Porsche 911 GT3 RS (992): Mächtigster Saug-Renner kommt Ende des Jahres

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[UPDATE, 18.08.2022] Der neue Porsche 911 GT3 RS der Generation 992 übertrifft alle Erwartungen: 1.450 Kilogramm dank vieler Carbon-Umfänge, 860 Kilogramm Downforce bei 285 Km/h und ein DRS-System mit Front- und Heckspoiler, 525 PS – frei saugend. Dazu kommt eine so ausgefuchste Aerodynamik sowie Fahrwerks- und Antriebsregelung dass die Porsche GT-Abteilung damit Benchmark zu setzen scheint. Die Motivation bei Ferrari und McLaren war gestern mit Sicherheit im Keller. Wir hingegen können es kaum erwarten, die Nordschleifen-Zeit zu erfahren!

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Einzüge hinter den Vorderrädern – wie beim 911 GT1 damals – reduzieren den Staudruck im Radkasten. Sideblades hinter dem Einzug sorgen dafür, dass die Luft gezielt an die Fahrzeugseite herangeführt wird.

„Ein GT3 RS muss wunderschön sein“, sagt Andreas Preuninger, Leiter GT-Fahrzeuge. Und er ist wunderschön, auch wenn dem ein oder anderen hier ein bisschen zu viel Heckflügel ist. Eines ist aber sicher: Pommes von der Theke gibt es beim schärfsten GT3 aller Zeiten nur noch für Großgewachsene.

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Stufenlos verstellbare Flügel-Elemente an der Front sowie am zweigeteilten Heckflügel sorgen in Kombination mit einer Vielzahl weiterer Aerodynamik-Maßnahmen für 409 Kilogramm Gesamtabtrieb bei 200 km/h. Damit generiert der neue 911 GT3 RS doppelt so viel Anpressdruck wie sein Vorgänger (Typ 991 II) und dreimal so viel wie ein aktueller 911 GT3. Bei 285 km/h liegt der Gesamtabtrieb bei 860 Kilogramm.

Keinen Kofferraum mehr

Unpraktisch wie eh und je – könnte man sagen. Man könnte aber auch sagen: So kompromisslos wie eh und je. Fakt ist: Beim 911 GT3 RS der Generation 992 fällt der vordere Kofferraum weg. Wer Gepäck für den dreitägigen Elsass-Trip verstauen will, muss dieses im oder hinter dem Käfig durchfädeln. Übrigens: Mit Bestellung des Weissach-Pakets ist dieser erstmals aus Voll-Carbon. Und dieser ganze Aufwand für einen Supersportwagen, der nicht einmal 300 Km/h erreicht? Weiter unten dazu mehr.

Grund dafür – und gleichzeitig untypisch für Porsche-Serienfahrzeuge bislang – ist das sogenannte Mittenkühlerkonzept. Anstelle des bisherigen Layouts mit drei Kühlern setzt der neue Porsche 911 GT3 RS auf einen großen, schräg angeordneten Mittenkühler im Vorderwagen. Dieser ist dort positioniert, wo sich bei anderen 911-Modellen der Kofferraum befindet. So wurde es möglich, den frei gewordenen seitlichen Bauraum zur Integration aktiver Aerodynamik-Elemente zu nutzen. Ob man die Haube trotzdem öffnen kann? Wahrscheinlich nicht.

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Die Voll-Carbon-Vollschalensitze sind klappbar. Man bekommt zwei kleine Reisetaschen irgendwie schon durchgefädelt. Hierfür gibt es sicherlich von Porsche bald eine Lösung 😉

Ansonsten ist das Interieur typisch Rennwagen: Vollschalensitze aus Carbon, optionale Sechspunkt-Gurte für den Fahrer (aufpreisfrei im Clubsport-Paket), viel Microfaser- bzw. Racetex-Umfänge und schöne RS-Akzente. Der Arbeitsplatz eines jeden Sportwagen-Enthusiasten ist ein Traum.

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Wildes Lenkrad mit vielen neuen Tasten und Drehreglern: Ein DRS-Taster links, dessen Funktionalität Porsche „aus der Formel 1 geklaut hat“ (so Preuninger) und vier Drehregler zur Feinjustierung von Fahrwerks- und Antriebskomponenten.

860 Kilogramm Downforce!

Wahnsinn, diese Fahrmaschine bringt einfach fast das Gesamtgewicht eines VW up! bei Höchstgeschwindigkeit nur durch die Aerodynamik auf die Straße, saugt sich also richtig an den Asphalt. Die stufenlos verstellbaren Flügel-Elemente an der Front sowie am zweigeteilten Heckflügel sorgen in Kombination mit einer Vielzahl weiterer Aerodynamik-Maßnahmen für 409 Kilogramm Gesamtabtrieb bei 200 km/h. Damit generiert der neue 911 GT3 RS doppelt so viel Anpressdruck wie sein Vorgänger (Typ 991 II) und dreimal so viel wie ein aktueller 911 GT3. Bei 285 km/h liegt der Gesamtabtrieb bei 860 Kilogramm. Für Erleichterung auf Knopfdruck und höhere Geschwindigkeiten auf der Geraden sorgt das DRS-System.

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Die Vielzahl funktionaler Aerodynamik-Elemente prägt das Karosserie-Design des neuen Porsche 911 GT3 RS. Der Heckflügel mit Schwanenhalsaufhängung besteht aus einem feststehenden Hauptflügel und einem oberen, hydraulisch verstellbaren Flügel-Element.

Denn dieses ist erstmals in einem Serien-Porsche verbaut. Nicht nur kann der Flügel auf Knopfdruck flach gestellt werden: Bei einer Vollbremsung aus hohen Geschwindigkeiten wird die Airbrake-Funktion aktiv (hallo McLaren) : Die Flügel-Elemente an Front und Heck werden maximal angestellt und erzeugen so eine aerodynamische Verzögerungswirkung, die die Radbremsen wesentlich unterstützt.

Was viele denken (und wir auch lange dachten), dass es nicht erlaubt sei: Erstmals bei einem Porsche-Serienfahrzeug liegt die Oberkante des Heckflügels höher als das Dach. Zudem verfügt das Bugteil des 911 GT3 RS nicht mehr über einen Bugspoiler, sondern über einen sogenannten Frontsplitter, der die über- und unterströmende Luft teilt. Sideblades lenken die Luft gezielt nach außen. Die Radhausentlüftung vorne erfolgt über Öffnungen in den Kotflügeln.

Die Luft aus dem Mittelkühler strömt über großflächige Nüstern auf der Fronthaube aus. Finnen auf dem Dach lenken die Luft nach außen und sorgen so für kühlere Ansaugtemperaturen am Heck.
Die Öffnungen im Fondseitenteil werden beim neuen 911 GT3 RS ausschließlich zur Verbesserung der Aerodynamik und nicht zur Ansaugung der Prozessluft genutzt. Auch das hintere Radhaus ist mit einem Einzug und einem Sideblade zur optimierten Luftlenkung versehen. Der Diffusor am Heck stammt vom 911 GT3 und wurde leicht angepasst.

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„Aerolenker“ an der Vorderachse

Da das Radhaus des neuen 911 GT3 RS stark durchströmt wird, sind die Bauteile der Doppelquerlenker-Vorderachse als Tropfenprofile ausgeführt. Diese Aerolenker erhöhen den Abtrieb an der Vorderachse bei Höchstgeschwindigkeit um rund 40 Kilogramm und kommen sonst nur im hochklassigen Motorsport zum Einsatz. Wegen der breiteren Spur (plus 29 Millimeter im Vergleich zum 911 GT3) sind die Lenker der Doppelquerlenker-Vorderachse zudem entsprechend länger ausgeführt. 

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Damit die Abtriebsbalance zwischen Vorder- und Hinterachse auch beim Bremsen aus hohen Geschwindigkeiten erhalten bleibt, reduzierten die Fahrwerk-Ingenieure das Nicken deutlich (Antidive). Die Mehrlenker-Hinterachse wurde mit geänderten Federraten ebenfalls angepasst.

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Der 911 GT3 RS bietet drei Fahrmodi: Normal, Sport und Track. Aber das ist noch nicht alles: Ganz individuelle Einstellungen an Fahrwerk und Antriebsregelung können zusätzlich vorgenommen werden.

Im Track-Modus lassen sich die Grundeinstellungen individuell anpassen. So können unter anderem Druck- und Zugstufe der Dämpfer an Vorder- und Hinterachse separat und mehrstufig verstellt werden. Auch die Hinterachs-Quersperre lässt sich über Drehregler am Lenkrad verstellen.

Das erfolgt schnell und intuitiv mit dem ebenfalls aus dem Motorsport übernommenen Bedien- und Anzeigekonzept: Am Lenkrad sitzen vier einzelne Drehregler sowie eine Taste für das Drag Reduction System (DRS). Die Drehregler werden beim Verstellvorgang im Kombiinstrument gut sichtbar grafisch dargestellt.

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Optionales Weissach-Paket für den 911 GT3 RS

Deutlich umfangreicher fällt das gegen Aufpreis erhältliche Weissach-Paket aus. Frontdeckel, Dach, Teile des Heckflügels sowie die Oberschale der Außenspiegel sind dann in Sichtcarbon ausgeführt. Die Stabilisatoren vorn und hinten, die hinteren Koppelstangen und das Schubfeld an der Hinterachse sind aus CfK gefertigt und tragen zu einer weiteren Verbesserung der Fahrdynamik bei. Der erstmals aus CfK gefertigte Überrollbügel spart gegenüber der Variante aus Stahl rund sechs Kilogramm Gewicht. Ein weiteres Highlight des Weissach-Pakets sind PDK-Schaltpaddles mit Magnet-Technologie aus dem Motorsport. Die Schaltvorgänge werden so durch einen präziseren Druckpunkt und ein deutlich wahrnehmbares Klacken noch sportlicher. Optional sind zum Weissach-Paket Magnesium-Schmiederäder erhältlich, die für acht Kilogramm Gewichtsersparnis sorgen.

Preise und Marktstart

Der neue Porsche 911 GT3 RS ist ab sofort bestellbar und kostet in Deutschland ab 230.112 Euro. Wer sich schon jetzt seinen ganz persönlichen GT3 RS zusammenstellen will, kann dies hier tun: Porsche 911 GT3 RS Konfigurator

Unsere Lieblings-Konfiguration ist diese hier: Porsche-Code

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Der Porsche 911 GT3 der Generation 992 bekommt einen großen Bruder: Am 17. August 2022 feiert der Porsche 911 GT3 RS seine Weltpremiere. Zu konkreten Leistungsangaben hält man sich in Zuffenhausen traditionsgemäß bedeckt. Aber was wir wissen: Für die Entwicklung des neuen Top-Modells der Sauger-Elfer standen die erfolgreichen GT-Rennwagen 911 RSR und 911 GT3 R Pate. Heißt: Es geht richtig ab. Das suggeriert schon der mächtige Heckflügel.

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Das Herz des 911 GT3 RS wird im Prinzip der Motor des GT3 sein – nur mit ein bisschen mehr Leistung. 520 PS an Stelle von 500 PS könnten zum Einsatz kommen. Und die maximale Drehzahl könnte bis 9.500 U/min gehen. Ansonsten habe man sich bei der Entwicklung des neuen 911 GT3 RS nun „vor allem auf die Themen Aerodynamik und Fahrwerk konzentriert“, so Porsche.

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Und der Preis? Der dürfte die 200.000er-Marke überschreiten.

Mia Iannotta

Mia ist seit Mitte 2015 das italienische und - viel wichtiger - weibliche Herz von AUTOmativ.de. Ohne ihre unregelmäßigen Artikel wäre das Magazin lebloser und langweiliger. Mia lebt die meiste Zeit des Jahres im Großraum Rom, den Rest verbringt sie irgendwo anders. Warum sie manchmal über Automobile schreibt? Nun, als wir sie auf der Mille Miglia beobachteten, wie sie sich um die Alfisti kümmerte, konnten wir einfach nicht widerstehen.