VW Polo GTI (2020) im Langzeittest: Kauf, DSG-Probleme und Zündaussetzer im Überblick
Der VW Polo GTI zählt zu den etablierten Kompaktsportlern im B-Segment und kombiniert kompakte Abmessungen mit einem leistungsstarken Zweiliter-Turbomotor. Für unsere Redaktion haben wir uns ein Exemplar aus dem Bauzeitraum 2019/2020 als redaktionelles Fahrzeug zugelegt, um es über einen längeren Zeitraum im Alltag und unter realen Bedingungen zu begleiten. Im Fokus dieses Langzeittests stehen nicht nur Fahreindrücke und Alltagstauglichkeit, sondern auch technische Auffälligkeiten, die im Laufe der Nutzung auftreten. Dazu zählen insbesondere Probleme im Bereich des DSG-Getriebes sowie später auftretende Zündaussetzer, die eine detaillierte Analyse und Reparatur notwendig machten.
Kaufentscheidung, Ausstattung und technische Daten unseres VW Polo GTI
Unsere Anforderungen waren ganz klar: Ein kleines, flottes Auto, das möglichst Wertstabil bleibt und womit man die längeren Strecken gut und zügig hinter sich bringen kann. Und das günstig im Unterhalt ist und dabei noch guten Stauraum mit sich bringt.
Heute geht es bei uns mit dem VW Polo GTI in 6,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 237 Stundenkilometern. Das Gewicht? Nur 1.355 Kilogramm. Auch wichtig beim Polo GTI war uns das 6-Gang-DSG, weil es direkter und knackiger abgestimmt ist. Damit hängt der Kompakte besser am Gas als das Polo GTI 6 Facelift und die Schaltvorgänge sind (gefühlt) schneller. Mehr Feeling.

Zum Zeitpunkt des Kaufs im September diesen Jahres war unser Polo GTI mit nahezu Vollausstattung der günstigste Polo GTI in ganz Deutschland – mit unter 18.000 Kilometern Laufleistung und 21.980 Euro Gesamtpreis. Wichtig beim Kauf eines Autos generell (und das habe ich bei der mehrmonatigen Suche nach dem Polo GTI auch gemerkt): Das Nord-Süd-Gefälle in Deutschland. Autos im Norden von Deutschland sind meistens teurer als die im Süden. Woran das liegt konnte mir bislang niemand sagen, aber selbst die örtlichen Händler an unserem Standort in Braunschweig bestätigten uns das.

Damals, also im Jahr 2019/2020 kostete der VW Polo GTI ab 23.950 Euro. Mit ein paar Optionen konnte man durchaus unter 30.000 Euro bleiben. Der Neupreis unseres Polo GTI lag damals bei rund 29.000 Euro, hat nahezu alles an Bord, wie beispielsweise ACC, die großen Brescia-Felgen, die für mich „richtige“ Innenausstattung (Dekor, Sitze) sowie die Klimaautomatik, Multifunktionslenkrad, großes Multimediasystem und das digitale Cockpit. Außer Beats Audio und einem Schiebedach war also alles an Bord. Schiebedach ist ohnehin nur ein Risiko-Faktor für Geräusche, die man nicht haben möchte.
Größter Schwachpunkt beim VW Polo GTI: Die Bremsen
Einer der ersten Testwagen bei AUTOmativ.de für mich (Benjamin) war im Jahr 2015: Ein Polo GTI mit 192 PS – und das damals aus einem 1,8-Liter-Vierzylinder. Schon dieses Auto war damals flink – und fahrdynamisch großartig: Ein straffes Fahrwerk, relativ wenig Gewicht und ordentlich Leistung. In den Serpentinen der Vogesen hatte man da verdammt viel Spaß.
Und auch in den Kurven im Schwarzwald hatte man Spaß. Nur leider fehlte bei dieser Generation noch eine intelligente Regelung der Vorderachse. Und so trieb es den Vorderwagen ziemlich stark aus den Kurven, weil ja die Vorderachse – so wie heute – auch gleichzeitig die Antriebsachse war. Ich erzähle es im Video oben detaillierter, aber ja, ich setzte das Auto mal volle Kanne gegen den Randstein, sodass ein Stück der vorderen Felge herausbrach und wir das ganze Rad vor Ort wechseln mussten (siehe Bild).
Und bevor das ganze passierte war mir in den Vogesen als auch im Schwarzwald ziemlich schnell klar: Die Bremsen (312er Bremsscheiben an der Vorderachse und den 270er Bremsscheiben an der Hinterachse) des Polo GTI haben zwar einen schönen Druckpunkt und sind gut zu dosieren, fangen aber schnell an zu faden (also nachzugeben). Im Schwarzwald haben sie sogar leicht angefangen zu qualmen.
Das hat uns aber trotzdem nicht davon abgehalten, einen Polo GTI zu kaufen. Die Bremsen sind zwar nicht viel standfester geworden, dennoch ist der Polo GTI eines der besten Gesamtpakete im kompakten Kleinwagensegment. Neben einem phänomenalen Polo Diesel, den wir auch des Öfteren in der Redaktion als Testwagen hatten (R.I.P. Diesel) ist der Polo GTI wahrscheinlich wertstabiler – und er sieht knackiger aus.
Danach haben wir in der Redaktion die darauffolgende Generation Polo GTI begleitet und sind verschiedene Polo GTI mehrere tausend Kilometer gefahren. Wir waren im Studio mit dem Prototypen, dann auf der Rennstrecke auf Mallorca, waren mit ihm am Wörthersee, in Wien, in den Alpen – einfach überall.

Warum wir uns nicht für den VW Polo GTI Handschalter entschieden haben? Sicherlich hat er uns gereizt, aber er ist einfach zu selten und kaum auf dem Markt. Außerdem ist DSG schneller (;-)). Und Schalten am Lenkrad macht durchaus Spaß.
Bereits kurz nach dem Kauf zeigte sich, dass das Fahrzeug nicht vollständig frei von Auffälligkeiten war. Diese traten insbesondere im Zusammenhang mit dem Getriebe auf.

DSG-Problematik beim VW Polo 6 GTI
Schon als wir bei der Abholung vom Hof des Autohauses gefahren sind, fiel mir ein eher ruckelndes DSG-Getriebe auf. Klar, das Auto stand eine Weile – also müsste das relativ normal sein und sich nach einer längeren Autofahrt wieder normalisieren. Doch dem war nicht so. Das war nicht normal. Und das Autohaus hätte es tatsächlich im Nachhinein bei ihrer Endabnahme des Gebrauchtwagens und Rangieren auf dem Parkplatz merken müssen, dass mit dem Getriebe nicht alles in Ordnung sein kann (ich werde nie wieder ein Auto kaufen ohne es Probe gefahren zu sein, aber die ungünstigen Umstände erlaubten eine Probefahrt nicht). Diese Problematik zog sich über fünf Monate hin und führte bis zum vollständigen Austausch der Lamellen.
Ich kam mir echt schon richtig blöd vor, nachdem ich ja aufgrund einiger Test-Kilometer durchaus weiß, wie sich ein Polo GTI dieser Generation fährt. Doch nachdem mir der Meister im Autohaus an unserem Braunschweiger Standort zum zweiten Mal sagte, dass dies ein ganz normales Anfahrruckeln sei, zweifelte ich an mir. Zwar versprach mir die Werkstatt, eine Getriebe-Adaption vorzunehmen. Aber danach war das Ruckeln und Zupfen nicht wirklich besser. Die Kosten für die Adaption übernahm die Volkswagen Versicherung.
Folgender, detaillierter Sachverhalt: Beim Rangieren zupfte die Kupplung und brachte das gesamte Fahrzeug manchmal so stark in die Vibration, dass es sich nicht nur ungesund anhörte, sondern auch unangenehm war. Dies variierte je nach Außen- und Öltemperatur und auch je nach voriger Fahrtstrecke. Nach langen Fahrten zum Beispiel war das Ruckeln und Zupfen eher weniger – nach tagelangen Kurzstrecken-Etappen durch die Stadt war es eher mehr.
Das Auto hatte zu dem Zeitpunkt rund 30.000 Kilometer und war rund drei Jahre alt. Ein derartiges Kupplungs-Ruckeln kann hier nicht normal sein – sagte ich mir. Aber das Braunschweiger Autohaus sagte mir mehrmals, dass dies normal sei und das normale „DSG-Ruckeln“ darstellt. Nach einer weiteren E-Mail an das Autohaus mit der Bitte um Unterstützung – da das in meinen Augen tatsächlich nicht normal sein konnte – kam keine Rückmeldung mehr.
Die Hilfe eines zweiten Volkswagen Autohauses
Nachdem ich dann nicht mehr warten wollte, wandte ich mich an ein anderes Autohaus – an unserem zweiten Standort in Leonberg bei Stuttgart. Aber auch nur, weil dort – siehe Bild – ein nahezu identischer Polo GTI zum Verkauf stand und ich mich erst selbst überzeugen wollte, dass jenes Ruckeln meines Polo GTI wirklich nicht normal ist.

Gesagt, getan: Ich fragte kurzerhand nach dem Schlüssel des anderen, identischen Polo GTI, der dort zum Verkauf stand (das ging erstaunlich unkompliziert!) und rollte auf dem Parkplatz nur vor und zurück – mehrmals. Und siehe da: Butterweiches Rangieren. Für mich war also jetzt klar: Das Zupfen unseres VW Polo GTI kann nicht normal sein.
Also ging ich spontan in den Service-Bereich und konnte auch direkt mit sogar zwei Werkstatt-Meistern sprechen, die beide dann auch noch mit mir eine kurze Runde rund um das Autohaus fuhren. Sich also spontan Zeit genommen hatten. Beide sagten unabhängig voneinander: „Das ist nicht normal!“. Ich war erleichtert. Gleichzeitig wussten Sie aber auch nicht, was genau die Ursache ist. Deswegen suchten wir dann irgendwann gemeinsam in der Fall-Datenbank des Autohauses, ob ein Vergleichsfall vermerkt war. Dem war aber nicht so. Wir vereinbarten daraufhin einen Termin rund zwei Monate später.
Kompletter Tausch der Lamellen im DSG-Getriebe
Um es kurz zu machen: Nach einer Aufenthaltsdauer von rund einer Woche in der Werkstatt des Autohauses in Leonberg (der Schriftverkehr mit Volkswagen zögerte das hinaus) war klar: Die Lamellen des DSG müssen getauscht werden. Volkswagen gab diesen Hinweis und auch die Reparaturfreigabe. Zum Glück hatte das Auto noch Garantie-Versicherungsschutz, sodass die Kosten von über 2.000 Euro übernommen wurden.
Also: Falls jemand ähnliche Probleme mit seinem DSG am Polo GTI hat, sich bitte nicht einfach abspeisen lassen. Der Fall zeigt, dass DSG-Getriebe sensibel auf technische Abweichungen reagieren können. Während leichte Charakteristika wie ein minimales Anfahrverhalten bei Doppelkupplungsgetrieben bekannt sind, können stärkere Ruckelerscheinungen ein Hinweis auf Verschleiß oder Defekte sein. Hier ist noch die Rechnung im Detail des Tausches:

Später auftretende Probleme: Zündaussetzer im Betrieb
Unabhängig vom Getriebe traten im weiteren Verlauf der Nutzung bei einer Laufleistung von rund 80.000 Kilometern neue Auffälligkeiten auf. Diese äußerten sich in Form von Zündaussetzern, die insbesondere unter Last spürbar waren. Das Fahrzeug reagierte in diesen Situationen mit leichtem Ruckeln und unruhigem Lauf.
Eine genaue Analyse in der Werkstatt ergab Hinweise auf Probleme im Bereich der Zündanlage. Betroffen waren sowohl Zündkerzen als auch Zündspulen. In der Diagnose wurden mehrere Auffälligkeiten festgestellt, darunter Kontaktprobleme sowie Schäden an einzelnen Komponenten.
Die Untersuchung ergab, dass mehrere Bauteile der Zündanlage nicht mehr im optimalen Zustand waren. In einzelnen Fällen wurden oxidierte Kontaktstellen sowie mechanische Defekte festgestellt. Diese Probleme führten dazu, dass die Zündung unter bestimmten Bedingungen nicht mehr zuverlässig arbeitete. Das Ergebnis waren Fehlzündungen und ein unruhiger Motorlauf.
Die betroffenen Komponenten wurden für ein Gesamtrechnungsvolumen von rund 700 Euro vollständig ersetzt. Dazu gehörten sowohl die Zündkerzen als auch die Zündspulen. Der Fall zeigt, dass auch bei regelmäßig gewarteten Fahrzeugen technische Probleme auftreten können, die nicht unmittelbar vorhersehbar sind. Insbesondere im Bereich der Zündanlage kann es zu Verschleiß oder Defekten kommen, die sich erst nach einer gewissen Laufleistung bemerkbar machen. Auffällig war, dass die Symptome nicht schlagartig, sondern schleichend auftraten.
Einbau von Nachrüst-LED-Nebelscheinwerfern von Osram für unseren VW Polo GTI – mit detaillierter Dokumentation:
Gesamtfazit unseres eigenen Langzeittests mit dem VW Polo GTI (2019)
Der VW Polo GTI bestätigt im Langzeiteinsatz seine Qualitäten als kompakter Sportwagen mit hoher Alltagstauglichkeit. Fahrleistung, Handling und Gesamtkonzept bleiben überzeugend und machen das Fahrzeug zu einer attraktiven Wahl im Segment. Gleichzeitig zeigt der Erfahrungsbericht, dass vereinzelt technische Probleme auftreten können, die sowohl den Antriebsstrang als auch periphere Systeme betreffen.
Besonders das DSG-Getriebe reagierte sensibel auf Abweichungen und erforderte im vorliegenden Fall eine Reparatur. Die Zündproblematik verdeutlicht zudem, dass auch Komponenten außerhalb des Getriebes im Laufe der Zeit Aufmerksamkeit erfordern können. Insgesamt ergibt sich ein realistisches Bild eines modernen Fahrzeugs im Alltagseinsatz, das sowohl Stärken als auch Schwachstellen aufweist und dessen Zustand maßgeblich von Wartung, Nutzung und individuellen Faktoren abhängt.
Dieser Artikel ist ein fortlaufender Beitrag und wurde zuletzt am 6. April 2026 aktualisiert.

