Singer-Porsche: Der Hype um das Revival eines ganz besonderen Porsche 911

Hart, laut, brachial und trotzdem stilsicher. So lassen sich die Singer-Porsche wohl am besten beschreiben. Doch was sind die Gründe für den Hype um das Revival eines Porsche, der eigentlich gar keiner ist? Und warum darf dieser 911 dann überhaupt noch als Porsche bezeichnet werden? Ein Blick auf den neuen „alten“ Singer 911.


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Kult: ein Porsche 911, der zu seinen Wurzeln zurückkehrt

Porsche 911 – kaum eine andere Bezeichnung hat die Geschichte der Sportwagen so beeinflusst wie die Ikone aus dem Hause Porsche. 2013 erschien die mittlerweile siebte Auflage des 911ers. Sicherlich ein tolles Auto. Optisch wie technisch hat dieses Fahrzeug aber nicht mehr viel mit dem Ur-911er von 1964 zu tun. Vielen Porsche-Enthusiasten ist diese Entwicklung weg von den Wurzeln schon seit Längerem zuwider.

Für einige ist das, was den 911er damals so besonders machte – die typische Optik und das Feeling, einen luftgekühlten Motor hinter sich aufheulen zu hören – mittlerweile zwischen Fahrhilfsassistenten und Abgasnormen verloren gegangen. Diesem – zugegebenermaßen eher exquisiteren Problem – hat sich nun schon seit einigen Jahren eine Firma aus Los Angeles angenommen. Singer Vehicle Design schafft Abhilfe für diejenigen, die zwar den klassischen 911er mit seinem Aussehen und Flair genießen, aber gleichzeitig auf die Performance der Gegenwart nicht verzichten wollen.

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Ein Singer-Porsche vereint Kult und Performance

„Reimagined and Reborn“ nennt das Team um Firmenchef Rob Dickinson den Vorgang, bei dem sie die Karosserie des Porsche 964 auf die Optik des „F-Modells“ – also des ersten 911ers (1964-73) – umbauen. Der luftgekühlte Motor wird dabei in seinen Grundzügen erhalten, Bauteile wie das Fahrwerk und die Bremsen modernisiert. Am Ende kommen Automobile heraus, die zum einen die Eleganz von früher einfangen, aber gleichzeitig in ihrer Fahrleistung den aktuellen Ablegern aus Zuffenhausen in Wenig nachstehen sollen.

Die kürzlich erschienene heißeste Ausbaustufe des Singer-Porsche, der mit einem aus einer Kooperation mit Williams entstandenen 506 PS starken Saugmotor und gerade einmal 990 Kg Leergewicht daherkommt, verspricht eine Performance, bei der man sich schon einen GT2 RS zulegen müsste, um leistungstechnisch mithalten zu können. Bei einem Kaufpreis im hohen sechsstelligen Bereich bewegt sich der Leichtbau-Singer 911 sogar im Bereich des Listenpreises eines 918 Spyder. Doch auch in einem anderen Bereich unterscheidet sich Singer maßgeblich von seinen Mitbewerbern.

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Aber wieso darf Singer nach wie vor das Porschewappen nutzen?

Denn wer in der Tuning- und Umbau-Szene unterwegs ist wird wissen, dass Porsche in den letzten Jahren einen wahren Feldzug gegen Tuner führt, die Änderungen jedweder Art an den Stuttgarter Nobelkarossen durchführen. Seit ein paar Jahren schon wirft Porsche mit Klagen und Abmahnungen nur so um sich.

Zwar scheiterte der Stuttgarter Sportwagenbauer vor dem Bundesgerichtshof im Jahr 2015 mit einer Klage gegen den Porsche Tuner TechArt, der „Porsche mit TechArt Umbau“ im Internet anbot. Porsche führte an, dass diese Autos ja keine richtigen Porsche mehr seien, da sie umfangreich verändert wurden. Das Gericht wies die Klage jedoch mit der Begründung ab, dass die Bezeichnung Porsche als Herkunftsbezeichnung zulässig sei.

Als Kunde muss man nicht damit rechnen, dass irgendetwas passiert, wenn man auf seinem TechArt- oder RUF-Umbau ein Porsche-Wappen hat. Wohl müssen die Veredeler und Tuner aber auf der Hut sein, nichts Falsches zu kommunizieren. Dies zeigt die klare Kante, die Porsche in derartigen Fällen normalerweise zeigt. Wie kann es also sein, dass Singer seine Modelle nicht nur als Porsche bezeichnet, sondern sie sogar mit dem Porsche-Schriftzug schmücken darf?

Bei anderen Unternehmen wären rechtliche Schritte ja nur eine Frage der Zeit. Offiziell lässt sich hierzu keine Antwort finden, doch man kann nur erahnen, dass es bei Porsche jemanden geben muss, der dieses Projekt aus den USA nicht nur duldet, sondern sogar unterstützt. Womöglich sogar eine Reihe engster Vertrauter der Familie. Anders lässt sich die auffallende Zurückhaltung Porsches bei diesem Thema nicht erklären. Und das ist auch gut so, denn diese Autos sind einfach nur wunderschön.

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