Abarth 595C Yamaha Monster Energy im Test: Kleine Werbe-Ikone

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Abarth ist Legende. Zweifelsohne. Kommend aus dem Abgasanlagenbau – vor allem beim Ur-500er – daraufhin mit Porsche im Motorsport gewachsen, stehen heute die neuen 500er in jeglicher Ausführung beim Fiat-Händler. Gekennzeichnet unter anderem durch brabbelnde Auspuffanlagen, größere Felgen, Bodykits, mehr Leistung und eine tiefere Karosserie – in Kombination mit dem typischen süßen Gesicht eines Fiat 500. Aber zur Wahrheit gehört auch: Die Abarth 500 (oder Abarth 595) sind in die Jahre gekommen. Deswegen gibt’s jetzt noch ein Paar Sondermodelle: Den Abarth 595 Scorpionero und den Abarth 595 Yamaha Monster Energy mit ziemlich offensiver Karosseriebeklebung. Letzterer war bei uns in der Redaktion als Cabrio im Test.


Abarth und Yamaha? Da war doch was ..

Ja, Abarth mit Yamaha in Kooperation war schon mal was. Abarth pflegte schon vor drei Jahren die Kooperation zum Yamaha Rennstall der MotoGP, bei dem unter anderem auch Valentino Rossi unter Vertrag steht.

Im Jahr 2017 hatten wir den Abarth 695 XSR Yamaha im Test, der – man beachte die Details – eine „695er“-Nummer hatte. Heißt: Ein ganz besonderes Sondermodell. Jetzt könnte man sich berechtigterweise fragen, warum der XSR Yamaha ein Sondermodell mit 695er-Bezeichnung war und der Abarth 595 Yamaha Monster Energy die normale Baureihenbezeichnung hat.

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Im Abarth 595 Yamaha Monster Energy gibt es blaue Akzente. Ansonsten ist und bleibt alles beim Alten.

Die Antwort ist einfach, sobald man die beiden Autos unterm Hintern hat: Der Vorgänger Yamaha-Abarth war deutlich individueller. Angefangen von den Fahrwerks- und Bremsenkomponenten über die Außenlackierung bis hin zu Details im Interieur und der legendären Akrapovic-Auspuffanlage. Letztere sah nicht nur böse aus, sondern klang auch himmlisch. Wie ein V8. Vor allem beim Kaltstart.

Abarth 595 Yamaha Monster Energy mit 165 PS

Um jetzt nicht ins uferlose Schwärmen über ein „älteres“ Sondermodell zu kommen: Der Abarth 595 Yamaha Monster Energy weiß auch zu überzeugen – wie nahezu jeder Abarth.

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Denn alles was die Italiener anpacken, ist irgendwie cool. Hat Charme. Reißt einen mit. Abarth ist einfach – so lange es diese Autos in unveränderter Form auch schon gibt – ein Paralleluniversum. Mit Erfolg. Als ich meine 3 Jahre in Wien genießen durfte, wusste ich, wohin diese ganzen Abarth verkauft werden. Das Auto gehörte (und gehört im Sommer immer noch) zum Standardrepertoire der dortigen (Vor)Stadtweiber.

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Werbekiste? So ein bisschen wirkt es schon …

165 PS drückt er auf die Vorderachse. Geschaltet wird über ein manuelles Fünfganggetriebe. Die Automatik-Version kostet über 1.000 Euro Aufpreis. Das sollte man sich überlegen, vor allem: Das ist dann kein Doppelkupplungsgetriebe mit Zwischengasangleichung, sondern ein automatisiertes Getriebe. Also eher davon absehen bitte.

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Die Leistung entfaltet sich Abarth-typisch gut. Von der Fahrdynamik ging mit dem „Vorgänger“ mehr – alleine durch die Bremsen und das Fahrwerk. Und die Abgasanlage wurde klanglich etwas zurückgenommen. Klar, handelt es sich beim jetzigen Sondermodell auch „nur“ um die doppelflutige Record Monza Abgasanlage und nicht um die Akrapovic.

.. doch lieber einen Competizione?

Fazit zum Abarth 595 Yamaha Monster Energy

Ja, er ist nicht so individuell und cool, wie der Abarth 695 XSR Yamaha. Der war eine Wucht. Und den hätte man sich auf jeden Fall in seine Garage stellen müssen. So einen legendären Abarth gab es danach nicht mehr. Nicht zu übertrieben wie beispielsweise die Sonderedition in Kooperation mit Ferrari und nicht zu sehr von der Stange. Einfach perfekt, der XSR Yamaha.

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Er fährt sich top und macht super viel Spaß. Aber auf Dauer diese großen Beklebungen? Das hatte Abarth mit dem XSR Yamaha souveräner hinbekommen.

Etwas zu werblich wirkt der Abarth 595 Yamaha Monster Energy schon. Den Nachbarn musste ich erst einmal erklären, dass es kein Werbeauto für ein Getränk ist, sondern ein Sondereditionsmodell, das den Bikes der MotoGP nachempfunden wurde. Kommt ja niemand drauf, der keine MotoGP schaut.

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Aber er macht super viel Spaß. Jedes Mal wenn ich in einem Abarth sitze, bekomme ich Dauergrinsen. Und es geht einfach nicht weg. Das schätze ich sehr an den Italienern, denn eine deutsche Autofirma bekommt das nicht hin – und wird es auch nicht in der Zukunft.

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Wer sich dennoch für eines der auf 1.000 Einheiten limitierten Sondermodelle (1.000 Coupés und 1.000 Cabriolets) stürzt, sollte so um die 30.000 Euro berappen. Hier ist unsere Kurzbewertung:

Bewertung Abarth 595 Yamaha Monster Energy (2021)
 Optischer Eindruck ++++
 Qualität Karosserie +++
 Lackqualität Karosserie +++
 Qualität im Interieur +++
 Sitzkomfort Cockpit +++
 Sitzkomfort Fonds ++
 Digitales Bedienkonzept ++
 Raumangebot (bezogen auf das Segment) ++++
 Innenraumgeräusch / Dämmung +++
 Lenkung ++++
 Spurtreue +++
 Fahrwerk ++++
 Motor ++++
 Getriebeabstimmung ++++
 Innovation +
 Preis ++++
 Gesamteindruck ++++
 +++++ = Maximum

Benjamin Brodbeck

Benjamin Brodbeck ist 30 Jahre alt und studierte Automobilwirtschaft bei Prof. Dr. Diez. Danach wechselte er an die Universität Wien, wo er Publizistik- und Kommunikationswissenschaften studierte und mit dem akademischen Grad 'Magister der Philosophie' abschloss. Neben seiner Tätigkeit als Jazz-Pianist bringt er seine Leidenschaft für und sein Wissen von Automobilen in Form und Sprache als Publizist bei AUTOmativ.de sowie zahlreichen weiteren Plattformen zum Ausdruck.

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