben einen Radstand von 2,65 Meter – lediglich in den Überhängen an Bug und Heck sowie in der Höhe und leicht in der Breite unterscheiden sie sich.

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Das Facelift des Kia XCeed bekommt einen neu gestalteten Kühlergrill und Anpassungen am Frontstoßfänger: So wurde beispielsweise das Lufteinlass-Design weiterentwickelt. Durch die Integration der LED-Nebelscheinwerfer in die Voll-LED-Scheinwerfer gewannen die Designer Raum für die seitlichen Lufteinlässe zu den Radhäusern, die jetzt als sogenannte “Air Curtains” funktionieren und die Aerodynamik der Front optimieren sollen.

In der Heckansicht gibt es für die GT-Line neu gestaltete Rückleuchten mit schlanker LED-Signatur. Das klare Design und die höher positionierte Karosserie lassen den Kia XCeed gut auf der Straße stehen. Der robuste Charakter des Modells wird auch durch die verkleideten Radläufe und Seitenschweller betont.

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Komfortables Reisen bei gleichzeitig präzisem Handling

Trotz Höherlegung der Karosserie und weicheren Federeinheiten (Federraten vorn um bis zu sieben, hinten um bis zu vier Prozent reduziert) steuert der Kia XCeed präzise und ohne Verzögerung in der Lenkbefehlsumsetzung durch die Kurven. Und das sogar auf Überlandstraßen mit eher schlechter Beschaffenheit.

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Wie alle Modelle der Ceed-Familie wird auch der Kia XCeed im Kia-Werk in Zilina in der Slowakei produziert. Übrigens zusammen mit dem Sportage auf einer flexiblen Fertigungsstraße.

Das Fahrzeug profitiert dabei nicht nur von seinen kompakten Außenmaßen, seinem relativ tiefen Schwerpunkt und von einem mit 1.421 Kilogramm immer noch vergleichsweise niedrigen Leergewichts; auch kommt ihm eine nochmals weiterentwickelte und spezifische Fahrwerksabstimmung zugute: Als einziges Modell der Ceed-Familie besitzt der Kia XCeed vorn Federbeine, deren Zugstufe durch einen hydraulischen Anschlag begrenzt wird. Der Anschlagspuffer schwimmt dabei in der Hydraulikflüssigkeit des Stoßdämpfers.

Und das macht sich vor allem auf schlechten Straßen bemerkbar (auf denen wir den Kia XCeed oben im Video getestet haben). Man merkt beim Durchfahren von engen Kurven, dass der Vorderwagen relativ ruhig und straff bleibt – ohne unkomfortable Schwingungen in das Cockpit zu leiten.

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Gegenüber dem Ceed-Fahrwerk wurden beim Kia XCeed weichere Federn und ein dynamischer Dämpfer für den hinteren Querträger verbaut. Letzterer wirkt Geräuschabmildernd und sorgt so für einen ruhigeren Innenraum.

Gerade nach dem Überfahren von kleinen Schlaglöchern reguliert er sich ziemlich schnell und beugt damit einem Nachfedern der Gesamtkarosserie vor. Ein weiterer Vorteil dabei: Die Rückmeldung der Straße kommt über die Lenkung gut an. Und mit einem ruhigen Vorderwagen, der souverän in Kurven einsteuert und das gesamte Fahrzeug somit dynamisch durch die Kurve zieht, hat man auch auf der Autobahn langfristig Freude.

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Besonders die GT-Line Version des Kia XCeed zeigt sich mit sportlichem Interieur: Es gibt – unter anderem – ein unten abgeflachtes Sportlenkrad, einen schwarzen Dachhimmel, einen mit perforiertem Leder bezogenen Schalthebel und Sitzbezüge mit speziellem „GT-line“-Design und -Logo.
Schon das Vor-Facelift-Modell des Kia XCeed von 2019 überzeugte.

Überhaupt gibt einem die Lenkung das Gefühl von Spannung und guter Ansteuerung der Vorderräder. Der Lenkwiderstand ist – gerade im Sport-Modus – perfekt ausgelegt und dimensioniert. Dahinter steht eine spezielle Programmierung der elektronischen Steuereinheit (ECU) der Lenkung. Sie beschleunigt die Rückmeldung auf Lenkimpulse.

Viel Leistung in der Top-Motorisierung

Die Beschleunigung der von uns getesteten Top-Motorisierung mit 150 kW bzw. 204 PS aus einem 1,6-Liter-Turbobenziner ist mit 7,5 Sekunden voll in Ordnung. Der Sprint fühlt sich weder zu sportlich noch zu lahm an. Lediglich verliert der nur mit Frontantrieb erhältliche Kia XCeed bei schlechten Wetterverhältnissen durch Schlupf an der Vorderachse ein wenig an Zeit.

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Der Gepäckraum des Kia XCeed fasst 426 Liter (bis Fensterunterkante, nach VDA). Durch Umklappen der Rückbank wächst das Volumen auf bis zu 1.378 Liter (bis Dachhöhe).

Für den XCeed stehen allgemein fünf Antriebsvarianten zur Wahl: drei moderne Turbobenziner, ein Diesel mit Mildhybridsystem und ein Plug-in Hybrid.

In der obersten Motorisierung ist das Sieben-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe serienmäßig. Die Abstimmung dieser Doppelkupplung ist sehr sanft – Ruckler bleiben aus. In manchen Situationen verhält sich das Getriebe wie eine Wandlerautomatik. Der zweitstärkste Benziner, der 1.5 T-GDI mit 160 PS sowie der 1,6-Liter-Diesel mit 136 PS können optional ebenfalls mit dem Sieben-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe bestellt werden. Serienmäßig verfügen sie über ein Sechsgang-Schaltgetriebe, das beim Diesel-Mildhybrid eine elektronisch gesteuerte Kupplung besitzt.

Gut eingebundenes, großzügig gestaltetes Multimediasystem

Das 26-cm-Navigationssystem (10,25 Zoll, ausstattungsabhängig) ermöglicht Bluetooth-Mehrfachverbindungen. Dadurch können zwei mobile Geräte gleichzeitig an das System angebunden werden. Aber Achtung: Eine gleichzeitige Telefonverbindung zweier Geräte geht ohne Umschalten im System nicht.

Die Ausführungen mit Kartennavigation oder einem Audiosystem mit 20,2-cm-Touchscreen (8 Zoll, ausstattungsabhängig) verfügen über eine Smartphone-Schnittstelle mittels Android Auto und Apple CarPlay mit Sprachsteuerung.

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Fazit zum Kia XCeed 1.6 T-GDI GT-Line (2023)

Das Facelift des Kia XCeed liefert ein gutes Gesamtpaket ab. Der Spagat zwischen Komfort und Fahrdynamik ist gelungen. Bedeutet also, dass er auf der Langstrecke als auch auf kurzen Überland-Strecken nicht nur Freude beim Fahren bereitet, sondern auch exzellent darauf abgestimmt ist.

Die Preise des Kia XCeed mit dem 1,6-Liter-Vierzylinder und als GT-Line beginnen bei 36.990 Euro. Die Metallic-Lackierung in “Celadongrün” kostet 620 Euro Aufpreis, das Leder-Paket (klare Empfehlung) kostet weitere 1.390 Euro. Damit belief sich der Testwagenpreis auf 39.000 Euro. Ein durchaus faires Angebot für so viel Auto.

Benjamin Brodbeck

Benjamin Brodbeck ist 33 Jahre alt und studierte Automobilwirtschaft bei Prof. Dr. Diez. Danach wechselte er an die Universität Wien, wo er Publizistik- und Kommunikationswissenschaften studierte und mit dem akademischen Grad 'Magister der Philosophie' abschloss. Neben seiner Tätigkeit als Jazz-Pianist bringt er seine Leidenschaft für und sein Wissen von Automobilen in Form und Sprache als Publizist bei AUTOmativ.de sowie zahlreichen weiteren Plattformen und Unternehmen zum Ausdruck.

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