Tesla Model S P85D: Mit 691 PS in 3,2 Sekunden.

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In 3,2 Sekunden von 0 auf 100 Km/h mit einem Elektrofahrzeug, das ist nicht nur eine Angabe, das ist auch Porsche 911 Turbo-Niveau. Gut, der Porsche schafft diese Zeit mit deutlich weniger Leistung, dennoch ist diese Zahl beeindruckend. Den Kaliforniern ermöglicht das ein zusätzlicher, rund 220 PS starker Elektromotor an der Frontachse – dafür steht das „D“ („Dual-Motor“) in der Bezeichnung. Somit ist der P85D ein Allradfahrzeug. Da wird sich der Detroit Electric SP:01 ganz schön umschauen.


Jede Achse hat einen eigenen Motor. Zusammen leisten sie 691 PS.

Normale Allradfahrzeuge verteilen die Kraft eines Motors über verschiedene Kurbelwellen und Kupplungen auf alle vier Räder; die Topversion des Tesla Model S nimmt einfach eine zweite E-Maschine mit 221 PS Leistung (aber auch 132 Kilogramm Mehrgewicht) zu der hinteren mit 470 PS dazu, montiert sie an der Vorderachse und spart dadurch das Gewicht und den Bauraum einer Antriebswelle. Die Ansteuerung der einzelnen Räder übernimmt eine komplexe Software.

Galerie: Tesla Model S P85D (2015)

Tesla Model S P85D (2015)
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Tesla Model S P85D (2015)

Mit der intelligenten Ansteuerungssoftware und aufgrund des niedrigen Schwerpunktes durch den tiefen Einbau der Komponenten verspricht Tesla ein überdurchschnittliches Kurvenverhalten sowie eine herausragende Dynamik und Direktheit. Tesla behauptet zudem, während konventionell angetriebene Allradfahrzeuge Effizienzeinbußen aufgrund von schlechten Straßenverhältnissen in Kauf nehmen müssen, bediene sich der Tesla der Zwei-Motoren-Technologie und verliere dadurch nicht an Leistung. Na dann.

In 3,2 Sekunden sprinten 2,2 Tonnen von 0 auf 100 Km/h.

Tesla wollte mit dem 691 PS starken Model S zeigen, dass sie auf Supersportwagen-Niveau Elektroautos bauen können. Aber bei dieser brachialen Leistungszahl sowie Allradantrieb verwundert es wohl kaum, dass das Model S P85D mit dem neuen Porsche 911 Turbo auf Augenhöhe ist – obwohl es ein Leergewicht von über 2,2 Tonnen hat.

Neuer Fahrmodus-Schalter: „Insane“?

Bisher gefahrene und mitgefahrene Magazine berichteten von einer Beschleunigung, die wahnsinnig ist. Dabei spiele nicht die Beschleunigung von 3,2 Sekunden alleine eine Rolle, sondern die Art, wie das Fahrzeug spurtet. Die meisten Magazine kennen die brachiale und noch schnellere Beschleunigung eines Porsche 918 Spyder – doch behaupteten sie, dass man beim Sprint des Tesla Model S P86D einen kurzen Moment Unwohlsein verspüre. Für uns muss diese Beschreibung vorerst reichen.

Der CEO von Tesla, Elon Musk, gab kürzlich in einem Gespräch mit einem US-amerikanischen Fachmagazin an, er wolle ernsthaft einen Fahrerlebnis-Modus zu den beiden „normal“ und „sport“ hinzufügen – mit Namen „insane“ (wahnsinnig).

Batterie: 20 Kilometer höhere Reichweite.

Als Kunde hat man die Wahl zwischen einem größeren Akku mit 85 (P85D) oder einem kleineren mit 60 Kilowattstunden (P60D). Die Antriebssoftware schaltet bei konstanter Fahrweise variabel zwischen Front- und Heckmotor – die beiden Motoren können jeweils sogar vollständig vom Antriebsstrang entkoppelt werden. So realisiert Tesla beim ausschließlichen Fahrbetrieb mit dem kleineren, 221 PS starken Frontmotor noch niedrigere Verbrauchswerte und kann so im Vergleich zum normalen Model S bis zu 20 Kilometer weiter fahren.

Neue Features. Sicherheits- und Autopilotsysteme serienmäßig.

Jedes neue Tesla Model S Fahrzeug wird ab sofort mit Autopilot-Hardware ausgestattet. Im Umfang enthalten ist ein Radar für die Abstandsmessung, 12 Ultraschallsensoren für die Umsicht, eine Frontkamera sowie ein digitaler Bremsassistent. Tesla greift damit vor und hofft mit noch zu entwickelnder Software Marktführer für autonomes Fahren zu werden – sollte eines Tages die Gesetzeslage der Haftung geklärt sein.

Aber schon heute kann das Fahrzeug im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten selbstständig Lenken, die Spur wechseln, autonom bremsen und beschleunigen, Verkehrszeichen lesen und anwenden. Sobald neue Software zur Verfügung steht, lädt sich diese jeder Tesla automatisch herunter – Voraussetzung dafür ist ein Internetzugang im Auto.

Weitere Verbesserungen, die im Zuge der Modellpflege vorgenommen wurden, sind bessere Sitze sowie sicherere und intelligentere Kopfstützen im Falle eines Auffahrunfalls, eine verbesserte Geräuschisolierung für den Innenraum, einen größeren Öffnungswinkel für die beiden Fond-Türen und eine überarbeitete Lenkung.

Tesla Model S P85D für rund 100.000 Euro zu haben.

Das stärkste Tesla Model S mit fast 700 PS gibt es für rund 100.000 Euro – die Anzahl der verfügbaren Zusatzausstattungen hält sich im Rahmen. Aber erst Mitte nächsten Jahres wird der Power-Elektroflitzer zu haben sein.

Benjamin Brodbeck

Benjamin Brodbeck ist 29 Jahre alt und studierte Automobilwirtschaft bei Prof. Dr. Diez. Danach wechselte er an die Universität Wien, wo er Publizistik- und Kommunikationswissenschaften studierte und mit dem akademischen Grad 'Magister der Philosophie' abschloss. Neben seiner Tätigkeit als Jazz-Pianist bringt er seine Leidenschaft für und sein Wissen von Automobilen in Form und Sprache als Publizist bei AUTOmativ.de sowie zahlreichen weiteren Plattformen zum Ausdruck.

Ein Gedanke zu „Tesla Model S P85D: Mit 691 PS in 3,2 Sekunden.

  • 31. Oktober 2014 um 12:58
    Permalink

    Ein modell „P60D“ (s.o.) gibt es nicht. Das „P“ steht für „Performance“ und wird nur in Kombination mit der 85kW Batterie angeboten. Für alle drei Varianten des ModelS gibt es das „D“ = DualMotor, also Allradantrieb..

    „Voraussetzung dafür ist ein Internetzugang im Auto“: klar, den hat aber jeder Tesla aufgrund der integrierten SIM Karte (Wlan ist theoretisch auch möglich)

    LG

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