Neuer Ferrari SF90 Stradale mit 1.000 PS und Allradantrieb

Leute, Leute – wo kommen wir da nur hin. Eintausend PS Leistung für einen Ferrari mit V8-Motor in Kombination mit einem elektrischen Antriebssystem. Seine Optik ist purer Techno in Symbiose mit Science-Fiction. Kamen wir uns bislang mit dem McLaren 720S Spider vor, als kämen wir vom Mond, kommen wir uns mit dem Ferrari SF90 Stradale wahrscheinlich vor, als kämen wir vom Mars. Atemberaubend spektakulär – und irgendwie wieder richtig schön, dieser neue Super-Ferrari.


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Stradale – eine legendäre Bezeichnung

Die Bezeichnung „Stradale“ erweckte in mir immer Gänsehaut. Besonders der F430 Stradale war eine absolute Augenweide – und etwas ganz Besonderes dazu. Blieb er doch mit seinen beiden über die gesamte Karosserie mittig gezogenen Streifen für immer in meinem Kopf. Sie sollten ausdrücken, dass die besonders starke Version des F430 eigentlich auf der Rennstrecke zu Hause ist, für die Straße jedoch legal gemacht wurde. Genau das bedeutet übrigens auch der Zusatz „Stradale“: Von der Rennstrecke auf die Straße. Auch Lamborghini verwendete den Begriff bei einer Sonderversion des Gallardo, war damit jedoch nie so präsent wie Ferrari.

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Der neueste Stradale kommt ohne Rallyestreifen aus. Und doch bekommt er diesen Zusatz, weil er eigentlich für die Rennstrecke konzipiert ist – auf der Straße aber fahren darf. Ganze 1.000 PS mobilisiert der Ferrari SF90 Stradale. Und das bei einem Gewicht von 1.569 Kilogramm. Das ist nicht leicht für einen Supersportwagen an sich; berücksichtigt man aber seinen eingebauten elektrischen Antriebsstrang, relativiert es sich wieder.

1,57 Kilogramm pro PS, Allradantrieb

Wichtig ist das Leistungsgewicht. Und so kommt der Ferrari SF90 Stradale auf 1,57 kg/PS und ein Anpressdruck von 390 kg bei 250 km/h. Damit setzt sich erstmals in der Geschichte der Marke Ferrari ein V8 an die Spitze. Dazu noch: Der SF90 Stradale eröffnet mit seinem ersten serienmäßigen PHEV (Plug-in Hybrid Electric Vehicle) ein ganz neues Kapitel in der Geschichte der Italiener mit dem Pferd im Wappen.

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Der Ferrari SF90 Stradale ist mit einem V8-Turbo ausgestattet, der 780 PS (574 kW) – die höchste Leistung aller Achtzylinder in der Ferrari-Geschichte – liefert. Die restlichen 156 kW (220 PS) werden von drei Elektromotoren geliefert. Einer befindet sich zwischen dem Motor und dem neuen 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe an der Hinterachse und zwei befinden sich an der Vorderachse. Fahrer entscheiden sich lediglich zwischen einem der vier Antriebsmodi.

Durch die Elektromotoren verfügt der SF90 Stradale über Allradantrieb. Dieser ist erforderlich, um die immense Power des Hybridantriebs voll ausschöpfen zu können, und sorgt dafür, dass das Auto zum neuen Maßstab für stehende Starts geworden ist. So schafft der Italo-Renner den Sprint von 0 auf 100 km/h in 2,5 Sekunden. Null auf 200 km/h geht in nur 6,7 Sekunden.

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Ferrari konnte das Spektrum dynamischer Steuerungen durch die vollelektrische Vorderachse, den sogenannten RAC-e, einen elektronischen Regler für Kurvenfahrten, erweitern. Die beiden vorderen Elektromotoren liefern im elektrischen Fahrmodus allein den Antrieb und steuern das an die beiden Vorderräder abgegebene Drehmoment unabhängig voneinander – eine Erweiterung des Torque Vectoring-Konzepts. Der voll in die Steuerung der Fahrzeugdynamik des Auto integrierte RAC-e regelt die Drehmomentverteilung und macht das Fahren am Limit so wesentlich einfacher und sicherer.

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Zwei verschiedene Versionen des Ferrari SF90 Stradale

Erstmals können Kunden nun bei einem Ferrari zwischen der Standardversion und einer Version mit stärker sportlich orientierten Spezifikationen wählen. Die Spezifikation Assetto Fiorano umfasst wichtige Verbesserungen wie spezielle Multimatic-Stoßdämpfer aus dem GT-Rennsport und extra leichte Ausstattungsmerkmale aus Hochleistungswerkstoffen wie Karbonfaser (Türverkleidungen, Unterboden) und Titan (Federn, gesamte Auspuffanlage), was zu einer Gewichtseinsparung von 30 kg führt.

Ein weiterer Unterschied ist der Karbonfaser-Heckspoiler, der 390 kg Anpressdruck bei 250 km/h erzeugt. Die Reifen Michelin Pilot Sport Cup2 sind speziell darauf ausgelegt, die Performance auf trockener Strecke zu verbessern. Sie zeichnen sich durch eine weichere Mischung und weniger Rillen als bei serienmäßigen Reifen aus.

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Woher kommt der Name, SF90?

Der Name des Autos zeigt die wahre Bedeutung der erzielten Leistungsverbesserungen. Der Verweis auf den 90. Jahrestag der Gründung der Scuderia Ferrari unterstreicht die enge Verbindung, die seit jeher zwischen den Renn- und Straßenwagen von Ferrari besteht. Der SF90 Stradale ist eine brillante Verkörperung der fortschrittlichsten Technologien aus Maranello und zeigt gleichzeitig, wie perfekt Ferrari die aus dem Rennsport gewonnenen Kenntnisse und Fähigkeiten für seine Serienwagen zu nutzen versteht.

Benjamin Brodbeck

Benjamin Brodbeck ist 28 Jahre alt und studierte Automobilwirtschaft bei Prof. Dr. Diez. Danach wechselte er an die Universität Wien, wo er Publizistik- und Kommunikationswissenschaften studierte und mit dem akademischen Grad 'Magister der Philosophie' abschloss. Neben seiner Tätigkeit als Jazz-Pianist bringt er seine Leidenschaft für und sein Wissen von Automobilen in Form und Sprache als Publizist bei AUTOmativ.de sowie zahlreichen weiteren Plattformen zum Ausdruck.

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