Hyundai i30 N line 1.4 T-GDI im Test: Präzise Dynamik

Man beachte den kleinen, aber feinen Unterschied des Zusatzes „line“. Bedeutet: Keine 300 PS, kein lautes Geknattere am Endrohr und keine rund 35.000 Grundpreis, sondern zehntausend Euro weniger. Was man dafür bekommt? Einen i30 im sportlichen Schick, N-Details und ein super abgestimmtes Sportfahrwerk. Wir hatten den Hyundai i30 N line mit dem 1.4 T-GDI Motor im Test!


Kerniger Sound, straffes Fahrwerk

Direkt beim Anlassen füllen die Klänge der angepassten Doppelflut-Abgasanlage den Innenraum. Bei Weitem nicht laut oder gar aufdringlich, sondern zurückhaltend – dafür satt und warm. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man diesem Sound eher einen Zwei-Liter-Motor zuordnen. In Wirklichkeit arbeitet unter der Haube aber ein 1,4er.

Galerie: Hyundai i30 n-line im Fahrbericht

Hyundai i30 n-line im Fahrbericht
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Auf den ersten Metern interpretiert das Fahrwerk die Straßenbeschaffenheit präzise. Kurze Federraten machen sich bei Bodenwellen oder kleinen Schlaglöchern schnell bemerkbar. Auch die Vorderachse profitiert von der strammen Einstellung: So werden Radien – auch ohne spezielles (elektronisches) Vorderachsdifferential – zum dynamischen Genuss; Geradeausfahrten sinnbildlich zum unbeschwerten Führen des Vorderwagens.

Sportliche Details an den richtigen Stellen

Man fühlt sich wohl an Bord. Zwar herrscht an den Türinnenverkleidungen, in der Mittelkonsole und am Armaturenbrett die typische Kunststoff-Philosophie, doch die sportlichen Akzente sind genau richtig gesetzt: Lenkrad, Schaltknauf und Sitze sind angepasst und mit N-Logo versehen.

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Das Lenkrad fühlt sich gut an, ist es mit einer multifunktionalen Bedieneinheit ausgestattet und mit Leder ummantelt. Die Sitze sind anteilig mit Mikrofaser versehen und erhielten sportlich definierte Strukturen – heißt: mehr Seitenunterstützung.

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Geht so: Das aufgesetzte Multimediasystem mit seinen breiten Plastikknöpfen ist keine Augenweide, jedoch funktional unterstützend.

Nach wie vor ist das aufgesetzte und mit dicken runden Plastikrändern versehene Multimediasystem gewöhnungsbedürftig. Die Funktionalität ist in Ordnung: Menüführung und Aufbau passen.

Hyundai i30 N line als 1.4 T-GDI keine Sportskanone

Wer eine richtige Sportskanone haben möchte, kann sich die 140 PS und 242 Nm Drehmomen nicht antun. Wer offen und ohne supersportliche Erwartungshaltung in den Hyundai i30 N line mit 1,4 Liter Benziner herantritt, wird positiv gestimmt.

Denn zum einen dreht der Motor gerne und ausgeglichen. Und zum anderen sind die 140 PS schon okay – auf Autobahnen geht es damit echt zügig voran. Durch die straffe Abstimmung in Lenkung, Fahrwerk, Bremse und Gaspedal ist die gefühlte Geschwindigkeit höher als die reale. Und das macht Spaß.

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Fazit: i30 N line startet bei 23.600 Euro

Wer unbedingt die N-Optik mit den größeren Lufteinlässen und dem Diffusor am Heck haben möchte, muss mindestens 23.600 Euro zahlen. Unter der Haube wartet aber dann nur ein 1,0-Liter-Dreizylindermotor – kein Vierzylinder. Diesen bekommt man – mit manuellem Sechsgang-Schaltgetriebe – nur ab 24.650 Euro. Mit ein bisschen Ausstattung ist man dann bei rund 27.000 Euro. 17-Zöller sind beim N line übrigens Serie.

Das Interieur ist in Ordnung – auch die Fondpassagiere können gut sitzen. Es gibt mit knapp 400 Litern sogar mehr Kofferraumvolumen als beim Golf. Und die Praktikabilität sowie Raumausnutzung ist in dieser Klasse Benchmark.

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Je nach Motorisierung zahlt man für die N line Version rund 1.900 bis 3.000 Euro mehr. Das kann sich durchaus lohnen, wenn man alles ein bisschen schicker, präziser und dynamischer haben möchte.

 Bewertung Hyundai i30 N line 1.4 T-GDI (2019)
 Optischer Eindruck +++
 Qualität Karosserie ++++
 Lackqualität Karosserie +++
 Qualität im Interieur +++
 Sitzkomfort Cockpit ++++
 Sitzkomfort Fonds +++
 Digitales Bedienkonzept +++
 Raumangebot ++++
 Innenraumgeräusch / Dämmung +++
 Lenkung ++++
 Spurtreue ++++
 Fahrwerk +++++
 Motor ++++
 Getriebeabstimmung ++++
 Innovation ++
 Preis ++++
 Gesamteindruck ++++
 +++++ = Maximum

Benjamin Brodbeck

Benjamin Brodbeck ist 29 Jahre alt und studierte Automobilwirtschaft bei Prof. Dr. Diez. Danach wechselte er an die Universität Wien, wo er Publizistik- und Kommunikationswissenschaften studierte und mit dem akademischen Grad 'Magister der Philosophie' abschloss. Neben seiner Tätigkeit als Jazz-Pianist bringt er seine Leidenschaft für und sein Wissen von Automobilen in Form und Sprache als Publizist bei AUTOmativ.de sowie zahlreichen weiteren Plattformen zum Ausdruck.

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