Erdgas als Lösung? Neuer VW Polo TGI und Golf TGI

Erdgas ist als Antriebsart für den Individualverkehr nicht zu unterschätzen. Und nachdem bei der Elektromobilität noch immer Uneinigkeit über die Zukunftsträchtigkeit herrscht, sollte man sich einer Alternative nicht verschließen. So setzt Volkswagen – neben der Forcierung der Elektromobilität – auch massiv auf Erdgas und bringt jetzt neue Erdgasmodelle auf den Markt: den VW Polo TGI sowie den Golf TGI. Ein erster Überblick.


Drei Erdgastanks – statt bisher zwei

Volkswagen hat seine Erdgas-Modelle (CNG = Compressed Natural Gas) grundlegend überarbeitet. Ab sofort kommen VW Polo TGI und Golf TGI unter anderem mit einem dritten Erdgastank. So verbessert sich die Reichweite des Polo TGI im reinen CNG-Betrieb jetzt um bis zu 60 Kilometer.

Der VW Golf TGI kommt bis zu 80 Kilometer weiter. Ebenfalls neu beim Golf TGI: der neue 1.5 Liter TGI-Vierzylindermotor mit 130 PS. Der dritte Erdgastank ist aus speziell beschichtetem, hochfestem Stahl gefertigt. Er verfügt beim Golf über ein Volumen von 23 Litern und erhöht das gesamte CNG-Tankvolumen auf 115 Liter respektive 17,3 kg, was eine Reichweite von bis zu 422 Kilometern im WLTP ermöglicht.

Beim Polo TGI mit 1.0-Dreizylindermotor und 90 PS1 fasst der Zusatztank 16,5 Liter und erweitert den Erdgasspeicher auf insgesamt 91,5 Liter respektive 13,8 kg, so dass der Polo im WLTP bis zu 368 Kilometer weit mit CNG fahren kann. Als Reserve steht bei beiden Modellen weiterhin ein Benzintank zur Verfügung, der aber deutlich verkleinert wurde.

Erdgas mit deutlich weniger CO2

Für Automobilhersteller – und damit auch maßgeblich Volkswagen – ist Erdgas extrem wichtig für die CO2-Bilanz: da die Elektromobilität momentan noch nicht massentauglich ist, die CO2-Grenzwerte aber mit übergroßen Schritten nahen, braucht es emissionsschwache Automobile. Und das Fahren mit Erdgas senkt die CO2-Emissionen deutlich ab, weil bei der Verbrennung von CNG generell weniger CO2 entsteht. Denn im Vergleich zu Benzin oder Diesel enthält Erdgas eine deutlich höhere Energiemenge und einen niedrigen Kohlenstoffanteil. Deswegen entstehen im CNG-Betrieb rund 25 Prozent weniger CO2-Emissionen als beim Fahren mit Benzin.

Außerdem verbrennt Erdgas generell emissionsärmer als Benzin oder Diesel. Das Abgas enthält deutlich weniger Kohlenmonoxid und Stickoxide (NOx), der Anteil an Ruß oder Feinstaub ist minimal. Eine noch bessere CO2-Bilanz ergibt sich durch das Betanken mit Biomethan oder e-Gas. Biomethan wird aus pflanzlichen Reststoffen gewonnen , e-Gas aus überschüssigem Grünstrom (Power-to-Gas) , die den Kraftstoffen beigemischt werden.

Darüber hinaus schont das Fahren mit CNG noch den Geldbeutel. Wer mit einem CNG-Fahrzeug unterwegs ist, profitiert in vielen Ländern zudem von vergleichsweise niedrigen Kraftstoffkosten. In Deutschland beispielsweise liegt der Kostenvorteil gegenüber einem Diesel derzeit bei etwa 20 Prozent und im Vergleich zu einem Benziner sogar bei 40 Prozent.

Benjamin Brodbeck

Benjamin Brodbeck ist 28 Jahre alt und studierte Automobilwirtschaft bei Prof. Dr. Diez. Danach wechselte er an die Universität Wien, wo er Publizistik- und Kommunikationswissenschaften studierte und mit dem akademischen Grad 'Magister der Philosophie' abschloss. Neben seiner Tätigkeit als Jazz-Pianist bringt er seine Leidenschaft für und sein Wissen von Automobilen in Form und Sprache als Publizist bei AUTOmativ.de sowie zahlreichen weiteren Plattformen zum Ausdruck.

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