Skoda Kamiq 1.0 „Style“ (2020) im Fahrbericht: Quirliger Lifestyler

4c276fb6f82147bfae23232dce77d256 - Skoda Kamiq 1.0 "Style" (2020) im Fahrbericht: Quirliger Lifestyler

Das Segment der kleinen SUV wächst und gedeiht prächtig. Kein Wunder also, dass sich der Volkswagen Konzern mit seinen Töchtern selbst kannibalisiert: VW T-Cross, Seat Arona und Skoda Kamiq spielen alle in der selben Liga und bauen alle auf der gleichen Plattform auf. Alle Modelle überzeugen auf ihre Weise – es gibt jedoch ein Derivat davon, dass die meisten Punkte sammelt: Der Skoda Kamiq. Ein Fahrbericht!


Skoda Kamiq 1.0 (85 kW) mit gutem Durchzug

Den Skoda Kamiq gibt es – so wie auch den VW T-Cross und den Seat Arona – mit einem 1,0 Liter Dreizylinder mit wahlweise 70 oder 85 kW (115 PS) sowie mit einem 1,5 Liter großen Vierzylinder mit 110 kW (150 PS). Ein 1,6 Liter großer Diesel-Vierzylinder mit 85 kW steht ebenso bereit wie der kleine Dreizylinder in der Erdgasvariante.

Galerie: Skoda Kamiq 1.0 "Style"

Skoda Kamiq 1.0
Bild 1 von 12

Der optionale ausfahrbare Türkantenschutz ist bei Skoda mittlerweile fast eine Pflicht-Option.

Auffällig ist – neben einem hochwertig verarbeiteten Interieur mit Soft-Touch-Armaturenbrett (der T-Cross hat das nicht) – dass der Dreizylinder sehr zurückhaltend knurrt. Die Fahrgastzelle scheint also stärker gedämmt zu sein, als die des T-Cross. Denn was gibt es schon nervigeres an einem Antriebsstrang, als dauernd diese knurrenden Dreizylindermotoren zu hören.

Exzellent gemacht, denn der Motor ist durchzugsstark und macht – in seinen Grenzen – sogar Spaß. Die Sechsgang-Schaltbox ist präzise, DSG muss man hier nicht ordern. Sein straff gefedertes Fahrwerk ist angenehm komfortabel (ja, das geht), auch wenn die Wankbewegungen der Karosserie den Kurvenspaß reduzieren. Es ist eben kein Renner, der Kamiq.

Velvet Rot Metallic ist der Hammer

Unser Testwagen war mit der Außenlackierung „Velvet Rot Premium Metallic“ ausgestattet. Die Farbe kostet einen Tausender, verwandelt dieses kleine SUV aber in ein absolutes Schmuckstück.

1 Skoda Kamiq 1.0 Style 2020 Test und Fahrbericht AUTOmativ.de Benjamin Brodbeck 2 750x450 - Skoda Kamiq 1.0 "Style" (2020) im Fahrbericht: Quirliger Lifestyler
Bildschön: Die Außenlackierung Velvet Rot Premium Metallic in Kombination mit den optionalen Voll-LEDs in Einzel-Diamant-Optik und den scharfen und präzisen Kanten der Karosserie entwickeln den kleinen Kamiq zu einem Schmuckstück.

Die Nähe im Design des Kamiq zur tschechischen Schmuck-Ikone Swarovski am Exterieur sowie im Interieur ist nicht zu übersehen – dazu passt das samtige (Velvet) Rot exzellent und gibt der Karosserie mit ihren präzisen Kanten und Linien einen enormen Tiefenglanz. Die in Diamant-Optik gestalteten Voll-LED-Scheinwerfer kosten 830 Euro Aufpreis.

Unterschiede Kamiq und T-Cross

Der Kamiq 1.0 Style mit 115 PS kostet mit 24.300 Euro ein paar Fuffziger weniger als ein VW T-Cross in der jeweils vergleichbaren Style-Variante (24.550) mit Ein-Liter-Dreizylindermotor und Sechsgang-Handschaltgetriebe. Er basiert aber auf der Wolfsburger Plattform mit längerem Radstadt (den T-Cross gibt es in Südamerika und Asien ausschließlich mit längerem Radstand) und hat hinten dementsprechend rund 10 Zentimeter mehr Beinfreiheit.

Und nicht nur gibt es dem kleinen SUV mehr Raum und Flexibilität: Auch das Exterieurdesign profitiert von der längeren Karosserie. So wirkt der Kamiq in der Seitenansicht proportionierter und erwachsener.

Darüber hinaus gibt es nur den Skoda Kamiq mit optionalem Glas-Panoramadach für 630 Euro Aufpreis. Das mag jetzt eine Kleinigkeit darstellen, aber mehr Licht bedeutet auch ein größeres Raumgefühl. Und dass nur die Tschechen ein Glasdach einbauen versteht wer will, ist aber so.

1 Skoda Kamiq 1.0 Style 2020 Test und Fahrbericht AUTOmativ.de Benjamin Brodbeck 6 750x450 - Skoda Kamiq 1.0 "Style" (2020) im Fahrbericht: Quirliger Lifestyler

Zu öffnen geht es nicht, aber dafür hat es auch keine Zwischen-Streben und Unterteilungen. Die Glasfläche „aus einem Guss“ beeindruckt. Und macht Lust auf Abenteuer unter dem Sternenhimmel.

1 Skoda Kamiq 1.0 Style 2020 Test und Fahrbericht AUTOmativ.de Benjamin Brodbeck 49 750x450 - Skoda Kamiq 1.0 "Style" (2020) im Fahrbericht: Quirliger Lifestyler
Praktische Gepäcknetze, Haken, Ösen und Zusatzteppiche erleichtern das Verstauen aller alltäglichen Transportwaren immens. Das ist einfach durchdacht und clever!

Ein weiterer, großer Pluspunkt für den Kamiq sind die cleveren Lösungen von Skoda, die mittlerweile zwar auch schon bekannt sind, dennoch den Alltag enorm erleichtern. Dazu zählt der automatisch ausfahrende Türkantenschutz, das intelligente Laderaumkonzept, die intuitive Bedienung des Multimediasystems, der Dokumentenhalter in der Frontscheibe an der A-Säule und viele weitere kleine Dinge, die einfach gut durchdacht sind. Und wenn sie nicht in einem Alltags-Klein-SUV überzeugen, wo sonst?

1 Skoda Kamiq 1.0 Style 2020 Test und Fahrbericht AUTOmativ.de Benjamin Brodbeck 47 750x450 - Skoda Kamiq 1.0 "Style" (2020) im Fahrbericht: Quirliger Lifestyler
Auch nichts Neues bei Skoda, aber immer noch einen Hinweis wert: Der automatisch (und flink) ausfahrende Türkantenschutz für Vorder- und Hintertüren, damit man kein anderes und nicht das eigene Auto auf dem Supermarktparkplatz beschädigt. Aufpreispflichtig, lohnt sich aber.

Kurzum: Ja, der Skoda Kamiq scheint die bessere Wahl zu sein. Gemein, denn die Tschechen nutzen die Plattform von VW, bauen darauf ihr besseres Auto auf – und verkaufen es leicht günstiger. Clever!

Bedeutung Kamiq

Das Wort Kamiq stammt – typisch Skoda – aus der Sprache der alaskischen Inuit. Übersetzt bedeutet Kamiq so viel wie „etwas, das perfekt passt“. Dieser Begriff scheint echt passend gewählt, denn das Stadt-SUV passt nicht nur perfekt in jede Parklücke; es passt auch perfekt in das Modellportfolio, die Fahrzeugklasse und in die derzeitige Denke der Gesellschaft.

Oder doch lieber eine Klasse höher? Geht auch – und ist mit gewissen Vorzügen verbunden.

Unterschiede zum Seat Ateca und VW T-Roc

Nun, beim Seat Ateca gehen wir eine Klasse höher – ganz genau so wie beim VW T-Roc. Trotzdem spannend: Durch den längeren Radstand des Kamiq sowie sein großes Panoramadach und allgemein sein Auftreten, kann er spielerisch auch in der Klasse von T-Roc und Ateca wildern. Sogar seinem eigenen tschechischen Bruder Karoq kommt er in manchen Punkten nahe – alles unter der Betrachtung des Preises.

Unterschiede zum Seat Ateca sind eine nochmals höhere Verarbeitung (nicht unbedingt beim T-Roc) und natürlich höhere Offroad-Fähigkeiten. Denn die Klasse des Kamiq, T-Cross und Arona verfügt über keinen Allradantrieb. Darüber hinaus gibt es in der nächst höhen Klasse des Ateca und Co. auch schon Zwei-Liter-Triebwerke. Diese gibt es für die kleinen Stadt-SUV (noch) nicht.

Kamiq Monte Carlo Edition

Den Skoda Kamiq gibt es in fünf Ausstattungsvarianten: Active, Ambition, Drive 125, Style (unser Testwagen) und Monte Carlo. Letztere Version hat bei Skoda durchaus Tradition, beschreibt sie mit 24.790 Euro Grundpreis für den Kamiq die Top-Ausstattungslinie einiger Skoda Modelle. Serienmäßig beim Kamiq gibt es in der Monte Carlo Edition zum Beispiel 18 Zoll Leichtmetallfelgen in Schwarz, Stoff-Leder Sportsitze, Voll-LED Hauptscheinwerfer und das Panoramaglasdach serienmäßig.

Wer sich diese Ausstattungen beim Style sowieso bestellen wollte, fährt mit der Monte Carlo Edition preislich ein bisschen günstiger.

Skoda Kamiq Verkaufsstart

Der Skoda Kamiq steht schon seit Ende September 2019 bei den deutschen Händlern.

Bewertung Skoda Kamiq 1.0 (85 kW)

 Bewertung Skoda Kamiq 1.0 (85 kW) (2020)
 Optischer Eindruck ++++
 Qualität Karosserie ++++
 Lackqualität Karosserie +++++
 Qualität im Interieur ++++
 Sitzkomfort Cockpit ++++
 Sitzkomfort Fonds +++
 Digitales Bedienkonzept ++++
 Raumangebot ++++
 Innenraumgeräusch / Dämmung ++++
 Lenkung +++
 Spurtreue ++++
 Fahrwerk +++
 Motor +++
 Getriebeabstimmung ++++
 Innovation +++
 Preis ++++
 Gesamteindruck ++++
  +++++ = Maximum

Benjamin Brodbeck

Benjamin Brodbeck ist 29 Jahre alt und studierte Automobilwirtschaft bei Prof. Dr. Diez. Danach wechselte er an die Universität Wien, wo er Publizistik- und Kommunikationswissenschaften studierte und mit dem akademischen Grad 'Magister der Philosophie' abschloss. Neben seiner Tätigkeit als Jazz-Pianist bringt er seine Leidenschaft für und sein Wissen von Automobilen in Form und Sprache als Publizist bei AUTOmativ.de sowie zahlreichen weiteren Plattformen zum Ausdruck.

AUTOmativ.de verwendet Cookies, um die Webseite optimal gestalten und fortlaufend verbessern zu können. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen