Der Porsche 911 R ist leichter als der GT3 – Autosalon Genf 2016

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Der neue Porsche 911 R ist der beste und leichteste 911er der 991-Generation – der idealste 911er für Menschen, die mehr das Fahren lieben, als ihr Auto nach Zahlen zu kaufen um es kurz nach der Abholung schon zu zerlegen. Ein echter Porschefahrer schaltet selbst, legt sich unter das Auto, wenn irgendetwas nicht funktioniert (auch wenn es heutzutage glücklicherweise selten vorkommt), fährt seinen Porsche täglich und überall hin, achtet auf konsequenten Leichtbau sowie innovative, athletische Technologien, die unmittelbar der Performance zu Gute kommen und bemitleidet den S 65 AMG-Proll an der Ampel neben ihm. Auch wenn diese Gattung Porschekunde heute immer seltener wird: der Porsche 911 R ist genau das passende Auto: nicht für Angeber; für stille Genießer.


Porsche 911 R 70 Kilogramm leichter als ein Porsche 911 GT3

Alle 991 Einheiten des Porsche 911 R sind – wie man sich schon denken kann – ausverkauft. Porsche bot diesen puristischen 911er erst allen Porsche 918 Spyder Kunden an, danach kamen die Leute dran, die ohnehin zum inneren Kreis gehören. Keine Chance für Außenstehende – selbst, wenn die finanziellen Mittel von rund 200.000 Euro vorhanden gewesen wären. Diese Ausgrenzung zu betreiben ist schade.

Galerie: Porsche 911 R auf dem Autosalon Genf 2016

Porsche 911 R auf dem Autosalon Genf 2016
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Porsche 911 R auf dem Autosalon Genf 2016

Nichtsdestotrotz hat Porsche hier etwas ganz Spezielles auf die Räder gestellt: Leichtbau bis (fast) ins letzte Detail mit einem Dach aus Magnesium, einer Carbon-Kofferraumhaube und Kotflügel, rund 4 Kilogramm Einsparung beim Dämmmaterial der Abgasanlage (also noch lauter als ein GT3 RS!!!) und vielen anderen Kleinigkeiten, wie beispielsweise Sitze, eine Titanabgasanlage und elektronische Helfer. Man kann auch auf die Klimaanlage und das Navigationssystem verzichten, wenn man das möchte.

Alles in allem wiegt der Porsche 911 R mit einem Gesamtgewicht nach DIN von 1.370 Kilogramm rund 70 Kilogramm weniger, als der Porsche 911 GT3 – und das ist im Sportwagenbau eine Menge.

Porsche 911 R
Porsche 911 R

„Wir demontierten einfach mal den Spoiler des GT3..“

Ja, das Auto hat es in sich: Andreas Preuninger, der Chef der Spaßbande aus Weissach, erzählte, wie das Team auf die Idee dieses Projektes kam:

„Wir hatten ein Testfahrzeug des aktuellen GT3 mit manueller Schaltung übrig und jeder von uns liebte dieses Auto. Das manuelle Getriebe hatte immer noch viele Vorteile. Also demontierten wir den Spoiler, bauten ein paar Leichtbau-Teile ein, klebten zwei Streifen auf die Karosserie und designten ein klassisches Interieur. Zu diesem Zeitpunkt nahm ich das gesamte Projekt zu unserem obersten Boss. Er mochte es, aber wir hatten keine Kapazitäten mehr, um das Projekt zu realisieren, also starteten wir erst vor 13 Monaten mit dem 911 R. Das ist eine kurze Zeit – ich bestand also auf die Übertragung aller Entscheidungen und auf eine sehr, sehr lange Leine zum Vorstand.“

Das Interieur des Porsche 911 R
Das Interieur des Porsche 911 R

Heckantrieb, manuelles Schaltgetriebe, Motor vom GT3 RS mit 500 PS

Die wichtigsten Daten nun kurz und bündig: der Porsche 911 R trägt den 4,0 Liter großen Sechszylinder-Motor aus dem GT3 RS mit 500 PS in sich, der bis maximal 8.800 U/min drehen kann. Das maximale Drehmoment liegt bei 460 Nm (6.250 U/min).

Er verfügt über eine aktive Hinterachslenkung und hat eigentlich das gesamte Fahrwerk vom GT3 RS – inklusive Räder. Mit einer Länge von 4.532 mm, einer Höhe von 1.276 mm, einem Radstand von 2.475 mm und einer Spurweite vorne von 1.551 mm sowie hinten 1.555 mm, ist er ebenfalls auf dem Niveau des GT3 RS.

Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 323 Km/h, von 0 auf 100 Km/h benötigt er 3,8 Sekunden, auf 200 Km/h 11,6.

Benjamin Brodbeck

Benjamin Brodbeck ist 29 Jahre alt und studierte Automobilwirtschaft bei Prof. Dr. Diez. Danach wechselte er an die Universität Wien, wo er Publizistik- und Kommunikationswissenschaften studierte und mit dem akademischen Grad 'Magister der Philosophie' abschloss. Neben seiner Tätigkeit als Jazz-Pianist bringt er seine Leidenschaft für und sein Wissen von Automobilen in Form und Sprache als Publizist bei AUTOmativ.de sowie zahlreichen weiteren Plattformen zum Ausdruck.

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