Porsche eFuels: Was Sie über die synthetischen Kraftstoffe unbedingt wissen sollten

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Der Klimawandel wird mit jedem Jahr wichtiger. Auch in der Automobilindustrie wird nach klimafreundlichen Alternativen zu herkömmlichen Kraftstoffen geforscht. Synthetische Treibstoffe gelten neben der E-Mobilität als realistische Alternative zu Kerosin, Diesel und Benzin. Aber macht die Investition von Porsche in Südamerika zusammen mit Siemens Energy überhaupt Sinn? Oder ist es ein Tropfen auf den heißen Stein? 


Wieso nicht die vorhandene Infrastruktur nutzen?

Insbesondere der Stuttgarter Autohersteller Porsche will in Zusammenarbeit mit Siemens Energy die Entwicklung sogenannter eFuels maßgeblich vorantreiben. In der Pilotphase sollen im Jahr 2022 schon etwa 130.000 Liter klimaneutraler eFuels erzeugt werden. Klar ist: eFuels benötigen zur Herstellung viel Strom.

Und das ist der Knackpunkt: Wir bräuchten viel mehr erneuerbare Energien. Ganz gleich ob für E-Mobilität, Wasserstoff-Fahrzeuge oder eFuels. Warum nicht einfach dorthin gehen, wo viel Wind (Chile, Norwegen), Sonne (Emirate, (Nord)Afrika) oder weitere Möglichkeiten bestehen? Strom kann man schlecht speichern und von der Sahara nach Nordeuropa schicken. Die Infrastruktur aber für eFuels existiert mit den ganzen Tankstellen schon und ist in den letzten Jahrzehnten perfektioniert worden. Wieso nicht einfach das nutzen?

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Das ist die “Haru Oni” Pilotanlage im südlichen Chile.

Grüner Kraftstoff aus Chile

Das Pilotprojekt zur Forschung und Erzeugung des klimafreundlichen synthetischen Kraftstoffs wird momentan in Chile realisiert. Hauptakteur und Investor ist hier die Porsche AG. Aber auch Siemens Energy ist an der Entwicklung beteiligt. 

Der Plan zur Herstellung von eFuels für 2022 sind etwa 130.000 Liter eFuels. Im zweiten Schritt soll diese Kapazität dann bis 2024 auf rund 55 Millionen Liter und bis 2026 auf rund 550 Millionen Liter pro Jahr gesteigert werden. Dies ist nicht nur ein großes Vorhaben, sondern wäre auch ein enormer Fortschritt für das Erreichen der weltweiten Klimaziele. Auch wenn hier weitere Unternehmen als Partner fungieren, so wird Porsche der Hauptabnehmer des grünen Kraftstoffs sein.

Die sogenannten eFuels unterscheiden sich in Ihren Grundeigenschaften nicht von normalem Benzin oder Diesel, werden aber mit Hilfe von regenerativer Energie aus CO2 und Wasserstoff hergestellt. Daher funktionieren sie dann als ein klimaneutraler Treibstoff. 

Klimaneutraler Treibstoff auch für Verbrennungsmotoren

Die Idee setzt natürlich nicht erst in der Zukunft an. Mit dem neuen synthetischen Treibstoff können unter anderem auch die schon fahrenden Autos betankt werden, die bisher entweder auf Diesel oder Benzin zurückgreifen müssen. Dadurch, dass sich diese eFuels in ihren Grundeigenschaften nicht von herkömmlichen Treibstoffen unterscheiden, sind diese auch für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren geeignet.

Ein weiterer Plan von Michael Steiner: die Diskussionen um ein Verbot von Verbrennungsmotoren beenden. Die Porsche AG will mit ihrem Vorhaben zeigen, dass mit klimafreundlichen, synthetischen Kraftstoffen auch Hochleistungsmotoren und Motorensport betrieben werden kann.

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Immerhin sind allein in Deutschland rund 47,5 Millionen Personenkraftwagen am Jahresanfang 2020 unterwegs. Für viele Menschen stellt ihr Auto einen erweiterten Lebensraum dar. Und durch die Info- und Entertainmentmöglichkeiten kann man vom Heimweg aus noch schnell E-Mails beantworten, einen Podcast auf Spotify hören oder – für einige noch unterhaltender – an den NetBet Online Spielautomaten spielen. Das Auto ist also für viele unverzichtbar geworden, daher sollte dieses auch so klimafreundlich wie möglich gestaltet werden. 

Synthetische Alternative als Konzept gegen die Elektromobilität? 

Erst vor ein paar Jahren wurde in der Automobilindustrie viel Geld in die Forschung zur E-Mobilität von Autos investiert. Daher kommt das Konzept vom sauberen Treibstoff für viele jetzt sehr plötzlich. 

Der Entwicklungsvorstand bei Porsche, Michael Steiner erklärt jedoch, dass die eFuels in keinem Fall als Konzept gegen die Elektromobilität gesehen werden sollten, sondern als eine sinnvolle Ergänzung. Viele halten die Planungen und Ziele der Porsche AG für eine riskante Wette, insbesondere Weil die Zeiträume sehr kurz gesteckt sind. 

Noch immer werden synthetische Treibstoffe unterschätzt 

Die Skepsis gegenüber grünen Kraftstoffen ist noch immer groß. Zu sehr wird sich noch immer auf die batteriebetriebene Elektromobilität versteift. Politische Unterstützungen sind daher sehr gering. 

Viele Stimmen werden laut, dass sich auch die Bundesregierung mehr mit diesem Thema auseinandersetzen sollte und Unternehmen dahingehend ausreichend fördern sollte. 

Die Porsche AG ist nicht der erste Konzern, der die Forschung für synthetischen Treibstoff vorantreibt: So forschen viele Konzerne auf fast allen Kontinenten im Sinne eines klimafreundlicheren Verkehrs. 

Benjamin Brodbeck

Benjamin Brodbeck ist 30 Jahre alt und studierte Automobilwirtschaft bei Prof. Dr. Diez. Danach wechselte er an die Universität Wien, wo er Publizistik- und Kommunikationswissenschaften studierte und mit dem akademischen Grad 'Magister der Philosophie' abschloss. Neben seiner Tätigkeit als Jazz-Pianist bringt er seine Leidenschaft für und sein Wissen von Automobilen in Form und Sprache als Publizist bei AUTOmativ.de sowie zahlreichen weiteren Plattformen zum Ausdruck.

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