Mercedes-Benz EQXX: Leicht, aerodynamisch, intelligent – 1.000 Km Reichweite

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Zwar ist es noch eine Studie wie der Name „Mercedes-Benz Vision EQXX“ sagt, aber schon bald könnte dieses Flaggschiff Realität werden. Mit wenig Gesamtgewicht, einer besonders aerodynamisch geformten Karosserie und einer rund 100 kWh großen Batterie der nächsten Generation soll die Studie 1.000 Kilometer weit fahren können – unter realen Bedingungen wohlgemerkt. Mit diesen Werten könnte die spätere Serienversion des Mercedes-Benz EQXX ordentlich einschlagen und Tesla, Audi und VW Bauchschmerzen bereiten – vorausgesetzt der Preis stimmt einigermaßen.


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EQXX mit Batterie „der nächsten Generation“

Reichweite, Effizienz, Digitalisierung: Das sind die Schlagworte einer jeden E-Auto Premiere in diesen Zeiten. Auch die Chinesen stellen mittlerweile Autos mit 1.000 Kilometer Reichweiten vor (siehe zum Beispiel Nio ET5). Doch niemand weiß so genau unter welchen Bedingungen und ob überhaupt diese Reichweiten erreicht werden können.

Mercedes-Benz hingegen ist sich sicher: 1.000 Kilometer sind mit dem Forschungsauto des EQXX unter realen Bedingungen gut machbar. Das Geheimrezept dafür liegt in mehreren Disziplinen: Einer hochmodernen Batterie bzw. Akku, einer wegweisenden Aerodynamik, intelligente Bordcomputer und – fast das wichtigste – wenig Gewicht des Gesamtfahrzeugs.

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Beim Fahrzeugkonzept sowie beim Heckdesign im Besonderen könnte Mercedes auch nach Wolfsburg geschaut haben: Der VW XL1 war damals eines der Meilensteine von Ferdinand Piech und durch einen besonders effizienten Antrieb gekennzeichnet. Die Zutaten waren ebenfalls ein geringes Gewicht, wenig Rollwiderstand, ein enorm guter Luftwiderstandsbeiwert und ein außergewöhnliches Design.

Die Batterie inklusive Inverter ist ebenfalls einer der Schlüsselfaktoren beim Mercedes EQXX: Die Systemspannung liegt bei 920 Volt (Vergleich Porsche Taycan / e-tron (RS) GT: 800 Volt). Je höher die Spannung desto dünner können die Kabel sein – das spart Gewicht. Das besondere an der Batterie ist Formel-1-Technik: In vier Reihen werden mehr als 200 Zellen unter einem Gehäusedeckel aus Kohlefaser und Zuckerrohrabfällen verstaut.

Die einzelnen Zellen sind von Hand gewickelt und kommen vom chinesischen Batteriehersteller CATL. Die Batterie bringt nur rund 495 Kilogramm auf die Waage. Geladen werden kann der EQXX leider nur mit bis zu 120 kW in der Spitze.

Mercedes-Benz EQXX mit 1.750 Kg Gesamtmasse

Enorm wichtig bei einem Auto (nicht nur bei einem Elektroauto) ist das Gewicht. Und hier ist Mercedes tatsächlich rekordverdächtig: Ein Elektroauto mit einer 100 kWh großen Batterie mit einer Gesamtmasse von 1.750 Kilogramm ist ein Traumwert. Im Vergleich zu einem VW ID.3 ist er damit 200 Kilogramm leichter.

Relativiert wird das durch das Format des kleinen EQXX: Der Prototyp und Einzelstück steht als Zweitürer und Zweisitzer da, mit kleinen Notsitzen dahinter. Also keine Reiselimousine wie von Mercedes vor rund einem Jahr ursprünglich angekündigt, sondern eher ein Gran Tourismo. Trotzdem ein guter Wert.

Mercedes-Benz EQXX: Technische Daten
Energiegehalt der Batterie (kwh, netto)< 100
Nennspannung (Volt)920
Energieverbrauch (kwh/100 km)< 10
cw-Wert0,17
Leistung (kW)~ 150
Radstand (cm)280
Bruttogewicht des Fahrzeugs (Kilogramm)~ 1.750
Energiedichte Akku/Batterie (Wh/l)400

Windschnittig wie kein anderer

Rekord ist tatsächlich der niedrige cw-Wert von 0,17 für den EQXX. Damit drückt Mercedes den Verbrauch auf rund 10 kWh/100 Km. Auch das ist – sofern es auch in der Realität funktioniert – Rekord in dieser Fahrzeugklasse.

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8K-Touchdisplay mit einer Breite von 111 Zentimetern

Intuitiv bedienbar erstreckt sich das erste komplett nahtlose Display in einem Mercedes-Benz über 47,5 Zoll von einer A-Säule zur anderen. Mit einer 8K-Auflösung (7680 x 660 Pixel) fungiert das Mini-LED-Display als Portal, das den Fahrer und die Insassen mit dem Auto und der Außenwelt verbindet.

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Ein „Star Cloud“-Avatar, der optisch an die Namensgeberin der Marke, Mercedes Jellinek, erinnert, ist der Reiseleiter. Er passt sich den Bedürfnissen des Fahrers an, kümmert sich um die Passagiere und macht die Fahrt zu einem luxuriösen Erlebnis. Das System verwaltet Informationen, um sicherzustellen, dass der Fahrer zum richtigen Zeitpunkt genau das bekommt, was er braucht.

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Echt ein faszinierendes Konzept. Und es zeigt: Die Symbiose aus SUV und E-Mobilität ist zwar bei den Kunden beliebt, kommt aber hinsichtlich Effizienz an seine Grenzen. Der Trend wird in den nächsten Jahren weg vom E-SUV und hin zur Limousine / Gran Tourismo gehen.

Benjamin Brodbeck

Benjamin Brodbeck ist 31 Jahre alt und studierte Automobilwirtschaft bei Prof. Dr. Diez. Danach wechselte er an die Universität Wien, wo er Publizistik- und Kommunikationswissenschaften studierte und mit dem akademischen Grad 'Magister der Philosophie' abschloss. Neben seiner Tätigkeit als Jazz-Pianist bringt er seine Leidenschaft für und sein Wissen von Automobilen in Form und Sprache als Publizist bei AUTOmativ.de sowie zahlreichen weiteren Plattformen zum Ausdruck.