Motorisierungen neuer Audi A6 (2018): Welche ist die Beste?

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Die Wahl der besten Motorisierung steht natürlich immer in individueller Abhängigkeit zu Ihrem Nutzungsverhalten. Ich habe mir im Kampf der verschiedenen Aggregate drei der spannendsten des neuen Audi A6 ausgesucht, getestet und gefahren: den neuen Audi A6 55 TFSI mit 340 PS und 520 Nm, den Audi A6 50 TDI mit 286 PS und 620 Nm Drehmoment sowie den den Audi A6 40 TDI mit 204 PS und 400 Nm Drehmoment. Letzterer ist – neben dem Audi A6 45 TDI – der bislang schwächste Vierzylinder. Welche Variante ist also die beste? Und für wen kommt welcher Motor in Frage?


Neuer 204 PS starker Zweiliter-Diesel als Audi A6 40 TDI

Der effizienteste Motor und höchstwahrscheinlich das meist gewählte Aggregat ist der neu entwickelte 2.0 Liter Vierzylinder mit 204 PS und 400 Nm Drehmoment. Er ist bei der Limousine – genau so wie sein etwas stärkeres Schwester-Aggregat 45 TDI  – ab Ende Juli, Anfang August bestellbar und stellt die zurzeit schwächste Motorisierung dar. Der Grundpreis wird voraussichtlich bei rund 43.000 Euro beginnen.

Galerie: Audi A6 55 TFSI Fahrbericht

Audi A6 55 TFSI Fahrbericht
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Der neue Audi A6 sieht aus wie ein kleiner A8 - und das ist beabsichtigt. So verfügt auch er über eine Chromzierleiste am Heck, die in die Rücklichter integriert ist. ...

Trotz Einstiegsmotorisierung überrascht der Selbstzünder mit erstaunlicher Lebhaftigkeit und Durchzugsstärke. Seine 400 Nm Drehmoment liegen gefühlt von Beginn an und verteilen sich bis nahezu ans Ende der Viertausender konstant hoch. Auch ohne die optionale Allradlenkung (siehe Fahrbericht Audi A6) fährt er sich messerscharf und präzise durch die engen Spitzkehren im portugiesischen Duoro Tal.

Auf Allradlenkung und Luftfederung lässt sich in diesem preissensitiven Segment verzichten – auch wenn diese beiden Systeme herausragend gut funktionieren und die Spreizung zwischen Komfort und Sportlichkeit beim A6 deutlich erhöhen. Also wenn man eben auch mal über die kurvigen Landstraßen fegen will – just saying.

Doch den beim Einstiegsdiesel 40 TDI optionalen Allradantrieb quattro sollte man auf jeden Fall in seiner Bestellliste berücksichtigen. Denn dieser bringt nicht nur die Kraft am Besten auf die Straße und intensiviert ein dynamisches Fahrerlebnis, sondern kommt auch mit selbstsperrendem Mittendifferenzial. Besonders in Kurven und auf unruhigen Untergründen kann dies helfen, die Kraft noch besser und souveräner auf die Straße zu bringen.

Der kleinste Dieselmotor des Audi A6 überzeugt durch enorme Laufruhe und – für einen Einstiegsdiesel – eine ungewohnt hohe Kraftentfaltung. Jedoch ist er im Innenraum deutlich präsenter als sein großer V6-Bruder 50 TDI. Verbrauchsdaten konnte ich in dieser kurzen Testzeit nicht ermitteln. Sicher ist aber, dass das Zweiliter-Aggregat bei normalen Nutzungs- und Reisegeschwindigkeiten bis 160 Km/h das genügsamste ist.

50 TDI Motor mit 3.0 Liter V6 als Top-Diesel

Während die vier Zylinder der Einstiegsmotorisierung – im Vergleich – wirtschaftlich-effizienten Dienst nach Vorschrift verrichten, fühlt sich der bislang größte Diesel mit drei Litern Hubraum richtig kräftig an. Dank 48 Volt Unterstützung durch einen Startergenerator – also einer E-Maschine, die direkt an die Kurbelwelle angeflanscht ist – schiebt der 50 TDI schon ab 1.600 Umdrehungen gut an. Das typische „Dieseln“ eines Selbstzünders dringt kaum bis überhaupt nicht zu den Insassen vor.

Neuer Audi A6 55 TFSI C8 im Test und Fahrbericht Porto Audi A6 40 TDI Test Audi A6 50 TDI Test AUTOmativ.de Benjamin Brodbeck 26 - Motorisierungen neuer Audi A6 (2018): Welche ist die Beste?
Die von AUTOmativ getesteten Modelle des neuen Audi A6: links der Einstiegsdiesel 40 TDI mit 204 PS mit Allradantrieb aber ohne Luftfederung und Hinterradlenkung, in der Mitte der A6 55 TFSI und rechts der A6 50 TDI – beide mit Allradantrieb, Hinterradlenkung und Luftfederung.

Überraschend gestaltet sich sein Ansprechverhalten: bemerkt habe ich schon beim neuen Audi A7 50 TDI sowie beim neuen VW Touareg 3.0 TDI – die ja beide auf den selben Antriebsstrang zurückgreifen – dass dieser in (zwangsläufiger) Kombination mit der Wandlerautomatik träge ist. Ob aus dem Stand oder bei spontanen Schaltwechseln in Kurvenkombinationen benötigt er mehr als eine Denksekunde, um sich und seine Gänge ordentlich zu sortieren. Selbst im dynamischen Modus.

Das ist schade, denn bei so viel Kraft möchte ich auch spontanere Schaltwechsel erleben. Und das ist auch nicht ganz nachvollziehbar, denn auch dieser Motor verfügt über einen 48 Volt Startergenerator, dessen E-Power eigentlich spontan im Ansprechverhalten sein sollte. Doch spätestens wenn Schaltwechsel anstehen, ist es vorbei mit der Spontanität. Wer sich aber ausschließlich – und auch das muss gesagt werden – im Reisemodus befindet und keinen großen Wert auf zügige Schaltwechsel – vor allem im manuellen Modus – legt, muss sich über diesen Absatz hier keine Gedanken machen. Denn Kraft und Laufruhe zeichnen diesen Motor durchaus aus.

Purer Genuss mit dem Audi A6 55 TFSI und 340 PS

Schon beim „vom-Hof-Rollen“ ist die Oberklasse-Limousine mit dem Top-Benziner ein Genuss. Die sich satt anfühlende aber zugleich lautlose Fortbewegung der 1,8 Tonnen schweren Limousine kommt einem Schwebezustand sehr nah. Zurecht lehnt sich Audi weit aus dem Fenster und wirbt mit seiner Message des Transfers von Technologien aus und dem Feeling der Business-Klasse des A8 in die gehobene Mittelklasse. Natürlich vorausgesetzt, dass man einen beträchtlichen Umfang an optionaler Ausstattung sowie die Top-Motorisierungen ordert.

Dieser Schwebe- oder Gleitzustand verändert sich auch nicht, wenn man den Motor fordert. Ruhig, ausgeglichen und souverän schlagen seine sechs Kammern und freuen sich über unterstützende E-Power. Die Besonderheit beim Benziner ist aber, dass seine Kraft von 500 Nm Drehmoment über ein Doppelkupplungsgetriebe geleitet wird und das Ansprechverhalten damit sehr spontan ist. Bei einem sportlichen Fahren durch die engen Spitzkehren arbeiten alle Komponenten des Fahrzeugs in perfekter Harmonie zusammen. Sprich: die Hinterradlenkung ist auf das Fahrwerk und den gesamten Antriebsstrang – rein vom Gefühl des Fahrers her – so abgestimmt, dass die „Gesamtkomposition Audi A6“ ein absolut stimmiges Fahrzeug darstellt.

Nicht nur seine Beschleunigung und der kräftige Schub „unten raus“ machen das Gefühl einzigartig, sondern auch, dass alles straff und fest ist – ob haptisch im Interieur oder fahrdynamisch bei den einzelnen Komponenten. So fühlt sich zum Beispiel auch das Fahrwerk gut an: es regt die Karosserie überhaupt nicht an – arbeitet also gefühlt entkoppelt – gibt aber Rückmeldung über die wichtigsten Straßengegebenheiten.

Für mein persönliches Empfinden könnte das Fahrwerk im Dynamikmodus zwar noch ein wenig strammer abgestimmt sein, jedoch wissen wir alle: man benötigt nicht unbedingt ein hartes Fahrwerk um schnell zu sein.

Fazit zu den Motorisierungen des neuen Audi A6

Drei Motorisierungen – zwei Diesel und ein Benziner standen in meinem Fall zur Wahl. Beeindruckend war in jedem Fall der kleine Diesel A6 40 TDI, weil er sich überraschend spritzig und kräftig zeigte. Keine Selbstverständlichkeit, denn die Trägheit des größeren Bruders 50 TDI spricht Bände – und mich nicht an. Wer nicht auf Cent und Heller achten muss und – darüber hinaus – der fahrdynamischen Harmonie einen großen Stellenwert zuschreibt, fährt mit dem A6 55 TFSI entspannt und sportlich zugleich.

Benjamin Brodbeck

Benjamin Brodbeck ist 27 Jahre alt und studierte Automobilwirtschaft bei Prof. Dr. Diez. Danach wechselte er an die Universität Wien, wo er Publizistik- und Kommunikationswissenschaften studierte und mit dem akademischen Grad 'Magister der Philosophie' abschloss. Neben seiner Tätigkeit als Jazz-Pianist bringt er seine Leidenschaft für und sein Wissen von Automobilen in Form und Sprache als Publizist bei AUTOmativ.de sowie zahlreichen weiteren Plattformen zum Ausdruck.

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