Lexus NX: Japanischer Kanten- und Faltenluxus unter 40.000 Euro.

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Vorerst unter 40.000 Euro. Die Marke für die gesunde Mittelschicht und zugleich Tochter von Toyota betreut eine übersichtliche Käuferschicht von gerade einmal rund 1000 Personen im Jahr. Mit dem neuen Lexus NX soll sich das ändern, denn dieser soll in der Klasse der Premium-Kompakt-SUV rund um den BMW X3 antreten. Optisch ist er durchaus interessant, wenn auch auffallend unruhig und faltig. Und kantig. Und auch doch ein bisschen komisch. Irgendwie.


Von Ecken und Kurven. Wildes und expressives Exterieur.

„Es schmeckt interessant!“ Sagt man das nicht, wenn einem das Essen nicht so ganz schmeckt, man sich aber jetzt auf keine große Diskussion einlassen will? So scheint es hier auch. Aber zum Glück sind Geschmäcker ja verschieden. Schon auf der IAA in Frankfurt 2013 präsentierte Lexus das LF-NX Konzeptfahrzeug, das dem jetzigen NX sehr ähnelte. Eine starke und auffallende Präsenz bekommt das Gesicht des Lexus NX auf jeden Fall: durch den riesigen ‚Lexus-typischen‘ Diabolo Kühlergrill und der schmalen Scheinwerfer mit separatem LED-Tagfahrlicht mit jewiels 23 LED-Leuchten, fällt er definitiv auf.

Galerie: Lexus NX (2015)

Lexus NX (2015)
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Lexus NX (2015)

Dazu kommt eine flache und coupéhafte Silhouette, dessen ausgestellte Kotflügel mittels sehr scharf gezeichneter Linien eine starke sportliche Individualität verleihen. Die Türgriffe haben eine integrierte Beleuchtung verfügen über verborgene Schließzylinder – wie genau dies in der Realität aussieht, ist noch nicht so klar. Um die sportliche Seitenlinie zu unterstreichen, sind 17 und 18 Zoll große Räder erhältlich.

Am Heck war – laut Lexus – ein Dachspoiler unvermeidbar, denn nur er verhindert eine Verwirbelung der Luftströmung bei höheren Geschwindigkeiten. Der Cw-Wert des Lexus NX liegt bei 0,33.

Neue Materialien im Interieur. Und mehr Platz im Fond.

Doch so ganz überzeugt es noch nicht. Zumindest das Interieur, das man in dem Video sieht, entspricht nicht ganz den Luxusvorstellungen einer westlichen Gesellschaft, sondern erinnert eher an die unruhigen Zeiten von Cadillac vor 15 Jahren. Doch der 4,63 Meter lange NX – so verspricht Lexus – soll ein größeres Raumgefühl vermitteln, als die Konkurrenz. Der Abstand zwischen erster und zweiter Sitzreihe liegt bei 962 Millimetern, das ist tatsächlich ein Bestwert im Segment, denn die Fondpassagiere profitieren von mehr Kniefreiheit und dadurch von einem angenehmeren Reisen.

Lexus NX (2015) Interieur
Lexus NX (2015) Interieur

Auch im Heckabteil geht es geräumig zu: die maximale Ladebreite beträgt 1.347 Millimeter. Das Laderaumvolumen liegt bei insgesamt 555 Liter (ein weiterer Stauraum befindet sich unterhalb des Laderaumes) und 1.600 Liter bei umgeklappter Rücksitzbank, die man optional in 10 Sekunden elektrisch umklappen kann.

Sicherheitstechnologien und technische Ausstattung.

Die Japaner sind einfach weiter: in der Mittelkonsole befindet sich eine Ladeschale, in der Smartphones, die den internationalen Standard für kabelloses Laden entsprechen (also noch kaum eines), kabellos – also über Induktion – geladen werden. Klasse. An dieser Innovation erfreut man sich in 5 Jahren. Zudem verfügt er optional über eine 360-Grad-Kamera, ein Head-Up-Display, eine neue Touchpad-Bedienung im professionellen Navigationssystem sowie eine HiFi-Anlage von Mark Levinson.

An Sicherheitsausstattung erhält der Lexus NX optional eine adaptive Geschwindigkeitsregelung mit Stop-and-Go-Funktion, einen Spurhalte-, Fernlicht- sowie einen Auffahrassistenten und acht SRS Airbags.

Motor und Antrieb. Hybrid, kein Diesel.

Der Lexus NX verfügt über ein 2,5 Liter Atkinson-Benzintriebwerk. Die Japaner kombinieren dies mit einem Elektromotor, der zu einer Systemleistung von 197PS führt. Die Verbrauchswerte sind im Vergleich zur Konkurrenz mit diesem Konzept niedriger bei etwas höherer Leistung: durchschnittlich verschlingt der NX 5,0 Liter/100 Kilometer und stößt dabei nur 116 Gramm CO2/Kilometer aus.

Auf die Straße bekommt der Lexus NX die Kraft über ein stufenloses Planetengetriebe. So scheint man förmlich ‚dahin zu schweben’.

Unter 40.000 Euro. Aber dabei bleibt es BEI WEITEM nicht.

Es sind knapp 40.000 Euro, die ein Kunde für japanischen Luxus hinlegen muss. Das ist angesichts der psychologischen Marke für solch ein Mittelklasse-Klein-SUV in Ordnung, doch es sind nicht alle Optionen zu bestellen. Erst in der 46.000 Euro teuren ‚Executive Line’ oder in der ‚F Sport-Line’ für 52.800 Euro gibt es die gesamte Palette der Komfort-Extras, wie beispielsweise das Head-Up-Display für 2.220 Euro, die 360-Grad-Kamera für 1.350 Euro oder ein Premium-Navi für 3.100 Euro. Und schon ist man fast auf Audi Q5 oder BMW X3 Niveau angelangt – und das alles nur für eine markantere, „interessante“ Front?

Benjamin Brodbeck

Benjamin Brodbeck ist 26 Jahre alt und studierte Automobilwirtschaft. Momentan befindet er sich in seinem Magister für Publizistik an der Universität Wien. Neben seiner Tätigkeit als Jazz-Pianist bringt er seine Leidenschaft für und sein Wissen von Automobilen in Form und Sprache als Publizist bei AUTOmativ.de zum Ausdruck.

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