Test Kia e-Soul (64 kWh): Stromaufwärts im Crossover

Elektromobilität – während viele Automobilhersteller uns mit Studien über Autos mit enormer Reichweite überfluten, bringt Kia bereits die zweite Generation seines Elektroautos e-Soul. Zwar war der Soul bislang auch als konventionell motorisiertes Fahrzeug erhältlich, jedoch gab es ihn in der vorigen Generation auch schon als Soul EV. Das ehemalige reine Verbrenner-Modell soll es ab sofort nur noch rein elektrisch in Europa geben.


Ist das überhaupt noch ein Kia? 

Statt großer Scheinwerfer blickt uns der neue e-Soul mit verruchten, schmalen LED Leuchten an. Den typischen Tigernosegrill sucht man ebenfalls vergebens – unter einem dünnen Reflektorband befindet sich lediglich der Ladestecker. Tiefgelegene Lufteinlässe und seitliche Tagfahrlichter runden die bullige Front ab.

Kia e-Soul als Lifestlye e-Niro im Test

Kia e-Soul als Lifestlye e-Niro im Test
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Kia e-Soul als Lifestlye e-Niro im Test

Zwar ist der Koreaner mit seinen 4,2 Metern um 55 Millimeter länger als sein Vorgänger, an der „kastigen“ Grundarchitektur hat sich allerdings nichts verändert. Auch von hinten hat das Auto nicht mehr viel mit der ersten Generation gemein. Die Heckscheibe wird von den Rückleuchten umrahmt und vermittelt einen leicht futuristischen Stil. Bei der Lackierung darf man sich künftig auch ein wenig austoben: 13 verschiedene Farbvariationen stehen einem zur Auswahl. 

Infotainment-Premiere im Kia e-Soul 

Im Hartplastik dominierten Innenraum stechen einige Neuheiten sofort ins Auge: In der Mitte des Cockpits feiert ein völlig neues Infotainment-System sein Debüt. Das voll vernetzte Telematiksystem UVO (nein, nicht UFO, obwohl es so aussieht) soll künftig auch in weiteren Modellen eingesetzt werden. Über einen 10,25 Zoll Touchscreen lassen sich damit Echtzeit-Verkehrsinformationen abrufen, Fahrzeugdiagnosen stellen – und für Elektroautos besonders wichtig: die nächste Ladestation finden.

Kia e Soul als Lifestlye e Niro im Test und Fahrbericht AUTOmativ.de Ilona Farsky 13 750x450 - Test Kia e-Soul (64 kWh): Stromaufwärts im Crossover

Statt Automatik Schalthebel werden die Gänge im neuen Kia e-Soul von nun an mit Drehknopf ausgewählt. Das gesamte Interieur macht – bis auf ein paar schwarz lackierte Elemente – einen schlichten Eindruck. Nur die herausragende Scheibe des Head-up Displays stört das dezente Cockpitdesign. Praktisch ist es trotzdem.

Ein selbständig bremsender Kollisionswarner, ein Müdigkeitswarner sowie ein Spurhalteassistent ermöglichen eine sichere Fahrt. 

Die selbe Basis: Kia e-Niro und e-Soul teilen sich größtenteils die Komponenten sowie die Plattform

Regenratives Bremssystem als Spaßbringer 

Wir kennen das ja bereits: Kaum nimmt man den Fuß vom Gas, wird kinetische Energie in elektrische umgewandelt und kann später zum Fahren genutzt werden. Im Kia e-Soul kann die Intensität des Bremssystems allerdings auch über Wippen am Lenkrad selbständig gesteuert werden.

Rechts können vier verschiedene Rekuperations Levels gewählt werden. Je nachdem welches man wählt, segelt das Fahrzeug – oder bremst relativ stark. Mittels Ziehen an der linken Wippe kann man sofort das stärkste Rekuperationslevel manuell einsteuern und das Auto zum vollkommenen Stillstand bringen. Allerdings sollte man behutsam mit dem Schalter umgehen, wenn man die Sicherheitsgurte nicht bei jedem Bremseingriff maximal belasten möchte. Nach einigen Kilometern hat man das Bremsspiel allerdings im Griff und kann beginnen, damit ein bisschen zu spielen.

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Rundes Interieur – funkig, frisch. Aber irgendwie ist das des e-Niro schöner, konsequenter – oder?

In den Kurven sorgt der Fahrzeugschwerpunkt nahezu mittig zwischen den Achsen für Stabilität – und zwar ohne Einbußen bezüglich Wendigkeit oder Agilität.

Situationsabhängig kann zwischen vier verschiedener Fahrmodi (Eco+, Eco, Komfort, Sport) gewählt werden. Wer besonders sparsam fahren möchte, wählt den Eco+ oder Eco Modus, hier ist bei 90 Km/h Schluss und auf die Klimaanlage muss ebenfalls verzichtet werden. Im Sportmodus wiederum wird man regelrecht in den Sitz gedrückt, wenn die 395 Newtonmeter Drehmoment zum Einsatz kommen. 

Eine Reichweite, die Elektro-Skeptikern den Kampf ansagt

Das wohl größte Gegenargument zu Elektroautos ist die bis dato eher geringe Reichweite der Autos. Die zweite Generation des e-Souls setzt allerdings neue Maßstäbe: So ist die 136 PS starke Basisversion mit einer 39,2 kWh Batterie ausgestattet und kann eine Reichweite von 276 Kilometer – laut Datenblatt – ermöglichen.

Die Top Version ist da schon wesentlich interessanter: 204 PS und 452 Kilometer Reichweite dank 64 kWh Batterie können sich durchaus sehen lassen. Bei der Testfahrt wurde meine Frage nach einer Ladekarte belächelt und mir wurde auch schnell klar weshalb. Denn selbst mit Klimaanlage und sportlicher Fahrweise waren nach 90 Kilometern Fahrt immernoch 340 Kilometer Restreichweite übrig.

Aufmerksame Leser von AUTOmativ merken: Das sind ja die selben Werte, die auch der von uns getestete Kia e-Niro hat. Das stimmt, denn der e-Soul basiert auf dem e-Niro.

Elektromobilität für die breite Masse 

Audi e-tron, Tessla Model 3 und Polstar 2 punkten zwar auch mit einer attraktiven Reichweite, allerdings hat diese auch einen stolzen Preis. Der neue Kia e-Soul ist seit April vergleichsweise günstig erhältlich. Die Basisversion startet bei 33.990 Euro und die Topversion mit mehr Reichweite ist ab 37.790 Euro bestellbar. Wie auch bei den Verbrenner-Modellen bietet Kia eine 7 Jahre lange Hersteller Garantie. Diese gilt dann auch für die Batterie.

Fazit zum Kia e-Soul:

 Bewertung Kia e-Soul 2019 (64 kWh, 150 kW)
 Optischer Eindruck +++
 Qualität Karosserie ++++
 Lackqualität Karosserie ++++
 Qualität im Interieur ++
 Sitzkomfort Cockpit ++++
 Sitzkomfort Fonds +++
 Digitales Bedienkonzept +++
 Raumangebot ++++
 Innenraumgeräusch / Dämmung ++++
 Lenkung ++++
 Spurtreue ++++
 Fahrwerk ++++
 Motor +++++
 Getriebeabstimmung kein Getriebe
 Innovation +++++
 Preis ++++
 Gesamteindruck ++++
  ++++ = Maximum

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